In der Het­tin­ger Haus­halts­kas­se klafft ein gro­ßes Loch

Zu­füh­rungs­ra­te ist ne­ga­tiv – Stadt greift auf Rück­la­gen zu­rück und nimmt Kre­dit von ei­ner hal­ben Mil­li­on Eu­ro auf

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB/LAUCHERT - Von Ve­ra Ro­meu

IN­NE­RIN­GEN - In der letz­ten Sit­zung des Jah­res hat Bür­ger­meis­te­rin Dag­mar Kus­ter den Haus­halts­plan­ent­wurf ein­ge­bracht. In we­ni­gen Wor­ten stell­te sie den Ge­mein­de­rä­ten die nicht ge­ra­de ro­si­ge Si­tua­ti­on vor. Die Stadt plant nun ei­ne Kre­dit­auf­nah­me von mehr als ei­ner hal­ben Mil­li­on.

„Wir ha­ben 2017 ei­ne ne­ga­ti­ve Zu­füh­rungs­ra­te. Das be­deu­tet, dass wir die lau­fen­den Kos­ten aus den Mit­teln des Ver­wal­tungs­haus­halts nicht de­cken kön­nen, wir müs­sen sie aus dem Ver­mö­gens­haus­halt de­cken. Das soll­te nicht sein“, sag­te sie. Sie hof­fe, dass die Ein­nah­men aus der Ge­wer­be­steu­er doch hö­her aus­fal­len wer­den, als der An­satz es vor­sieht, so­dass we­nigs­tens die schwar­ze Null er­reicht wer­den kön­ne, dies sei aber nicht si­cher, sag­te sie. Ge­setz­lich ist es so, dass es je­des Jahr ei­ne Zu­füh­rungs­ra­te aus dem Ver­wal­tungs­haus­halt in den Ver­mö­gens­haus­halt ge­ben soll, um min­des­tens die Til­gung der lau­fen­den Kre­di­te zu si­chern.

Die Stadt wird rund zwei Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tie­ren. Die An­zahl der Maß­nah­men im kom­men­den Jahr sei nicht hoch, weil ein gro­ßer Teil der In­ves­ti­ti­ons­mit­tel in die Sa­nie­rung der Alb­hal­le ge­steckt wer­de, er­klär­te Bür­ger­meis­te­rin Kus­ter. Sie be­rich­te­te, dass vie­le Haus­halts­res­te noch zu be­wäl­ti­gen sei­en, weil vie­le Bau­maß­nah­men, die 2016 ge­plant wa­ren, nicht um­ge­setzt wer­den konn­ten. „Die Hand­wer­ker ha­ben vol­le Auf­trags­bü­cher. Man­che Aus­schrei­bun­gen ha­ben nicht das er­war­te­te Er­geb­nis ge­bracht“, er­klär­te sie. Doch sei­en al­le ge­plan­ten Maß­nah­men auf den Weg ge­bracht, es wer­de halt ein biss­chen län­ger dau­ern.

Käm­me­rer Wer­ner Lei­pert stell­te die Eck­da­ten des Haus­halts­plan­ent­wurfs vor. Auch er be­ton­te, die Si­tua­ti­on ha­be sich ge­gen­über des Vor­jahrs deut­lich ver­schlech­tert, die Grün­de da­für lie­gen vor al­lem bei den Mehr­aus­ga­ben für die Kreis­um­la­ge und die Fi­nanz­aus­gleichs­um­la­ge, die auf der Grund­la­ge des Jahrs 2015 ge­rech­net wer­den. Auch ha­be er die Ein­nah­men aus der Ge­wer­be­steu­er mit 1,3 Mil­lio­nen Eu­ro vor­sich­tig ge­rech­net, weil Pro­gno­sen für 2017 ei­ne Ein­trü­bung im Be­reich der Bau­ma­schi­nen an­kün­di­gen. Zu­wei­sun­gen für man­geln­de Steu­er­kraft be­kommt die Ge­mein­de kei­ne: „Uns fehlt es nicht an Steu­er­kraft, es fehlt uns an Geld“, sag­te Lei­pert. Rück­la­ge auf Min­dest­stand Er sprach die De­ckungs­lü­cke im Ver­wal­tungs­haus­halt an: Im Ent­wurf des Haus­halts­plans hat er ei­ne ne­ga­ti­ve Zu­füh­rungs­ra­te von 210 000 Eu­ro aus­ge­wie­sen. Die Ge­mein­de wer­de 326 000 Eu­ro aus den Rück­la­gen ent­neh­men und sie auf den ge­setz­li­chen Min­dest­be­stand – 122 655 Eu­ro – zu­rück­schrump­fen. Dies wer­de nicht rei­chen, um die De­ckungs­lü­cke zu schlie­ßen, so rech­ne er mit ei­ner Kre­dit­auf­nah­me von 520 000 Eu­ro, um im kom­men­den Jahr die In­ves­ti­tio­nen zu be­zah­len. Bür­ger­meis­te­rin Kus­ter er­klär­te, dass sich die Kre­dit­auf­nah­me noch er­hö­hen könn­te, falls die Zu­schüs­se nicht in der ge­plan­ten Hö­he be­wil­ligt wer­den. Der im Mo­ment vor­aus­sicht­li­che Schul­den­stand wer­de En­de 2017 bei 701 700 Eu­ro lie­gen, er­klär­te Käm­me­rer Lei­pert.

Für die Sa­nie­rung der Alb­hal­le ste­hen im Ver­mö­gens­haus­halt 1,2 Mil­lio­nen Eu­ro, die Ge­mein­de er­hofft sich ei­nen Zu­schuss von 800 000 Eu­ro aus dem Aus­gleichs­stock. Die Zu­schüs­se aus dem Aus­gleich­stock wer­den aber erst im Ju­ni be­wil­ligt, auch sei nicht si­cher, dass sie in die­ser Hö­he flie­ßen wer­den, sag­te Käm­me­rer Lei­pert. 20 000 Eu­ro ste­hen im Haus­halt als Zu­schuss für die Ver­ei­ne für den Bau des La­ger­raums bei der Alb­hal­le. „Der Be­schluss ist aber noch nicht ge­fasst“, be­ton­te Bür­ger­meis­te­rin Kus­ter. Für die An­schaf­fung des Het­tin­ger Feu­er­wehr­fahr­zeu­ges ste­hen 150 000 Eu­ro im Haus­halts­plan­ent­wurf. Für den Fest­platz in Het­tin­gen hat Käm­me­rer 150 000 Eu­ro ein­ge­stellt, für die Sa­nie­rung der Schloss­fas­sa­de 60 000 Eu­ro, für die Zu­fahrt am Schloss­berg und den Platz an der Haupt­stra­ße 150 000 Eu­ro, für die Er­wei­te­rung der Ur­nen­wand und der Ur­nen­rei­hen­grä­ber auf dem Het­tin­ger Fried­hof 15 000 Eu­ro, für ei­ne ein­heit­li­che Orts­be­schil­de­rung 15 000 Eu­ro, für den Be­lag auf dem In­ne­rin­ger Re­cy­ling­hof 20 000 Eu­ro. Der Haus­halts­plan­ent­wurf wird im Ja­nu­ar be­ra­ten.

AR­CHIV­FO­TO: DPA

Klei­ne Schei­ne und Mün­zen – Het­tin­gen muss ein De­fi­zit in der Kas­se ver­kraf­ten.

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