Dua­le Hoch­schu­le: Er­wei­te­rungs­bau kommt erst­mal nicht

DHBW-Chef Dre­her hofft auf Bau­be­ginn En­de des Jah­res – Bis da­hin müs­sen Con­tai­ner rei­chen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - OBERSCHWABEN UND DONAU - Von Ruth Auch­ter und Ralf Schä­fer

FRIED­RICHS­HA­FEN - Die Raum­pro­ble­me der Dua­len Hoch­schu­le Ba­den-Würt­tem­berg am Stand­ort Fried­richs­ha­fen neh­men kein En­de. Es wer­den im­mer mehr Stu­den­ten, die sich im Fal­len­brun­nen für ei­nen Stu­di­en­platz be­wer­ben, die DHBW mel­det ei­nen Be­darf von 3900 Qua­drat­me­tern mehr an, als ihr zur Ver­fü­gung ste­hen. und der Bau­be­ginn des Er­wei­te­rungs­baus ver­zö­gert sich wei­ter­hin.

Her­bert Dre­her, Rek­tor der auf die Stand­or­te Ra­vens­burg und Fried­richs­ha­fen ver­teil­ten Dua­len Hoch­schu­le Ba­den-Würt­tem­berg Ra­vens­burg (DHBW) sucht We­ge aus der Mi­se­re: Die Stu­den­ten­zah­len stei­gen nach wie vor, die For­schung wird in­ten­si­viert, der Mas­ter fin­det im­mer mehr Zu­spruch. Da aber al­les so gut läuft, fehlt es an Rä­um­lich­kei­ten.

Die Nach­fra­ge nach Stu­di­en­plät­zen sei sehr groß. Be­son­ders ge­fragt die Wirt­schafts­in­for­ma­tik oder Luft- und Raum­fahrt­tech­nik. „Wir müs­sen Stu­di­en­in­ter­es­sen­ten ab­leh­nen“, sagt Dre­her. Hin­ter­grund ist un­ter an­de­rem, dass der Bau der Er­wei­te­rung im Fal­len­brun­nen auf sich war­ten lässt. Ge­plan­te Mo­dul­bau­wei­se ist sehr teu­er Ge­plant war hier in Mo­dul­bau­wei­se ein Haus zu er­rich­ten, das Grund­stück be­kommt die DHBW von der Stadt als Erb­bau­flä­che für 100 Jah­re zur Ver­fü­gung ge­stellt. Die Mo­dul­bau­wei­se, die ei­nen je­der­zei­ti­gen Rück­bau er­mög­li­chen soll, sei aber sehr teu­er, sagt die Spre­che­rin der DHBW, Eli­sa­beth Li­gen­za. Als die Bau­maß­nah­men aus­ge­schrie­ben wor­den wa­ren, ka­men zu­nächst kei­ner­lei An­ge­bo­te.

Als dann die An­ge­bo­te ka­men, über­stie­gen die­se den Etat, der da­für zur Ver­fü­gung ge­stellt war. Das Land hat­te rund acht Mil­lio­nen Eu­ro für den Er­wei­te­rungs­bau ein­ge­plant, der mit rund 2300 Qua­drat­me­ter Nutz­flä­che ge­baut wer­den soll­te.

Als das Geld nicht reich­te, wur­den Ein­spa­run­gen ein­ge­plant. Ei­ne Dach­ter­ras­se und die In­nen­hof­ge­stal­tung sei­en dem Spar­ge­bot be­reits zum Op­fer ge­fal­len. Trotz­dem fehlt noch Geld. Um den Neu­bau trotz fi­nan­zi­el­lem Eng­pass sei­tens des Lan­des Ba­den-Würt­tem­berg auf den Weg zu brin­gen, hofft Dre­her auf Zu­schüs­se von Part­ner­un­ter­neh­men. Da die­se von den Stu­den­ten pro­fi­tie­ren, könn­ten sie sich sei­ner An­sicht nach auch in Sa­chen In­fra­struk­tur en­ga­gie­ren. Weil sich ins­be­son­de­re klei­ne­re Fir­men „häu­fig schwer tun, gu­tes Per­so­nal zu hal­ten“, da die jun­gen Leu­te ih­ren Mas­ter gern in Groß­städ­ten drauf sat­teln und dann der Pro­vinz den Rü­cken keh­ren, ist Dre­her froh, „dass der Mas­ter im­mer mehr auch an den Dua­len Hoch­schu­len an­zieht“.

Zah­len­mä­ßig hat die DHBW Ra­vens­burg enorm zu­ge­legt: Die an­fäng­li­chen 1000 Stu­den­ten aus den 1990er-Jah­ren sind in­zwi­schen auf 3671 Stu­den­ten im Se­mes­ter 2015/ 2016 an­ge­wach­sen. Im Herbst 2016 le­gen rund 1300 Stu­di­en­an­fän­ger vor Ort los – 60 Pro­zent von ih­nen stam­men aus Ba­den-Würt­tem­berg. Ein In­diz da­für, dass das Kon­zept der DHBW, Ju­gend­li­che aus der Re­gi­on in der Re­gi­on für Fir­men der Re­gi­on prak­tisch und aka­de­misch glei­cher­ma­ßen aus­zu­bil­den, nach wie vor auf­geht.

Um die feh­len­den Gel­der ir­gend­wie zu be­kom­men, hofft Dre­her jetzt auch auf die Un­ter­stüt­zung aus dem Um­feld der DHBW. Ein Bau­be­ginn im Jahr 2017 wä­re wün­schens­wert, da­mit die Stu­den­ten nicht wei­ter­hin in den Con­tai­nern un­ter­ge­bracht wer­den müs­sen.

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