Kreut­zer-Chor singt sich durch Epo­chen und Sti­le

Beim Ad­vents­kon­zert be­glei­ten Jür­gen Ja­kob am Kla­vier und Ul­ri­ke Neu­bau­er an der Har­fe die Sän­ger

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH - Von Ve­ra Ro­meu

MESSKIRCH – Das Ad­vents­kon­zert des Kreut­zer Chors stand un­ter dem Ti­tel „Himm­lisch“. Chor­lei­ter Franz Raml hat­te ein au­ßer­ge­wöhn­li­ches Pro­gramm zu­sam­men­ge­stellt. Das Haupt­werk war die zeit­ge­nös­si­sche „Mis­sa Fes­ti­va“des ame­ri­ka­ni­schen Kom­po­nis­ten John Lea­witt, da­zu ka­men an­gel­säch­si­sche Weih­nachts­lie­der, so­dass ins­ge­samt ein be­son­de­res Hör­er­leb­nis ent­stand, das sich in der mu­si­ka­li­schen Land­schaft die­ser Ta­ge gut ab­setz­te. Der Chor ließ sich durch Pia­nis­ten Jür­gen Ja­kob und die Har­fe­nis­tin Ul­ri­ke Neu­bau­er be­glei­ten.

Ein Teil des Er­lö­ses aus den Ein­tritts­kar­ten wird an den För­der­ver­ein zur Re­no­va­ti­on der Sankt Mar­tins­kir­che ge­hen. Auf die­sem Weg dank­te der Kreut­zer Chor da­für, dass er im­mer in der Kir­che mu­si­zie­ren dür­fe, er­klär­te Lothar Bix, Vor­sit­zen­der des För­der­ver­eins, und sag­te zum Pu­bli­kum: „Wie Sie se­hen, ist die In­nen­aus­stat­tung ein we­nig grau und ver­gilbt, sie muss drin­gend re­no­viert wer­den. Sie steu­ern mit drei Eu­ro da­mit bei“, sag­te er.

Chor­lei­ter Raml hat­te in der Pro­gramm­ge­stal­tung ei­ne span­nen­de Dra­ma­tur­gie ge­wählt. Er ließ den Chor mit dem „Ky­rie“und dem „Glo­ria“aus der „Mis­sa Fes­ti­va“den Abend be­gin­nen und ver­leg­te den zwei­ten Teil mit „Cre­do“, „Sanc­tus“und „Ag­nus Dei“in die Mit­te des Kon­zerts. Die­se ame­ri­ka­ni­sche Mes­se ge­hört zu den be­deu­ten­den Chor­wer­ken der Zeit und wur­de durch das Kla­vier be­glei­tet. Von dem Pu­bli­kum er­for­der­te es ein „sich hin­ein hö­ren“, da der Klang doch et­was un­ge­wohnt war. Raml hat­te das an­spruchs­vol­le Werk mit dem Chor prä­zi­se ein­stu­diert und ei­ne gu­te Ba­lan­ce der Emo­tio­na­li­tät ge­stal­tet. Kraft­voll er­klingt „Glo­ria“„Ky­rie“, ein schlan­ker, stil­ler und doch ef­fekt­vol­ler Satz, er­klang mit viel Wür­de in die Akus­tik des Rau­mes hin­ein. Leb­haft und kraft­voll lob­te der Chor Gott im „Glo­ria“. Es war ein poin­tier­tes Sprü­hen der Stim­men, die im Schluss­ak­kord in un­glaub­li­chen Hö­hen er­blüh­ten. Das „Cre­do“be­gann mit den tie­fen Män­ner­stim­men und war von über­zeu­gen­der Kraft be­stimmt. Far­ben­reich war das „Sanc­tus“und das „Ag­nus Dei“ent­wi­ckel­te sich wie duf­ten­der Weih­rauch in gut kon­trol­lier­tem Vo­lu­mi­na. Die Kla­vier­be­glei­tung durch Jür­gen Ja­kob trug sou­ve­rän durch das Werk hin­durch.

Ein wei­te­rer Hö­hen­punkt des Kon­zerts war die Har­fe, die Ul­ri­ke Neu­bau­er wun­der­voll er­klin­gen ließ. Drei So­lo­stü­cke ga­ben dem Kon­zert ei­ne schö­ne Strahl­kraft. Neu­bau­ers Hän­de zau­ber­ten flie­ßen­de Klän­ge. „La Sour­ce“von Al­bert Za­bel brach­te be­schau­li­che Ru­he in den Kon­zert­abend. Die Va­ria­tio­nen zu „L´ Oi­seau Chan­tant“von Fran­cois-Jo­seph Na­der­mann pul­sier­ten vol­ler Er­fin­dungs­kraft, ju­bel­ten lei­se und im­mer neu sein in­spi­rier­tes Lied. Die ro­man­ti­sche „Noc­turne“von Mich­ail Glin­ka be­geis­ter­te das Pu­bli­kum mit ge­heim­nis­vol­len Klän­gen.

Har­fe und Kla­vier be­glei­te­ten den Chor bei den vie­len Weih­nachts- und Wie­ge­lie­dern, die Lei­ter Raml in das Pro­gramm ge­nom­men hat­te. Eng­li­sche, la­tei­ni­sche, deut­sche Tex­te bil­de­ten ei­ne brei­te Pa­let­te an Klän­gen und Sti­len. Aus al­len Zeit­epo­chen er­klang Mu­sik. Kon­zen­triert und en­ga­giert folg­ten die Sän­ger ih­rem Lei­ter und meis­ter­ten zu­sam­men ei­nen gro­ßen Kon­zert­abend. Ein Teil des Pu­bli­kums dank­te mit ei­nem ste­hen­den Ap­plaus, es wur­de laut ei­ne Zu­ga­be ge­wünscht. Die­sem Wunsch ka­men Chor­lei­ter und Sän­ger be­reit­wil­lig nach.

FOTO: VR

Der Kreut­zer Chor singt bei sei­nem Ad­vents­kon­zert un­ter an­de­rem das zeit­ge­nös­si­sche Stück „Mis­sa Fes­ti­va“.

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