Auf der Wald­büh­ne wird’s tur­bu­lent und span­nend

2017 ste­hen „Die Schatz­in­sel“und der Woo­dy-Al­len-Stoff „The pur­p­le Ro­se of Cai­ro“auf dem Spiel­plan

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - RUND UM SIGMARINGEN/SIGMARINGEN - Von Co­rin­na Wol­ber

SIGMARINGENDORF - Die Ent­schei­dung ist ge­fal­len: Die Wald­büh­ne bringt in der kom­men­den Spiel­zeit das Kin­der­stück „Die Schatz­in­sel“auf die Büh­ne. Beim Er­wach­se­nen­stück ist die Wahl auf „The pur­p­le Ro­se of Cai­ro“ge­fal­len – ei­ne Film­ko­mö­die nach dem gleich­na­mi­gen, all­ge­mein aber nicht so be­kann­ten Film von Woo­dy Al­len. Alex­an­der Speh, Pres­se­spre­cher der Wald­büh­ne, war selbst et­was über­rascht, dass die Wahl auf die­sen Stoff ge­fal­len ist. „Ich kann­te das Stück nicht, und auch der Film war mir kein Be­griff“, sagt er – und das, ob­wohl er so­gar Woo­dyAl­len-Fan sei. Doch das neue Re­gie­duo des Er­wach­se­nen­stücks, Frank Speh und Lu­na Sel­le, woll­te et­was ganz Ei­ge­nes ma­chen. „Sie ha­ben ein Stück ge­sucht, mit dem sie nichts Be­kann­tes imi­tie­ren müs­sen und das nicht schon je­der im Hin­ter­kopf mit ei­ner be­stimm­ten Ins­ze­nie­rung ver­bin­det.“ Das Kin­der­stück soll für Kin­der ab sechs Jah­ren ge­eig­net sein In der en­ge­ren Aus­wahl der Re­gis­seu­re sei­en ins­ge­samt zwei Stü­cke ge­we­sen. Letzt­lich hät­ten sich die Schau­spie­ler bei ei­ner Ab­stim­mung für „The pur­p­le Ro­se of Cai­ro“ent­schie­den. Das Stück hat laut Speh vor al­lem ei­nen ganz be­son­de­ren Reiz: „Es bie­tet et­was, das die Frei­licht­büh­ne noch nie ge­macht hat. Wäh­rend des lau­fen­den Stü­ckes wer­den Film­se­quen­zen auf ei­ne Lein­wand pro­ji­ziert.“Zu­letzt ha­be die Wald­büh­ne zwar Er­fah­run­gen mit Pro­jek­tio­nen ge­sam­melt, sagt Speh. „Die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten sind da.“Ei­ne Her­aus­for­de­rung sei­en die Plä­ne aber in je­dem Fall.

In dem Stück geht es um die Kell­ne­rin Ce­ci­lia, die ein arm­se­li­ges Le­ben führt. Ih­re ein­zi­ge Freu­de ist der Ki­no­film „The pur­p­le Ro­se of Cai­ro“, den sie sich im­mer wie­der an­schaut. Ei­nes Ta­ges ver­lässt die Film­fi­gur Tom Bax­ter die Lein­wand und spricht Ce­ci­lia di­rekt an – mit enor­men Fol­gen für die an­de­ren Schau­spie­ler, die den Film oh­ne Bax­ter nicht zu En­de spie­len kön­nen. Es ent­wi­ckelt sich ei­ne tur­bu­len­te Ge­schich­te. Ne­ben den tech­ni­schen An­sprü­chen für die Ins­ze­nie­rung hat es auch mal wie­der das Büh­nen­bild in sich. Ein Teil der Büh­ne muss für das Stück in ei­nen Ki­no­saal ver­wan­delt wer­den, die Film­se­quen­zen brau­chen schließ­lich ein rea­lis­ti­sches Um­feld.

Der Ki­no­saal wird wahr­schein­lich auf der Büh­ne das zen­tra­le Ge­bäu­de, sagt Alex­an­der Speh. „Das Pu­bli­kum sieht dann den Ki­no­saal von hin­ten und blickt auf die Lein­wand.“

Span­nen­de Pi­ra­ten­aben­teu­er ver­spricht wie­der­um das Kin­der­stück „Die Schatz­in­sel“nach dem gleich­na­mi­gen Ro­man von R.L. Ste­ven­son. In Sigmaringendorf kommt es in ei­ner Be­ar­bei­tung für Kin­der und Ju­gend­li­che auf die Büh­ne. So blut­rüns­tig wie das Ori­gi­nal wird es da­bei kei­nes­wegs zu­ge­hen: „Wir las­sen die Leu­te le­ben“, sagt Speh. „Die Schatz­in­sel“, si­cher­lich ei­ne der be­rühm­tes­ten Pi­ra­ten­ge­schich­ten al­ler Zei­ten, er­zählt die Aben­teu­er des Jun­gen Jim Haw­kins aus Bris­tol. Er ar­bei­tet im Gast­haus sei­ner Mut­ter mit und träumt von Aben­teu­ern als See­fah­rer. Durch Zu­fall fällt ihm ei­nes Ta­ges ei­ne Schatz­kar­te in die Hän­de, auf der ein­ge­zeich­net ist, wo sich der Schatz des be­rühm­ten Pi­ra­ten Fl­int be­fin­det. Zu­sam­men mit zwei aben­teu­er­lus­ti­gen Freun­den der Fa­mi­lie sticht Jim in See, um den Schatz zu ber­gen. Was die hoff­nungs­fro­hen Schatz­su­cher je­doch nicht wis­sen: Die Ma­tro­sen, die sie für ihr Schiff an­ge­heu­ert ha­ben, sind in Wirk­lich­keit die ehe­ma­li­ge Mann­schaft Fl­ints, die sich selbst auf der Jagd nach dem Schatz be­fin­det. Es kommt zum span­nen­den Show­down auf der Schatz­in­sel.

Ka­rin Maich­le und Alex­an­der Speh wol­len das Stück ac­tion­reich und span­nend, aber nicht bru­tal in­sze­nie­ren. „Un­ser Ziel ist, dass wir es für Kin­der ab sechs Jah­ren emp­feh­len kön­nen, um ein Er­leb­nis für die gan­ze Fa­mi­lie zu bie­ten“, sagt Speh. Der Vor­ver­kauf star­tet vor­aus­sicht­lich am 1. März 2017. Vor­her zei­gen Ju­gend­li­che der Wald­büh­ne im Ja­nu­ar im Al­ten Schlacht­hof in Sig­ma­rin­gen noch ein selbst ent­wi­ckel­tes Stück zur Ge­schich­te der Schwa­ben­kin­der un­ter dem Ti­tel „Nach Schwa­ben, Kin­der!“.

FOTO: JO­HAN­NES BUHLERT

Schon bei „Dra­cu­la“hat die Wald­büh­ne mit auf­wen­di­gen Pro­jek­tio­nen ge­ar­bei­tet. Jetzt geht sie noch ei­nen Schritt wei­ter.

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