Ur­teil zum Schutz vor Miss­brauch

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - JOURNAL -

KARLS­RU­HE (dpa) - Droht ei­nem Kind se­xu­el­ler Miss­brauch, dür­fen Fa­mi­li­en­rich­ter zu sei­nem Schutz den El­tern weit­ge­hen­de Auf­la­gen ma­chen. Das hat der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) ent­schie­den. In dem Fall war ei­ne Mut­ter mit ih­rer sie­ben­jäh­ri­gen Toch­ter bei ih­rem Le­bens­ge­fähr­ten ein­ge­zo­gen. Die­ser war we­gen se­xu­el­len Miss­brauchs von Kin­dern im Ge­fäng­nis ge­we­sen. Sach­ver­stän­di­ge ge­hen da­von aus, dass er mit ei­ner Wahr­schein­lich­keit von 30 Pro­zent rück­fäl­lig wird. Das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he hat­te der Frau des­halb vor­ge­schrie­ben, dass das Mäd­chen nur mit dem Mann zu­sam­men­tref­fen darf, wenn sie da­bei ist. Über Nacht darf es sich nicht in der­sel­ben Woh­nung auf­hal­ten. Da­ge­gen wehr­te sich die Mut­ter mit ei­ner Rechts­be­schwer­de. Sie schlug vor, dass der äl­te­re Bru­der im­mer auf­pas­sen kön­ne. Au­ßer­dem kön­ne das Mäd­chen durch ein Ba­by­fon im Kin­der­zim­mer oder ei­nen Alarm an der Tür ge­schützt wer­den. Das reicht den BGH-Rich­tern nicht aus. Sie hal­ten die Auf­la­gen für an­ge­mes­sen, auch wenn sie die Le­bens­füh­rung er­heb­lich be­ein­träch­ti­gen.

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