Das Un­be­ha­gen bleibt

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ERSTE SEITE - Von Sa­bi­ne Lenn­artz s.lenn­artz@schwa­ebi­sche.de

Kei­ne Fra­ge, ob der Tä­ter nun aus Pa­kis­tan, Tu­ne­si­en oder ei­nem an­de­ren Land die­ser Welt kommt, der An­schlag von Berlin wird die De­bat­te über Flücht­lin­ge, Asyl­su­chen­de und die deut­sche Si­cher­heit wie­der be­le­ben. Wohl­tu­end ist es da, dass von den fünf im deut­schen Bun­des­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en sich vier bis jetzt in Zu­rück­hal­tung üben und kei­ne schnel­len Emp­feh­lun­gen ab­ge­ben. CDU, SPD, Grü­ne und so­gar die Lin­ken ra­ten, erst ein­mal die Er­mitt­lun­gen ab­zu­war­ten und dann Schluss­fol­ge­run­gen zu zie­hen – ob sie nun ver­stärk­te Vi­deo­über­wa­chung oder schnel­le­re Ab­schie­bung, we­ni­ger Dul­dung oder Tran­sit­la­ger hei­ßen.

Nur aus der CSU kom­men schon recht kon­kre­te For­de­run­gen, die aber we­nig hilf­reich sind. Na­tür­lich sol­len Ge­fähr­der ab­ge­scho­ben wer­den. Doch wo­hin, wenn das Her­kunfts­land sie nicht auf­nimmt? Und auch bei ei­ner Ober­gren­ze könn­ten un­ter de­nen, die ins Land kom­men, Ter­ro­ris­ten sein. Die Ter­ror­ge­fahr in Eu­ro­pa ver­langt nun wirk­lich aus­ge­klü­gel­te­re Ant­wor­ten als je­ne, das Pro­blem ein­fach mit der Flücht­lings­po­li­tik von An­ge­la Mer­kel zu ver­bin­den. Die An­schlä­ge von Pa­ris und Brüssel zei­gen dies. Der Ter­ror zielt ge­gen die Wer­te der west­li­chen Ge­sell­schaft ins­ge­samt, und wer leich­ten Her­zens für den Kampf ge­gen den Ter­ror ein Stück Frei­heit zu op­fern be­reit ist, hat sei­ne Le­bens­art ve­rän­dert. Ge­nau­er ge­sagt: Ve­rän­dern las­sen durch Is­la­mis­ten.

Die Bun­des­re­gie­rung muss für die Si­cher­heit der Bür­ger sor­gen. Wohl­wis­send, dass sie an­ge­sichts ei­nes in­ter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­mus kei­ne Ga­ran­ti­en ge­ben kann und ein Un­be­ha­gen blei­ben wird.

Doch be­vor nicht ge­nau ge­klärt ist, wie und war­um es zu dem An­schlag von Berlin kam, soll­ten kei­ne schnel­len Ge­set­ze fol­gen. So­bald aber der Tä­ter ge­fasst und sein Mo­tiv ge­klärt ist, muss man die rich­ti­gen Schlüs­se zie­hen. Und dann, in die­sem Punkt hat die CSU recht, die be­schlos­se­ne Po­li­tik auch um­set­zen. Die Län­der ste­hen in der Ver­ant­wor­tung, den Bun­des­rat nicht län­ger – wie beim The­ma si­che­re Her­kunfts­län­der – zum Ba­sar wer­den zu las­sen.

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