Be­zugs­recht ei­ner Le­bens­ver­si­che­rung muss ge­re­gelt sein

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - GELD & SERVICE -

HAMM (dpa) - Das Be­zugs­recht ei­ner Le­bens­ver­si­che­rung be­stimmt je­weils der Ver­si­che­rungs­neh­mer. Das heißt: Er legt fest, wem die Ver­si­che­rungs­leis­tung nach sei­nem To­de zu­steht. Wich­tig sind da­bei kla­re For­mu­lie­run­gen, wie ei­ne am Mitt­woch ver­öf­fent­lich­te Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm zeigt. An­dern­falls muss ein Ge­richt die Er­klä­rung des Ver­stor­be­nen aus­le­gen.

Im ver­han­del­ten Fall hat­te ein Mann ei­ne Le­bens­ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen und fest­ge­legt, dass die Ver­si­che­rungs­leis­tung den „El­tern, bei Hei­rat Ehe­gat­te“zu­ste­hen soll­te. Nach sei­nem Tod war die Toch­ter des Man­nes sei­ne Al­lein­er­bin. Sie be­an­spruch­te das Geld für sich, die Ver­si­che­rung hat­te die Leis­tung aus der Po­li­ce aber be­reits an die El­tern des Ver­stor­be­nen aus­ge­zahlt.

Für ei­nen Pro­zess ge­gen die Ver­si­che­rung be­an­trag­te die Toch­ter Pro­zess­kos­ten­hil­fe – oh­ne Er­folg: Das Ge­richt leg­te die For­mu­lie­rung im Ver­si­che­rungs­ver­trag zu­guns­ten der El­tern aus. Zwar sei der Ver­stor­be­ne zwi­schen­zeit­lich ver­hei­ra­tet ge­we­sen. Aus der Er­klä­rung ge­he aber her­vor, dass die Be­zugs­be­rech­ti­gung des Ehe­gat­ten nur für die Dau­er der Ehe be­ste­hen soll­te. Nach der Schei­dung sei­en da­mit die El­tern er­neut als Be­zugs­be­rech­tig­te be­stimmt wor­den. Des­we­gen kön­ne die Toch­ter die Ver­si­che­rung nicht auf Zah­lung in An­spruch neh­men.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.