Ost-West-Ren­ten­an­glei­chung steht

Gro­ße Ko­ali­ti­on ei­nigt sich auf Fi­nan­zie­rung – Re­form­pa­ket für Be­triebs­ren­ten

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

BERLIN (dpa) - Die Ost-West-An­glei­chung der Ren­te wird künf­tig halb aus der Ren­ten­kas­se und halb über Steu­ern fi­nan­ziert. Dar­auf ver­stän­dig­ten sich Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) und Ar­beits­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les (SPD), wie das Ar­beits­mi­nis­te­ri­um am Mitt­woch mit­teil­te. Da­nach soll die An­glei­chung grund­sätz­lich über die Ren­ten­ver­si­che­rung fi­nan­ziert wer­den. Der Bund wer­de sich aber ab 2015 an der Fi­nan­zie­rung der Ren­ten dau­er­haft mit wei­te­ren zwei Mil­li­ar­den Eu­ro be­tei­li­gen. Der Zu­schuss be­gin­ne 2022 in Hö­he von 200 Mil­lio­nen Eu­ro und wer­de bis 2025 jähr­lich um 600 Mil­lio­nen Eu­ro an­stei­gen.

Schäu­b­le er­klär­te: „Die Ren­ten­ver­si­che­rung ist ak­tu­ell fi­nan­zi­ell gut auf­ge­stellt und kann in den ers­ten Jah­ren die zu­sätz­li­chen Kos­ten der An­glei­chung selbst über­neh­men.“Ab dem Jahr 2022 wer­de der Bun­des­haus­halt ei­nen Zu­schuss leis­ten. Er be­tra­ge dann in der End­stu­fe mit zwei Mil­li­ar­den rund die Hälf­te der jähr­li­chen Mehr­aus­ga­ben.

Nah­les er­läu­ter­te, ab 2025 soll­ten die Ren­ten ein­heit­lich be­rech­net wer­den. „Be­gin­nend mit dem 1. Ju­li 2018 wol­len wir in sie­ben Schrit­ten mit den jähr­li­chen Ren­ten-An­pas­sun­gen den Ren­ten­wert Ost an den im Wes­ten gel­ten­den Ren­ten­wert an­glei­chen, zu­gleich auch die je­wei­li­ge Be­wer­tung der Ar­beits­ent­gel­te. Die An­glei­chung der Ren­ten er­folgt im Ren­ten­sys­tem mit ei­nem Bun­des­zu­schuss. Die Bei­trags­zie­le wer­den da­mit voll­um­fäng­lich ein­ge­hal­ten.“

Das Bun­des­ka­bi­nett be­schloss un­ter­des­sen ein Re­form­pa­ket zur wei­te­ren Ver­brei­tung von Be­triebs­ren­ten in Deutsch­land. Der An­teil von 60 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten mit be­trieb­li­cher Al­ters­vor­sor­ge sta­gniert seit Jah­ren. Bei den Nied­rig­ver­die­nern sind es nur 47 Pro­zent.

Mit der Ost-West-Ren­ten­an­glei­chung hat sich die Ko­ali­ti­on noch vor dem Wahl­jahr 2017 auf ei­nes ih­rer gro­ßen So­zi­al­pro­jek­te im Ko­ali­ti­ons­ver­trag ge­ei­nigt. Der CDU-Ren­ten­ex­per­te Pe­ter Weiß lob­te den Fi­nan­zie­rungs­kom­pro­miss. „Das ist ei­ne klu­ge Ent­schei­dung, um den Prin­zi­pi­enstreit zu lö­sen“, sag­te er.

Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Schwe­sig (SPD) sag­te, Ziel sei es ge­we­sen, die An­glei­chung in we­sent­li­chen Tei­len aus Steu­er­mit­teln zu fi­nan­zie­ren, „und das ist er­reicht wor­den“: „Ab 2025 wer­den wir ein ein­heit­li­ches und so­li­de fi­nan­zier­tes Ren­ten­sys­tem ha­ben, ein wei­te­rer Schritt zur Ein­heit und für die Zu­kunft un­se­res Lan­des.“Die Par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­re­rin der SPD-Frak­ti­on, Chris­ti­ne Lam­brecht, sag­te: „Für uns ist von zen­tra­ler Be­deu­tung, dass die Kos­ten die­ser ge­samt­ge­sell­schaft­li­chen Auf­ga­be nicht al­lein den Bei­trags­zah­lern auf­ge­bür­det wer­den.“

FO­TO: DPA

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les (SPD) hat sich mit Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) ver­stän­digt: Ei­ne Hälf­te der not­wen­di­gen Mit­tel kommt aus der Ren­ten­kas­se, die an­de­re aus Steu­er­mit­teln.

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