Schutz für Ark­tis und At­lan­tik

Oba­ma ver­bie­tet Öl­för­de­rung in sen­si­blen Ge­bie­ten

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Frank Herr­mann

WASHINGTON - Ba­rack Oba­ma ver­sucht, von sei­ner um­welt­po­li­ti­schen Agen­da zu ret­ten, was noch zu ret­ten ist. Knapp ei­nen Mo­nat vor sei­nem Ab­schied vom Amt hat der US-Prä­si­dent sei­nen Nach­fol­ger Do­nald Trump beim The­ma Öl­boh­run­gen vor voll­ende­te Tat­sa­chen ge­stellt. In ei­nem über­ra­schen­den Schritt er­klär­te er wei­te Tei­le des ame­ri­ka­ni­schen Küs­ten­schelfs in der Ark­tis und im At­lan­tik zu Schutz­zo­nen, in de­nen we­der Erd­öl noch Erd­gas ge­för­dert wer­den darf. Par­al­lel zu den Ver­ei­nig­ten Staa­ten hat auch Ka­na­da ein Mo­ra­to­ri­um für Öl­boh­run­gen in sei­nen ark­ti­schen Ge­wäs­sern ver­fügt.

Mit dem Ver­bot, be­grün­de­te Oba­ma in ei­nem State­ment, wer­de ein sen­si­bles und welt­weit ein­zig­ar­ti­ges Öko­sys­tem ge­schützt. Denn trotz der ho­hen Si­cher­heits­stan­dards, wie sie in den USA und Ka­na­da gel­ten, blei­be das „si­gni­fi­kan­te“Ri­si­ko ei­ner Öl­pest. Es wür­de Jahr­zehn­te dau­ern, um in der Ark­tis ei­ne In­fra­struk­tur auf­zu­bau­en, wie sie für ei­ne si­che­re Öl- und Gas­ge­win­nung in gro­ßem Stil not­wen­dig wä­re. Und das in ei­ner Zeit, füg­te Oba­ma an, in der man weg­kom­men müs­se von fos­si­len Brenn­stof­fen. Un­be­fris­te­tes Mo­ra­to­ri­um Wäh­rend das ka­na­di­sche Mo­ra­to­ri­um al­le fünf Jah­re über­prüft wer­den soll, tritt das US-ame­ri­ka­ni­sche un­be­fris­tet in Kraft. Die ju­ris­ti­sche Grund­la­ge da­für lie­fert ei­ne ob­sku­re No­vel­le aus dem Jahr 1953, der so­ge­nann­te Ou­ter Con­ti­nen­tal Sh­elf Lands Act. Das Ge­setz re­gelt die Ver­ga­be von Li­zen­zen an Ener­gie­un­ter­neh­men und gibt dem Staats­chef ex­pli­zit die Voll­macht, „jeg­li­che Ge­bie­te“des Kon­ti­nen­tal­schelfs für der­ar­ti­ge Li­zen­zen zu sper­ren. Was dar­in fehlt, ist ein Pa­ra­graf, der es nach­fol­gen­den Prä­si­den­ten ge­stat­tet, ei­ne ein­mal ge­trof­fe­ne Ent­schei­dung zu kas­sie­ren,

Gleich­wohl ist zu er­war­ten, dass die Ad­mi­nis­tra­ti­on Trumps sie vor Ge­richt an­fech­ten wird. Oh­ne­hin hat der Im­mo­bi­li­en­mil­li­ar­där im Wahl­kampf an­ge­kün­digt, vie­les von dem zu kas­sie­ren, was Oba­ma um­welt­po­li­tisch in die We­ge ge­lei­tet hat. Dass er fos­si­len Ener­gie­trä­gern den Vor­zug vor er­neu­er­ba­ren gibt, dar­an hat er nie auch nur den Hauch ei­nes Zwei­fels ge­las­sen. Dass mensch­li­ches Han­deln glo­ba­le Er­wär­mung ver­ur­sacht, nann­te er – in ei­nem 2012 ab­ge­setz­ten Tweet – ei­ne Er­fin­dung der Chi­ne­sen, al­lein dar­auf an­ge­legt, die ame­ri­ka­ni­sche In­dus­trie aus dem Wett­be­werb zu drän­gen. Trumps de­si­gnier­ter Au­ßen­mi­nis­ter, Rex Til­ler­son, di­ri­gier­te bis da­to den Öl­mul­ti Exxon Mo­bil. Der de­si­gnier­te Di­rek­tor der Um­welt­be­hör­de EPA, Scott Pruitt, ein Re­pu­bli­ka­ner aus dem öl­rei­chen Bun­des­staat Okla­ho­ma, hat die Auf­la­gen der EPA über Jah­re hin­weg an­ge­foch­ten.

Eben­falls un­ter Schutz ge­stellt wird nun ein Schelf­strei­fen im At­lan­tik, der sich von Nor­folk, ei­ner Ha­fen­stadt in Vir­gi­nia, bis hin­auf nach Mai­ne zieht. In den 31 un­ter­see­ischen Can­yons des Ge­biets sind Koral­len und sel­te­ne Fi­sch­ar­ten zu Hau­se.

FO­TO: DPA

Ge­mein­sam mit dem Nach­bar­staat Ka­na­da sper­ren die USA gro­ße Tei­le der ark­ti­schen Ge­wäs­ser für Öl­boh­run­gen.

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