Wer­ke mit viel­fäl­ti­gen As­so­zia­tio­nen

Stif­tung S BC pro ar­te zeigt Zeich­nun­gen der Stutt­gar­ter Künst­le­rin Mi­che­lin Ko­ber

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - VERANSTALTUNGEN - Von Gün­ter Vo­gel

BIBERACH - In den Aus­stel­lungs­räu­men der Stif­tung S BC pro ar­te ist ei­ne neue Aus­stel­lung zu se­hen. Zu se­hen sind Wer­ke der Stutt­gar­ter Künst­le­rin Mi­che­lin Ko­ber. Der ers­te Blick auf die Ar­bei­ten zeigt ei­ne be­ein­dru­cken­de Viel­fäl­tig­keit und phan­ta­sie­vol­len For­men­reich­tum un­ter weit­ge­hen­dem Ver­zicht auf hel­le Far­ben.

Die Grund­tö­nung ist ein tie­fes Se­pia, das manch­mal schat­tiert – je nach Licht­ein­fall – wie dunk­les Tür­kis schim­mert. Die Künst­le­rin ar­bei­tet viel­schich­tig, er­zeugt mit ge­nau ab­ge­stuf­ter Farb­in­ten­si­tät star­ke Raum-Tie­fen­wir­kun­gen. Ko­ber gibt sich ein fi­gu­ra­ti­ves Mo­dul vor, setzt die gra­fi­sche Idee in ei­nem spon­tan ent­wi­ckel­ten Zei­chen­fluss fort.

Da­zu die Ku­ra­to­rin der Stif­tung, Bar­ba­ra Renft­le: „Dar­aus er­wach­sen abs­trak­te Struk­tur­wu­che­run­gen und or­ga­ni­sche For­men von ly­ri­scher Zart­heit. Ge­kräu­sel­te oder ge­zack­te Li­nea­men­te, ge­stri­chel­te Pfa­de, Spu­ren ei­ner Blei­stift­wan­de­rung auf wei­ßem Pa­pier wan­dern un­ter der Hand von Mi­che­lin Ko­ber zu la­by­rin­thi­schen Ge­we­ben. Mit akri­bi­scher Lust am frei­en or­na­men­ta­len Spiel lässt die Künst­le­rin den Blei­stift über das Pa­pier mä­an­dern.“Beim An­se­hen der Ex­po­na­te fin­det der Be­trach­ter die­se De­fi­ni­tio­nen va­ri­an­ten­reich wie­der.

Vie­le Zeich­nun­gen kon­zen­trie­ren den Blick auf wei­ße zen­tra­le Stel­len in un­ter­schied­li­chen geo­me­tri­schen For­men vom punkt­för­mi­gen Licht ei­nes Er­eig­nis­ho­ri­zon­tes, auf den sich Flä­chen­wel­len zu­be­we­gen, bis zu län­ge­ren, speer­för­mi­gen Kon­struk­tio­nen.

Zei­chen­tech­nisch ar­bei­tet sich die Künst­le­rin von den Rän­dern her vor: „Ich ar­bei­te am Stück von links nach rechts, von oben nach un­ten“, sagt sie. Die re­gel­mä­ßi­gen Pin­sel­li­ni­en ver­bin­den sich zu Flä­chen, die mit je­der wei­te­ren La­ge la­sie­ren­der Schich­ten dunk­ler wer­den. Der Blick des Be­trach­ters wird da­von im­mer wie­der an­ge­zo­gen, wan­dert kon­zen­triert in das „In­ne­re“der Zeich­nung.

An­de­re groß­flä­chi­ge Pa­pie­re zei­gen ein mit ru­hi­ger Hand aus­ge­führ­tes Strei­fen­mus­ter, das von der Mit­te nach au­ßen oh­ne ab­zu­set­zen aus­ge­führt wird. Je­des Bild lässt Ko­bers Lie­be zum De­tail er­ken­nen, ih­re Akri­bie, ih­re hand­werk­li­che Dis­zi­plin. „Wie Me­di­ta­tio­nen“, so die Ma­le­rin.

Es sind auch ge­schich­te­te Pap­pen zu se­hen, in de­ren mit­ti­ge Öff­nun­gen trep­pen­för­mi­ge Stu­fen ge­schnit­ten sind. An­de­re zum Teil auf­ge­schnit­te­ne Pap­pen tra­gen gra­fi­sche Ele­men­te. Ei­ni­ge we­ni­ge far­bi­ge Blät­ter sind zu se­hen, zu­meist in Grün, ei­ni­ge auch in Blau, in Vio­lett. In die­sen Far­ben er­schei­nen zu­meist run­de Ket­ten-Ele­men­te in Sch­lin­gen­form, als End­losstri­che, als mä­an­drie­ren­de Fan­ta­sie­for­men.

Die Aus­stel­lung in der Ga­le­rie der Stif­tung S BC pro ar­te in Biberach am Bis­marck­ring 66 ist ge­öff­net bis 3. Fe­bru­ar 2017. Die Öffnungszeiten sind Di­ens­tag bis Frei­tag 13.30 bis 17 Uhr so­wie nach Ver­ein­ba­rung, Te­le­fon­num­mer 07351/ 5703316.

FO­TO: STEF­FEN DIETZE/STIF­TUNG PRO AR­TE

Künst­le­rin Mi­che­lin Ko­ber führ­te bei der Ver­nis­sa­ge durch die Aus­stel­lung.

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