„Bei mir gibt es nichts mehr zu ho­len“

Bei Frank Ditt­mann ist zwei­mal ein­ge­bro­chen wor­den – Nach­bar­schaft wird un­ru­hig

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MENGEN/GÖGE/SCHEER - Von Jen­ni­fer Kuhl­mann

MEN­GEN - Sei­nen Hu­mor hat Frank Ditt­mann zum Glück nicht ver­lo­ren, auch wenn in­ner­halb der ver­gan­ge­nen zwei Wo­chen gleich zwei­mal bei ihm ein­ge­bro­chen wur­de. „Ich möch­te den auf die­sem Ge­biet tä­ti­gen Per­so­nen mit­tei­len, dass sich ein wei­te­rer Ein­bruch wirk­lich nicht lohnt“, schreibt der in Men­gen als lang­jäh­ri­ger Lei­ter der Schwimm­ab­tei­lung be­kann­te Ditt­mann per Mail an die Schwä­bi­sche Zei­tung. „Al­les ei­ni­ger­ma­ßen Wert­vol­le wur­de ge­klaut. Es gibt nichts mehr, was sich mit­zu­neh­men lohnt.“

Am Te­le­fon klingt Frank Ditt­mann ge­fasst. Da­bei ist sei­ne Ter­ras­sen­tür mit Fo­lie zu­ge­klebt und er hat am Sonn­tag­abend ein­ein­halb St­un­den auf den Kni­en zu­ge­bracht, um al­le Glas­split­ter im Wohn­zim­mer ein­zu­sam­meln. „Schon wie­der ha­ben die Ein­bre­cher an ei­nem Sonn­tag zu­ge­schla­gen“, sagt er. Beim ers­ten Mal hät­ten sie das Schlaf­zim­mer­fens­ter auf­ge­he­belt, dies­mal ganz dreist gleich die Schei­be der Ter­ras­sen­tür ein­ge­schla­gen. „Abends be­su­che ich im­mer mei­ne Frau im Pfle­ge­heim“, sagt er. Das hät­ten die Tä­ter of­fen­bar ge­nau ge­wusst.

„Sie ha­ben sich ge­holt, was sie beim ers­ten Mal nicht mit­ge­nom­men ha­ben“, ist Ditt­mann über­zeugt. Er kann sich vor­stel­len, dass er und sei­ne Toch­ter die Ein­bre­cher vor zwei Wo­chen bei­na­he auf fri­scher Tat er­tappt ha­ben. „Wir sind vor die Ga­ra­ge ge­fah­ren und vor­ne zur Haus­tür rein und die Ein­bre­cher hin­ten raus“, sagt er. Sie hät­ten näm­lich nicht den kom­plet­ten Schmuck sei­ner Frau mit­ge­nom­men, son­dern Tei­le auf dem Bo­den zu­rück­ge­las­sen. „Auch hat­ten sie es wohl nicht ge­schafft, al­les zu durch­su­chen.“

Das ha­ben die Tä­ter of­fen­bar jetzt nach­ge­holt. „Al­les war durch­wühlt und durch­ein­an­der“, er­zählt Ditt­mann. Zum zwei­ten Mal in­ner­halb von zwei Wo­chen rück­ten auch Po­li­zis­ten zur Spu­ren­si­che­rung an. „Die Ein­bre­cher ha­ben aber schon beim ers­ten mal Hand­schu­he ge­tra­gen, Fin­ger­ab­drü­cke konn­ten nicht si­cher­ge­stellt wer­den“, sagt er. Dass ihm ge­sagt wur­de, dass Ein­bre­cher ein Haus eher sel­ten zwei­mal auf­su­chen, kön­ne er nur so hin­neh­men. „In mei­ner Nach­bar­schaft sind aber al­le ziem­lich un­ru­hig im Mo­ment, es woh­nen hier ja vie­le äl­te­re Men­schen“, sagt er. Po­li­zei be­rät zur Si­cher­heit Ein Ex­per­te der Po­li­zei wird ihn noch be­su­chen und ihn zum The­ma Si­cher­heit be­ra­ten. Al­f­red Här­le von der po­li­zei­li­chen Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on in Bad Saulgau weist auch ge­gen­über der Schwä­bi­schen Zei­tung im­mer wie­der dar­auf hin, dass vie­le Haus­ei­gen­tü­mer in Sa­chen Si­cher­heit nach­rüs­ten müs­sen, da­mit Ein­bre­cher zum Ein­stei­gen län­ger brau­chen und even­tu­ell ent­deckt wer­den. „Das ist bei mir aber ja ei­gent­lich zu spät“, sagt Ditt­mann. Au­ßer­dem ha­be er auch schon öf­ter mal das Licht an­ge­las­sen, wenn er abends weg­ging. „Die Be­we­gungs­mel­der ha­ben die Ein­bre­cher schon beim ers­ten Mal ent­deckt und da Ka­bel durch­ge­trennt, die hat­te ich noch nicht wie­der re­pa­riert“, er­zählt er.

Die Po­li­zei setzt bei der Ein­bruch­prä­ven­ti­on vor al­lem auch auf ei­ne auf­merk­sa­me Nach­bar­schaft. Ein­bre­cher be­ob­ach­ten laut Po­li­zei­spre­cher Mar­tin Sau­ter in Wohn­vier­teln oft, wann Licht brennt oder Roll­lä­den her­un­ter­ge­zo­gen wer­den, um an­schlie­ßend even­tu­el­le Ein­brü­che zu pla­nen. Des­halb soll­ten An­woh­ner auf­fäl­li­ge Per­so­nen lie­ber um­ge­hend der Po­li­zei mel­den.

Angst hat Frank Ditt­mann durch die bei­den Ein­brü­che nicht be­kom­men. „Aber ich mer­ke schon, dass ich mich beim Nach­hau­se­kom­men erst ein­mal ver­si­che­re, ob auch wirk­lich al­les in Ord­nung ist.“Bei sei­ner Ver­si­che­rung muss­te er die ge­stoh­le­nen Ge­gen­stän­de an­ge­ben und ih­ren Wert schät­zen. „Das ist bei den Rin­gen und Schmuck­stü­cken mei­ner Frau aber gar nicht so ein­fach“, sagt er. Die­se, aus­ge­wähl­te Mün­zen und Er­in­ne­rungs­stü­cke wie Bro­schen sei­ner Schwie­ger­mut­ter sind wahr­schein­lich un­wie­der­bring­lich ver­lo­ren. „Auch Bar­geld ha­be ich nicht mehr da­heim“, sagt Ditt­mann. „Bei mir gibt es nichts mehr zu ho­len.“

FOTO: DPA/DA­NI­EL MAURER

Die Schei­be der Ter­ras­sen­tür ha­ben der oder die Ein­bre­cher am Haus von Frank Ditt­mann ein­ge­schla­gen. „Die Be­we­gungs­mel­der hat­ten sie schon beim ers­ten Mal zer­stört“, sagt er.

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