Ge­mein­de pocht auf neue Ab­fuhr­tras­se

Fir­ma Nord-Mo­rä­ne plant Ab­bau von 28 Hekt­ar in den kom­men­den 22 Jah­ren

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - RUND UM SIGMARINGEN - Von Patrick Laabs

KRAUCHENWIES - Fast ein Jahr lang ist es ver­gleichs­wei­se ru­hig um das The­ma Kies­ab­bau ge­we­sen. Jetzt kommt mit den Ab­bau­plä­nen der Fir­ma Nord-Mo­rä­ne wie­der Schwung in die Sa­che. Der Ge­mein­de­rat hat sich in sei­ner Sit­zung am Di­ens­tag­abend mit den Plä­nen aus­ein­an­der­ge­setzt.

Der Fir­ma Nord-Mo­rä­ne war im ver­gan­ge­nen Ja­nu­ar vom Re­gie­rungs­prä­si­di­um Tü­bin­gen ein wei­te­rer Ab­bau von 35 Hekt­ar zu­er­kannt wor­den, sie be­an­tragt jetzt aber le­dig­lich ei­nen Ab­bau von rund 28 Hekt­ar. Ent­spre­chend den an­ge­ge­be­nen mitt­le­ren Ab­bau­mas­sen be­deu­tet der An­trag ei­nen Ab­bau von cir­ca 22 Jah­ren. Der Ver­kehr soll wie bis­her über die Stra­ße „Am Gip­fe­le“zur B 311 und K 8267 nach In­zig­kofen ge­bracht wer­den. So weit, so gut. Was Bür­ger­meis­ter Jo­chen Spieß aber stört, ist, dass aus den Ab­bau­plä­nen der Fir­ma Nord-Mo­rä­ne nicht her­vor­geht, in­wie­weit sie das „Fürs­ten­sträß­le“, das am Rand der neu­en Ab­bau­flä­che liegt, auch tat­säch­lich zum Be­triebs­weg für wei­te­re, aus­ste­hen­de Ab­bau­plä­ne der Fir­ma Ba­re­sel ma­chen will.

Zum Hin­ter­grund: Das Re­gie­rungs­prä­si­di­um Tü­bin­gen hat­te den Fir­men Ba­re­sel und Nord-Mo­rä­ne im Ja­nu­ar als Vor­aus­set­zung für wei­te­ren Kies­ab­bau mit­ge­ge­ben, das „Fürs­ten­sträß­le“als Ab­trans­port­weg aus­zu­bau­en. Ziel die­ser Maß­ga­be war vor al­lem, die Gög­gin­ger Bür­ger zu ent­las­ten. Die Fir­ma Ba­re­sel näm­lich soll ih­ren Kies dem Wil­len des Re­gie­rungs­prä­si­di­ums zu­fol­ge nicht mehr durch die Gög­gin­ger Orts­durch­fahrt weg­schaf­fen, son­dern über das „Fürs­ten­sträß­le“das Ge­län­de der Fir­ma Nord-Mo­rä­ne nut­zen. „Dar­auf wird im An­trag der Fir­ma Nord-Mo­rä­ne aber nur sehr un­zu­läng­lich ein­ge­gan­gen“, sag­te Spieß. Er hal­te es da­her für denk­bar, dass durch ei­ne frü­he Ge­neh­mi­gung der Ab­bau­plä­ne der Fir­ma Nord-Mo­rä­ne die Maß­ga­be des Re­gie­rungs­prä­si­di­ums un­ter­lau­fen wird. „Und wir müs­sen mit al­ler Macht ver­hin­dern, dass die Fir­ma Ba­re­sel über Gög­gin­gen ab­trans­por­tie­ren kann“, so Spieß. Er er­war­te da­her von Tü­bin­gen, dass das Re­gie­rungs­prä­si­di­um auf die Ein­hal­tung sei­ner ei­ge­nen Maß­ga­be po­che.

Deut­lich macht das auch die Orts­ver­wal­tung Gög­gin­gen in ei­ner Stel­lung­nah­me. Sie will, „dass die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de die Fer­tig­stel­lung der Kies­ab­fuhr­tras­se und die Auf­nah­me in die La­ge­plä­ne vor Ab­bau­be­ginn si­cher­stellt“.

Eben­falls nicht ein­ver­stan­den ist Spieß mit der Dau­er der Re­kul­ti­vie­rung, die der Fir­ma Nord-Mo­rä­ne vor­schwe­be. Der Ab­bau sol­le im Jahr 2038 en­den, die Re­kul­ti­vie­rung aber erst im Jahr 2046. „Ich will die Re­kul­ti­vie­rung deut­lich zü­gi­ger ha­ben“, sag­te er. Das En­de der Re­kul­ti­vie­rung sol­le nicht erst acht Jah­re nach Ab­bau­en­de er­fol­gen, son­dern be­reits nach zwei Jah­ren.

Der Bit­tel­schie­ßer Ort­schafts­rat hat­te sich eben­falls be­reits im Vor­feld mit den Ab­bau­plä­nen aus­ein­an­der­ge­setzt und nicht zu­letzt wei­te­re Un­ter­su­chun­gen zur Hy­dro­lo­gie an­ge­mahnt. In der Stel­lung­nah­me heißt es: „Die Ge­mein­de Krauchenwies be­zieht ei­nen we­sent­li­chen Teil des Trink­was­sers aus ei­nem Brun­nen in der Nä­he des Ab­bau­ge­biets. Spe­zi­ell für das Ab­bau­vor­ha­ben der Nord-Mo­rä­ne soll­te die Hy­dro­lo­gie im Ab­bau­be­reich und de­ren Aus­wir­kun­gen auf den na­he­ge­le­ge­nen Brun­nen noch nä­her be­trach­tet wer­den.“

FO­TO: AR­NO MÖHL

Die Fir­ma Nord-Mo­rä­ne plant wei­te­ren Kies­ab­bau.

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