Schloss­ver­wal­te­rin geht

Li­sa-Kris­tin Nä­pel ori­en­tiert sich nach sechs Jah­ren neu – Stel­le ist aus­ge­schrie­ben

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ERSTE SEITE - Von Micha­el He­scheler

Li­sa-Kris­tin Nä­pel hat zum Jah­res­en­de ge­kün­digt – Nach­fol­ge un­klar.

SIG­MA­RIN­GEN - Das Fürs­ten­haus ist auf der Su­che nach ei­nem neu­en Lei­ter für den Schloss­be­trieb: Die bis­he­ri­ge Lei­te­rin, Li­sa-Kris­tin Nä­pel, ver­lässt das Schloss zum Jah­res­wech­sel. Sie sucht nach ei­ner neu­en Her­aus­for­de­rung, sagt Pe­ter Brod­mann von der Un­ter­neh­mens­grup­pe Fürst von Ho­hen­zol­lern. Nä­pel selbst war am Mon­tag nicht zu er­rei­chen.

Mit 24 Jah­ren ist Li­sa-Kris­tin Nä­pel wohl zur jüngs­ten Schloss­ver­wal­te­rin Deutsch­lands be­för­dert wor­den. Ih­re Ge­schich­te ging da­mals über­re­gio­nal durch die Me­di­en. Sechs Jah­re spä­ter sucht die zwi­schen­zeit­lich 29-Jäh­ri­ge ei­ne neue Her­aus­for­de­rung. Wo­hin es sie zieht, ist nicht be­kannt.

Nä­pel hat wäh­rend ih­res Stu­di­ums auf dem Schloss be­reits die Prak­ti­ka ab­sol­viert. Ih­rem Vor­gän­ger schau­te sie qua­si drei Jah­re lang über die Schul­ter. Nach dem BWL-Stu­di­um an der Dua­len Hoch­schu­le, Fach­rich­tung Frei­zeit­wirt­schaft, woll­te sie den Schloss­be­trieb ei­gent­lich ver­las­sen. Als ihr die Lei­tung an­ge­bo­ten wur­de, ent­schied sie sich aber zum Blei­ben. Par­al­lel zu ih­rer Ar­beit hat die Schloss­ver­wal­te­rin auf ihr Stu­di­um noch den Mas­ter drauf­ge­setzt. Dar­auf möch­te sie nun in ei­ner an­de­ren Po­si­ti­on auf­bau­en. De­tails hier­zu nann­te das Schloss auf Nach­fra­ge nicht. Die Be­su­cher­zah­len blei­ben kon­stant Nach ins­ge­samt neun Jah­ren bei der Un­ter­neh­mens­grup­pe Fürst von Ho­hen­zol­lern sucht sie nun ei­ne neue Her­aus­for­de­rung. Die Stel­le ist be­reits aus­ge­schrie­ben und soll, wenn es nach dem in der Un­ter­neh­mens­grup­pe für die Fi­nan­zen zu­stän­di­gen Pe­ter Brod­mann geht, bis zum Be­ginn der neu­en Sai­son im Früh­jahr wie­der be­setzt wer­den.

Das Stel­len­pro­fil wird leicht ve­rän­dert: Der künf­ti­ge Schloss­ver­wal­ter soll sich we­ni­ger um in­ter­ne Ver­an­stal­tun­gen küm­mern. „Dies wird neu or­ga­ni­siert“, sagt Brod­mann. Statt­des­sen steht die Ver­mark­tung des Schloss­be­triebs ein­deu­tig im Vor­der­grund. So­wohl die Pres­se­ar­beit als auch die Pfle­ge von So­ci­alMe­dia-Netz­wer­ken wie Face­book sind die Auf­ga­ben des künf­ti­gen Schloss­ver­wal­ters.

Im ab­lau­fen­den Jahr sind die Be­su­cher­zah­len im Schloss nach An­ga­ben von Tho­mas Kan­jar von der Im­mo­bi­li­en­ver­wal­tung des Fürs­ten kon­stant bei et­wa 80 000 ge­blie­ben. Rück­bli­ckend be­zeich­net Kan­jar die Re­du­zie­rung von Son­der­füh­run­gen, die zum Sai­son­be­ginn vor­ge­nom­men wur­de, als Er­folg.

Da die Zahl der Schloss­füh­run­gen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im­mer wei­ter zu­nahm, ent­schie­den sich die Ver­ant­wort­li­chen vor ei­nem Jahr zu ei­nem Schnitt: Vie­le der Füh­run­gen wa­ren schwach be­sucht, des­halb über­ar­bei­te­te der Schloss­be­trieb das Kon­zept. Seit die­ser Sai­son gibt es noch drei Füh­run­gen für Er­wach­se­ne, drei für Kin­der, ei­ne für Fa­mi­li­en und ei­ne weih­nacht­li­che Füh­rung. „Je­de Son­der­füh­rung braucht ei­ne ge­wis­se Man­power“, sagt Tho­mas Kan­jar. Aus wirt­schaft­li­chen Grün­den ha­be man sich auf die Füh­run­gen kon­zen­triert, die er­folg­reich ge­we­sen sei­en.

Zwei­te Neue­rung: In den Mo­na­ten Ja­nu­ar und Fe­bru­ar ist das Schloss nur noch an den Wo­che­n­en­den zu­gäng­lich. Im No­vem­ber und De­zem­ber sind die Öff­nungs­zei­ten wie bis­her un­ter der Wo­che re­du­ziert. Dass die Be­su­cher­zah­len trotz­dem sta­bil ge­we­sen sei­en, be­zeich­net Kan­jar als Er­folg: „Die Re­du­zie­rung der Öff­nungs­zei­ten war die ab­so­lut rich­ti­ge Ent­schei­dung.“

FOTO: PATRICK SEEGER

FOTO: PATRICK SEEGER/DPA

Li­sa-Kris­tin Nä­pel ver­lässt den Schloss­be­trieb nach neun Jah­ren. Wer nach ihr auf dem Stuhl in der Por­tu­gie­si­schen Ga­le­rie Platz nimmt, soll sich bis zum Be­ginn der neu­en Sai­son ent­schei­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.