Ka­nal­sa­nie­rung wird dop­pelt so teu­er wie ge­dacht

Ge­mein­de stockt den Be­trag im Haus­halt von 160 000 auf 320 000 Eu­ro auf

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - STETTEN/LEIBERTINGEN/WALD - Von Su­san­ne Grimm

STET­TEN AM KAL­TEN MARKT - Der Ge­mein­de­rat hat be­schlos­sen, im Haus­halt für nächs­tes Jahr 320 000 Eu­ro für die Ka­nal­sa­nie­rung ein­zu­pla­nen. Gleich­zei­tig hat der Rat das Sig­ma­rin­ger In­ge­nieur­bü­ro Ko­va­cic, das be­reits mit den Vor­ar­bei­ten be­traut war, mit der Durch­füh­rung be­auf­tragt. „Das größ­te Ver­mö­gen der Ge­mein­de ist das Ka­nal­netz, doch lei­der ist es nicht zu ver­kau­fen“, sag­te Käm­me­rer Er­mi­lio Ver­ren­gia et­was sar­kas­tisch. Denn die im Haus­halt 2016 da­für ein­ge­stell­ten 160 000 Eu­ro, die al­ler­dings im ge­nann­ten Zei­t­raum nicht zur Um­set­zung ka­men, muss­ten nun deut­lich auf­ge­stockt wer­den.

Die neu­es­ten Zah­len und Or­te der ge­plan­ten Ka­nal­sa­nie­rung konn­ten laut Käm­me­rer erst kurz vor der Sit­zung zu Pa­pier ge­bracht wer­den. Ent­spre­chend den Vor­ga­ben der Ei­gen­kon­troll­ver­ord­nung, nach der spä­tes­tens al­le zehn Jah­re mit der Wie­der­ho­lungs­prü­fung al­ler Haupt­ka­nä­le be­gon­nen wer­den muss, be­ste­he nun drin­gen­der Hand­lungs­be­darf. Die letz­te Prü­fung fand in den Jah­ren 2007 bis 2009 statt. Wie Ver­ren­gia aus­führ­te, ist zu­letzt im Jahr 2014 ein Teil der Scha­dens­klas­se I und II mit ei­nem Vo­lu­men von 155 000 Eu­ro sa­niert wor­den. Der Groß­teil die­ser Scha­dens­klas­se müs­se je­doch 2017 an­ge­gan­gen wer­den. „Das Pla­nungs­bü­ro und die Ver­wal­tung ha­ben das Jahr 2016 ge­nutzt, ei­nen grö­ße­ren Um­fang der Sa­nie­rungs­maß­nah­men aus­zu­lo­ten, um da­durch Sy­ner­gi­en bei der Aus­schrei­bung zu er­hal­ten“, sag­te Ver­ren­gia. Um die güns­tigs­ten An­ge­bo­te zu be­kom­men, sei ei­ne Aus­schrei­bung noch in der Sit­zungs­wo­che von gro­ßer Be­deu­tung. Die Sub­mis­si­on ist für den 23. Ja­nu­ar ge­plant, „so­dass wir den Auf­trag in der Fe­bru­ar-Sit­zung ver­ge­ben kön­nen“. Der nicht ver­brauch­te Haus­halts­an­satz aus dem Jahr 2016 wer­de da­her in den Haus­halt 2017 über­tra­gen, so­dass mit der nun ver­dop­pel­ten Sum­me „die Vor­ga­ben der Ei­gen­kon­troll­ver­ord­nung wei­test­ge­hend zum Ab­schluss ge­bracht wer­den kön­nen“, so die Hoff­nung des Käm­me­rers.

Er gab ei­nen Über­blick über „das größ­te Ver­mö­gen“der Ge­mein­de. Das Ka­nal­netz um­fasst ei­ne Ge­samt­län­ge von 48 Ki­lo­me­tern, „die nicht in ei­nem Rutsch ge­macht wer­den kön­nen“. Auch künf­tig soll pro Jahr ei­ne Ka­nal­län­ge von 16 Ki­lo­me­tern über­prüft wer­den, da­mit die dar­aus re­sul­tie­ren­den Kos­ten die Ge­mein­de­kas­se nicht zu sehr be­las­ten. Die er­rech­ne­ten Ge­samt­kos­ten für die ers­ten 16 Ki­lo­me­ter des Ka­nal­net­zes be­zif­fer­te Ver­ren­gia auf rund 124 000 Eu­ro. Dar­in ent­hal­ten sind die Kos­ten für Ka­nal­rei­ni­gung und In­spek­ti­on so­wie die in­ge­nieur­tech­ni­sche Beur­tei­lung und Aus­schrei­bun­gen.

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