Meß­kir­cher Ho­tel will 3 Ster­ne

In­ves­tor hat be­reits ei­nen Päch­ter im Blick – Ri­ta Moll vom „Ad­ler“sieht kei­nen Be­darf

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ERSTE SEITE - Von An­na-Le­na Buch­mai­er

Die Kon­kur­renz sieht kei­nen Be­darf nach ei­nem wei­te­ren Gäste­haus.

MESSKIRCH - Das ge­plan­te Ho­tel mit an­ge­glie­der­tem Re­stau­rant, das süd­öst­lich der Stadt Meß­kirch ent­ste­hen soll, ist in der 3-Ster­ne-Ka­te­go­rie an­zu­sie­deln. Das sag­te In­ves­tor Her­bert Al­ber der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. Die Ge­mein­de­rä­te hat­ten in ih­rer Sit­zung am Di­ens­tag grü­nes Licht für die Än­de­rung des Flä­chen nut­zungs plans des Are­als am Sand­bühl­weg/ Haupt­bühl weg­ge­ge­ben, auf wel­chem das Ho­tel ge­baut wer­den soll. Da­zu wird es frü­hes­tens im Früh­jahr 2018 kom­men: „Erst fol­gen Gut­ach­ten und die Er­schlie­ßung des Bau ge­biets “, sag­te Alb er der S Z. Ge­schäfts­füh­rer in­des„ Ho­tel Ad­ler– Al­te Post“in Meß­kirch, Ri­ta Moll, sieht kei­nen Be­darf für ein wei­te­res Ho­tel in Meß­kirch: Sie be­rich­tet von ei­ner Aus­las­tung von un­ter 30 Pro­zent.

Der In­ves­tor, der Me­tall ve rar bei tungs un­ter­neh­men be­treibt, möch­te den Bau ver­pach­ten. Ei­nen mög­li­chen Päch­ter ha­be er schon im Blick, den Na­men will er noch nicht nen­nen. Auch die Kos­ten für den Bau blei­ben noch ge­heim. „Wir wol­len den Päch­ter vor Bau­be­ginn ins Boot ho­len und ihm so Gestal­tungs­mög­lich­keit ge­ben“, so der 63-Jäh­ri­ge. Sein Un­ter­neh­men hat der „Fas­tR­ent­ner“, wie er selbst sagt, be­reits dem Sohn über­ge­ben. „Im Ru­he­stand woll­te ich et­was Ab­wechs­lung, mal et­was an­de­res ma­chen.“Als in­ter­es­sier­ter Zu­hö­rer im Meß­kir­cher Stadt­rat ha­be er vor ei­ni­ger Zeit er­fah­ren, dass sich die Stadt ein Ho­tel für Meß­kirch wünscht. Das ha­be ihn auf die Idee ge­bracht. Al­ber will da­mit den Tou­ris­mus wei­ter­brin­gen, Gäs­te könn­ten Be­su­cher des Klos­ters, des Do­nau­tals, des Cam­pus Gal­li oder Bus­rei­sen­de sein. Das Ho­tel mit Re­stau­rant könn­te auch als Lo­ca­ti­on für Hoch­zei­ten in­fra­ge kom­men. „Es wird ein Ca­fé und ei­nen Bier­gar­ten ge­ben“, sag­te Al­ber der SZ. Mit dem Schüt­zen­ver­ein gab es noch kei­ne Ge­sprä­che Das Ho­tel soll 30 Zim­mer, al­so 60 Bet­ten, um­fas­sen, im Re­stau­rant wird Platz für 120 Gäs­te sein. Auf die Ter­ras­se pas­sen 30 bis 50 Leu­te. Es sol­len ein Früh­stücks­buf­fet und Drei-Gän­ge-Me­nüs an­ge­bo­ten wer­den. Die Re­zep­ti­on wird 16 St­un­den am Tag be­setzt sein. Der Blick auf Schloss und Altstadt wer­de High­light des Baus.

Ein Pro­blem, das im Ge­mein­de­rat dis­ku­tiert wur­de: die un­mit­tel­ba­re Nä­he zum Schüt­zen­haus und die da­mit zu­sam­men­hän­gen­de Fra­ge, wer die Däm­mung zahlt. Ober­schüt­zen­meis­ter Man­fred Gom­me­rin­ger hat bis­lang „nur va­ge von den Ho­tel­plä­nen ge­wusst“, es sei je­doch noch kei­ner der Ver­ant­wort­li­chen oder von der Stadt an ihn her­an­ge­tre­ten. Ei­ne Däm­mung könn­te der Schüt­zen­ver­ein nach sei­nen Aus­sa­gen kei­nes­falls be­zah­len. Über die­ses The­ma macht sich In­ves­tor Her­bert Al­ber aus Ren­gets­wei­ler kei­ne Ge­dan­ken: „Ich se­he hier kei­nen In­ter­es­sens­kon­flikt.“Zum ei­nen glau­be er nicht, dass der Schüt­zen­ver­ein nach 20 Uhr noch schie­ßen wür­de, zum an­de­ren er­war­te Al­ber nicht, dass der Schüt­zen­ver­ein dies auf ei­ge­ne Kos­ten leis­ten wer­de. „Die Zim­mer ge­hen nach vor­ne raus, das Schüt­zen­haus be­fin­det sich an der Rück­sei­te des Ho­tels“, so Al­ber. Das Ho­tel soll in et­wa 60 bis 70 Me­ter ent­fernt vom Schüt­zen­haus ge­baut wer­den. Ri­ta Moll, Ge­schäfts­füh­re­rin des „Ho­tel Ad­ler – Al­te Post“, kann nicht so recht an den Er­folg ei­nes neu­en Ho­tels in Meß­kirch glau­ben: „Mei­ne Bet­ten­be­le­gung liegt bei 28 bis 30 Pro­zent. Wer macht denn zehn Ta­ge am Stück in Meß­kirch Ur­laub? Kei­ner!“, so Moll, die den Ad­ler seit knapp 20 Jah­ren be­treibt. Die La­ge Meß­kirchs ist mehr Fluch als Se­gen Die all­seits ge­prie­se­ne La­ge zwi­schen Do­nau­tal und Bo­den­see sei eher Fluch als Se­gen: „Meß­kirch liegt ei­nen Stück zu zweit von Do­nau und See ent­fernt“, fin­det die Gas­tro­no­min. „Kein Rad­fah­rer, der von Sig­ma­rin­gen nach Beu­ron fährt, quält sich abends noch nach Meß­kirch.“Be­darf für ein wei­te­res Ho­tel se­he sie ab­so­lut nicht. „Wenn der Bür­ger­meis­ter meint, er braucht ein Ho­tel, soll er ei­nes hin­stel­len“, so Moll. Aus ih­rer Sicht soll­te er lie­ber die to­te In­nen­stadt be­le­ben und Ar­beits­plät­ze schaf­fen. „Was bleibt von Meß­kirch oh­ne Con­ra­din Kreut­zer, Mar­tin Hei­deg­ger und Cam­pus Gal­li? Nichts.“Angst vor der Kon­kur­renz ha­be Moll ab­so­lut kei­ne. „Ich ha­be schon vie­le kom­men und ge­hen se­hen.“

ANIMATION: MAUCH/OFFNER

ANIMATION: ARCHITEKTENGESELLSCHAFT MAUCH/OFFNER

Der ers­te Ent­wurf des Ho­tels in der Nord-West-An­sicht: Im Vor­der­grund das Re­stau­rant mit Ter­ras­se, im Hin­ter­grund das Gäste­haus, des­sen Hö­he aber wahr­schein­lich klei­ner aus­fal­len wird.

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