Da­ten­spei­che­rung

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

Der Be­griff Vor­rats­da­ten­spei­che­rung steht für die sys­te­ma­ti­sche Spei­che­rung von Te­le­fon- und In­ter­net­da­ten der Bür­ger oh­ne ei­nen kon­kre­ten Fahn­dungs­an­lass. Nach den Ter­ror­an­schlä­gen von Madrid und Lon­don be­schlos­sen die EU-Staa­ten 2006 ein ent­spre­chen­des Ge­setz. Die EU-Richt­li­nie schrieb al­len Staa­ten vor, dass An­bie­ter von Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­ten EU-weit Ver­bin­dungs­da­ten zu Te­le­fo­na­ten oder E-Mails zwi­schen sechs und 24 Mo­na­te lang spei­chern muss­ten. Im April 2014 kipp­te der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) die Richt­li­nie je­doch voll­stän­dig und ar­gu­men­tier­te, sie ver­sto­ße ge­gen Grund­rech­te. Die EUStaa­ten kön­nen ei­ge­ne Ge­set­ze er­las­sen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat­te die deut­schen Vor­ga­ben 2010 ver­wor­fen. Im No­vem­ber 2015 bil­lig­te der Bun­des­rat ein neu­es Ge­setz. Da­nach sol­len Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­da­ten für zehn Wo­chen auf­be­wahrt wer­den. (dpa) dar­aus sehr viel über Men­schen ab­le­sen: Deut­lich wird, wer wann wo mit wem te­le­fo­niert (wenn auch nicht wor­über). Zu­dem spei­chern die Te­le­fon­ge­sell­schaf­ten zum Bei­spiel, wer wie lan­ge mit wel­cher IPAdres­se im In­ter­net surft. Das al­les ge­schieht un­be­merkt – was beim Bür­ger schon mal das Ge­fühl her­vor­ru­fen kön­ne, „dass ihr Pri­vat­le­ben Ge­gen­stand ei­ner stän­di­gen Über­wa­chung ist“, wie die Lu­xem­bur­ger Rich­ter an­mer­ken. Oh­ne stren­ge Re­geln sei­en freie Mei­nungs­äu­ße­rung und der Schutz der Pri­vat­sphä­re in Ge­fahr.

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