Nach der Halb­zeit knickt Kon­stanz ein

2. Hand­ball-Bun­des­li­ga, Män­ner: SG Leu­ters­hau­sen – HSG Kon­stanz 32:20 (14:11)

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - REGIONALSPORT - Von Andre­as Jo­as

LEU­TERS­HAU­SEN - Mi­nu­ten­lang fei­er­ten HSG-Fans ih­re mit 32:20 klar ge­schla­ge­nen Lieb­lin­ge. Da­bei hat­ten die Kon­stan­zer ei­ne bit­te­re Nie­der­la­ge hin­neh­men müs­sen, die in ih­rer Deut­lich­keit auch HSG-Chef­trai­ner Da­ni­el Eblen sicht­lich ge­schockt zur Pres­se­kon­fe­renz schlen­dern lie­ßen. Was sa­gen, nach ei­nem Spiel, das knapp 39 Mi­nu­ten ei­nem Spie­gel­bild des letz­ten Auf­ein­an­der­tref­fens glich und dann den Gäs­ten völ­lig ent­glitt? „Ich weiß es nicht“, hat­te er sich auch nach Ein­nah­me sei­nes Plat­zes noch nicht ganz sor­tiert. „Heu­te ha­ben wir al­le die glei­che Mei­nung. Das war ver­dient. Es tut mir heu­te ganz be­son­ders für un­se­re Fans sehr leid, dass wir es men­tal nicht hin­be­kom­men ha­ben. Wir wa­ren in je­der Hin­sicht un­ter­le­gen.“

In der ers­ten Halb­zeit hat­te es da­nach noch nicht aus­ge­se­hen. Es war wie­der die­ses ir­re Auf und Ab, das sich die­se bei­den Mann­schaf­ten schon zwei­mal zu­vor ge­lie­fert hat­ten. Wie­der ging es von der ers­ten Mi­nu­te an in­ten­siv und kör­per­be­tont zur Sa­che. Erst konn­ten die Gäs­te dies für sich nut­zen, gin­gen nach sechs Mi­nu­ten durch Ma­thi­as Rie­del mit 4:2 in Füh­rung, be­vor Leu­ters­hau­sen mit sei­ner sehr ag­gres­si­ven 5:1-De­ckung Rie­del mit ei­ner Mann­de­ckung aus dem Spiel neh­men woll­te. Da­nach kam der ge­fürch­te­te Rück­raum der Kur­pfäl­zer lang­sam auf Tou­ren und dreh­te mit ei­nem 6:0Lauf die Par­tie: 8:4 (14.).

Erst Gre­gor Tho­mann brach­te die HSG nach ei­ner Aus­zeit von Da­ni­el Eblen wie­der auf 5:8 her­an – der Auf­takt in ei­ne hit­zi­ge Schluss­pha­se vor dem Halb­zeit­pfiff. In den letz­ten Zei­ge­rum­dre­hun­gen vor dem Sei­ten­wech­sel ha­der­ten die Kon­stan­zer gleich mehr­fach mit den Un­par­tei­ischen. Beim Stand von 13:10 pfif­fen sie Ma­thi­as Rie­del zu­rück, als der Ball be­reits im Netz zap­pel­te, nur Frei­wurf, beim Stand von 14:10 die­sel­be Sze­ne und auch als es 14:11 kurz vor der Pau­se stand ein drit­tes Mal statt Tor nur Frei­wurf.

Kon­stanz ließ sich da­von je­doch nicht be­ein­dru­cken und setz­te die en­er­gi­sche Auf­hol­jagd um­ge­hend fort. Le­dig­lich fünf Mi­nu­ten wa­ren ge­spielt, da war al­les wie­der of­fen. Ma­thi­as Rie­del glich zum 14:14 aus und ließ er­neut auf ei­ne dra­ma­ti­sche Schluss­pha­se hof­fen. Als Tim Jud auf 15:16 ver­kürz­te, platz­te die­se Hoff­nung al­ler­dings schnell. Un­er­klär­li­cher­wei­se, SGL-Trai­ner Marc Na­gel sprach „von Klei­nig­kei­ten, die für uns nach dem 14:14 et­was Gro­ßes ha­ben ent­ste­hen las­sen“, woll­te nun kaum mehr et­was im Spiel der Gäs­te funk­tio­nie­ren. „Da­mit ha­ben wir nicht ge­rech­net“, fuhr er fort, „denn wir wis­sen, wie schnell es ge­gen Kon­stanz ge­hen kann. Wir ge­nie­ßen das. Un­se­re 5:1-Mann­de­ckung auf Rie­del, vor dem wir gro­ßen Re­spekt ha­ben, ist voll auf­ge­gan­gen.“

Zahl­rei­che Ge­gen­stö­ße lie­ßen den Vor­sprung nun bis auf zwölf To­re an­wach­sen. Tor­wart Patrick Glatt, ein­ge­wech­selt zwi­schen der elf­ten und 44. Spiel­mi­nu­te, är­ger­te sich: „Das ist sehr scha­de. Wir wuss­ten ei­gent­lich, was auf uns zu­kommt.“Um­so be­ein­druck­ter war er von der Re­ak­ti­on der ei­ge­nen Fans, die auch bei dem ho­hen Rück­stand nicht nach­lie­ßen und die Hal­le fest in ih­rer Hand hat­ten. Heim­spiel am 26. De­zem­ber Groß ist des­halb die Vor­freu­de auf das Weih­nachts­spiel am 26. De­zem­ber um 17 Uhr am hei­mi­schen Schänz­le ge­gen Neu­hau­sen vor ver­mut­lich vol­ler Hal­le. Dann sol­len die Fans nach ih­rer groß­ar­ti­gen Un­ter­stüt­zung be­schenkt wer­den, am liebs­ten mit zwei Punk­ten. HSG: Pol­trum, Glatt - Sch­laich (3), Tho­mann (6/5), Rie­del (4), Flo­ckerzie, Sto­cker (3), Oeh­ler (1), Ka­letsch, Krü­ger, Mai­er-Has­sel­mann, Gäß­ler (2),Jud (1), Berch­ten­brei­ter.

SZ-ARCHIV: PI­SA

Da­ni­el Eblen und die HSG Kon­stanz hat­ten in Leu­ters­hau­sen das Nach­se­hen.

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