Thea­ter­ma­cher ver­set­zen Aschen­put­tel in die heu­ti­ge Zeit

Thea­ter Li­be­ri spielt Mu­si­cal in der Stadt­hal­le mit viel Herz – Ein Thea­ter­er­leb­nis für Klein und Groß

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN - Von Ga­b­rie­le Lo­ges

SIG­MA­RIN­GEN - Das Tour­nee­thea­ter Li­be­ri aus Bochum hat in der voll be­setz­ten Stadt­hal­le gro­ße und klei­ne Be­su­cher mit sei­nem Mu­si­cal „Aschen­put­tel“be­geis­tert. Die freie Ad­ap­ti­on des Mär­chens durch Hel­ge Fe­der und die ein­gän­gi­gen Me­lo­di­en von Chris­toph Klop­pen­burg und Hans Chris­ti­an Be­cker las­sen vor al­lem die jüngs­ten Thea­ter­be­su­cher von ei­ner schö­nen Zu­kunft träu­men. Doch nicht nur die Auf­füh­rung, son­dern auch die Si­gnier­stun­de da­nach wird in Er­in­ne­rung blei­ben. Sechs wohl­ge­laun­te Schau­spie­ler, die ge­ra­de noch als Mär­chen­fi­gu­ren auf der Büh­ne stan­den, zeig­ten ihr In­ter­es­se am Thea­ter­pu­bli­kum der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on.

„Aschen­put­tel“ge­hört zum Mär­chen­ka­non der eu­ro­päi­schen Li­te­ra­tur. Die Dis­ney-Ver­fil­mung von „Cin­de­rel­la“tat ein Üb­ri­ges, den Traum von ei­nem bes­se­ren Le­ben im­mer wie­der zu va­ri­ie­ren. Ge­ra­de in die Vor­weih­nachts­zeit passt das The­ma, das „Glau­be, Lie­be und Hoff­nung“kind­ge­recht um­setzt. Das Thea­ter Li­be­ri ver­bann­te bei sei­ner Um­set­zung wei­test­ge­hend die „bö­sen“Tei­le und er­setz­te sie durch we­ni­ger angst­ein­flö­ßen­de Ele­men­te. So hilft die Stief­schwes­ter Gre­ta, ge­spielt von Ma­rei­ke Hey­en, ih­rer Schwes­ter Aschen­put­tel, ge­spielt von Leah Bu­katsch, wo sie kann. Die Stief­mut­ter (Isa­bel Flös­sel) ist zwar im­mer noch fies und legt Aschen­put­tel Lin­sen zum Sor­tie­ren in den Weg, aber die An­pas­sung an die heu­ti­ge Zeit mit Patch­work­fa­mi­li­en lässt nicht auf sich war­ten: „Nor­ma­ler­wei­se sind Müt­ter nett, egal, ob als Stief oder nicht.“Im­mer wie­der wer­den Er­zie­hungs­idea­le ein­ge­streut. Die Fee (Eli­sa Pa­pe) weiß: „Weg­lau­fen ist auch kei­ne Lö­sung.“

Bis auf die bei­den Haupt­rol­len wa­ren die Rol­len mehr­fach be­legt: Die Fee war mal Magd und Die­ner, aber auch lus­tig gur­ren­de Tau­be. Die Stief­schwes­ter konn­te als Hof­narr ihr ko­mi­sches Ta­lent aus­le­ben, auch der Kö­nig brach­te als Knecht das Pu­bli­kum zum La­chen. Al­le ge­hen be­geis­tert mit Die Ins­ze­nie­rung setz­te auf Tem­po und Be­we­gung. Die Rhyth­men wa­ren meist ro­ckig-fet­zig: Aus ei­nem kur­zen Hap­py­end-Wal­zer wird schnell ein pop­pi­ges Lied, bei dem das Pu­bli­kum mit­klat­schen kann. Selbst die ganz Klei­nen gin­gen fas­zi­niert mit. Die Groß­el­tern und El­tern be­stä­tig­ten: „Es ge­fällt uns selbst sehr gut.“Die drei­jäh­ri­ge Gre­ta aus Hohentengen fin­det die Stief­schwes­ter Gre­ta am bes­ten, „und den Prinz“, weil er ge­nau­so heißt wie ihr Groß­cou­sin Erik. Für zwei Viert­kläss­le­rin­nen aus Hitz­kofen ist Aschen­put­tel die Fa­vo­ri­tin: „Und dass so viel ge­sun­gen und ge­tanzt wird, ist ganz toll.“

Im An­schluss ver­kauf­te das Thea­ter noch CDs und Pla­ka­te. Die kos­tü­mier­ten Schau­spie­ler frag­ten je­des Kind trotz Ge­drän­ge nach dem Na­men und un­ter­schrie­ben. Selbst der Bit­te ein­zel­ner El­tern nach ei­nem ge­mein­sa­men Fo­to mit ih­ren neu­en Fans ka­men sie nach. So wur­de aus ei­nem Thea­ter­be­such ein ganz be­son­de­res vor­weih­nacht­li­ches Er­eig­nis.

FO­TO: GA­B­RIE­LE LO­GES

Auch die Si­gnier­run­de mit den Schau­spie­lern wird für die klei­nen Sig­ma­rin­ger zum Er­leb­nis.

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