Stadt in­ves­tiert in Stra­ßen

Im kom­men­den Jahr in­ves­tiert die Stadt mehr als 15 Mil­lio­nen Eu­ro – Rück­la­gen schmel­zen ab

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ERSTE SEITE - Von Micha­el He­scheler

Im kom­men­den Jahr soll das Hoch­ge­sträß bei Laiz sa­niert wer­den.

SIG­MA­RIN­GEN - Die Stadt­ver­wal­tung rech­net da­mit, dass in den kom­men­den Jah­ren we­ni­ger Geld zur Ver­fü­gung steht. Dies sag­te Bür­ger­meis­ter Tho­mas Schä­rer bei der Ein­brin­gung des Haus­halts am Mitt­woch­abend: „Nach sie­ben fet­ten Jah­ren kom­men nun sie­ben ma­ge­re Jah­re.“Vor dem Hin­ter­grund der an­ste­hen­den In­ves­ti­tio­nen wür­den die Rück­la­gen auf­ge­braucht. Al­lein im kom­men­den Jahr wer­den 6 Mil­lio­nen Eu­ro aus den Rück­la­gen ent­nom­men, um Pro­jek­te wie den In­no­va­ti­ons­cam­pus und die Sa­nie­rung des Ho­hen­zol­lern-Gym­na­si­ums zu fi­nan­zie­ren. Ver­mut­lich ab 2017 müss­ten au­ßer­dem neue Kre­di­te auf­ge­nom­men wer­den, so die Ein­schät­zung der Stadt­ver­wal­tung.

Nach Aus­sa­ge von Bür­ger­meis­ter Schä­rer in­ves­tiert die Stadt „mas­siv in die Bil­dung“. Wie be­rich­tet, um­fasst die Sa­nie­rung des Ho­hen­zol­lern-Gym­na­si­ums ein Vo­lu­men von rund zehn Mil­lio­nen Eu­ro, der Ei­gen­an­teil der Stadt be­trägt sechs Mil­lio­nen Eu­ro. Knapp 700 000 Eu­ro in­ves­tiert die Stadt in die Bil­harz­schu­le: Hier sol­len der Werk­raum, das Lehrer­zim­mer und die In­ter­net­an­bin­dung er­neu­ert wer­den. In der Grund­schu­le sol­len das Dach und die Fas­sa­de sa­niert und au­ßer­dem der Montes­so­ri-Be­reich aus­ge­baut wer­den. Hoch­ge­sträß kos­tet rund 3,5 Mil­lio­nen Eu­ro Zwei­tes Groß­pro­jekt der Stadt ist die Kon­ver­si­on, die in den kom­men­den Jah­ren et­wa zehn Mil­lio­nen kos­ten wird. Ei­ner­seits baut die Stadt mit ei­nem Ei­gen­an­teil in Hö­he von vier Mil­lio­nen Eu­ro den In­no­va­ti­ons­cam­pus in der ehe­ma­li­gen Ka­ser­ne auf. An­de­rer­seits will sie Grund­stü­cke in der ehe­ma­li­gen Ka­ser­ne über­neh­men, um Ge­wer­be an­zu­sie­deln. Für das Grund­stücks­ge­schäft ins­ge­samt wur­den 4,4 Mil­lio­nen Eu­ro bud­ge­tiert. Un­ter den In­ves­ti­tio­nen sticht ein Stra­ßen­bau­pro­jekt her­aus, das die Stadt schon län­ger plant. Für das Hoch­ge­sträß zwi­schen dem Ge­wer­be­ge­biet Er­gat und der in Rich­tung Win­ter­lin­gen füh­ren­den Bun­des­stra­ße ist im Haus­halt ein Be­trag von 3,55 Mil­lio­nen Eu­ro vor­ge­se­hen. In Laiz wird au­ßer­dem die Uh­land­stra­ße sa­niert. Kos­ten­punkt: knapp 600 000 Eu­ro.

Um all die­se In­ves­ti­tio­nen schul­tern zu kön­nen, müs­sen die Rück­la­gen auf­ge­löst und ab 2019 vor­aus­sicht­lich wie­der Kre­di­te auf­ge­nom­men wer­den. En­de des kom­men­den Jah­res wird die Stadt je­doch vor­aus­sicht­lich schul­den­frei sein.

Ak­tu­ell liegt die Zu­füh­rungs­ra­te vom Ver­wal­tungs- in den Ver­mö­gens­haus­halt noch bei 1,1 Mil­lio­nen Eu­ro. Nur ei­ni­ge po­si­ti­ve Ent­wick­lun­gen ver­hin­der­ten ei­ne ne­ga­ti­ve Zu­füh­rungs­ra­te.

Weil der Kreis­tag die Sen­kung der Umlage be­schlos­sen hat, muss die Stadt 300 000 Eu­ro we­ni­ger an den Land­kreis über­wei­sen. Die Kom­mu­nen ha­ben in Ver­hand­lun­gen mit dem Land er­reicht, dass die Zu­wei­sun­gen pro Ein­woh­ner stei­gen. Vom Land be­kommt die Stadt zu­sätz­lich 400 000 Eu­ro.

Bei den Zu­wei­sun­gen des Lan­des macht sich au­ßer­dem die Erst­auf­nah­me­stel­le po­si­tiv be­merk­bar, denn die Ein­woh­ner­zahl ist im Ver­gleich zum Vor­jahr um mehr als 1000 auf 17 300 ge­stie­gen. Die zu­sätz­li­chen Ein­woh­ner las­sen die Zu­wei­sun­gen um 1,1 Mil­lio­nen Eu­ro stei­gen. Die Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men sta­gnie­ren Ak­tu­ell hat die Stadt Si­gna­le, dass die Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men sta­gnie­ren: Des­halb wird der An­satz im kom­men­den Jahr von 4,9 auf 4,5 Mil­lio­nen Eu­ro ge­senkt. Laut Käm­me­rer Aß­falg bleibt die Ge­wer­be­steu­er be­reits in die­sem Jahr un­ter dem Plan.

Im kom­men­den Jahr kön­ne die Stadt die lau­fen­den Aus­ga­ben gut be­wäl­ti­gen, „mehr aber auch nicht“, so Schä­rer. Be­rech­tig­te Wün­sche könn­ten des­halb viel­leicht auch erst über­mor­gen er­füllt wer­den.

Um Groß­pro­jek­te wie den Bau des In­no­va­ti­ons­cam­pus und die Sa­nie­rung des Frei­bads zu be­wäl­ti­gen, ge­neh­mig­te der Stadt­rat zwei zu­sätz­li­che Stel­len im Bau­amt. Dies ist ein Grund, war­um die Per­so­nal­kos­ten um fünf Pro­zent auf rund 10,5 Mil­lio­nen Eu­ro stei­gen.

Im kom­men­den Haus­halt sind laut Käm­me­rer Aß­falg ho­he Ri­si­ken, aber auch vie­le Chan­cen ab­ge­bil­det. Bei den an­ste­hen­den In­ves­ti­ti­ons­vor­ha­ben könn­ten Kos­ten­stei­ge­run­gen ent­ste­hen, was ein Ri­si­ko für die Stadt dar­stel­le. Als Chan­ce be­zeich­net Aß­falg den In­no­va­ti­ons­cam­pus, der zu­sätz­li­che Ar­beits­plät­ze schaf­fen kön­ne und die Hoch­schu­le in der For­schung bes­ser po­si­tio­nie­re. Au­ßer­dem wür­den die Schu­len wei­ter ge­stärkt.

Am Mitt­woch­abend wur­den die städ­ti­schen Finanzen von den Ge­mein­de­rä­ten nicht kom­men­tiert. Be­ra­ten wird der Ge­mein­de­rat den Haus­halt im neu­en Jahr.

FO­TO: DPA

Das HZG wird sa­niert.

FO­TOS: AR­CHIV/DPA

Die Bil­harz­schu­le wird mo­der­ni­siert.

Das Hoch­ge­sträß wird sa­niert.

Der In­no­va­ti­ons­cam­pus wird ge­baut.

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