Die Pro­blem­zo­ne heißt Ab­wehr

Dort­mund liegt zum sieb­ten Mal in Fol­ge in Rück­stand – Tu­chel är­gert sich

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT -

DORT­MUND (dpa/SID/sz) - Die Vor­freu­de aufs Weih­nachts­fest war Tho­mas Tu­chel gründ­lich ver­gan­gen. Miss­mu­tig kom­men­tier­te der Trai­ner von Bo­rus­sia Dort­mund den ent­täu­schen­den Jah­res­aus­klang sei­ner Mann­schaft beim 1:1 (0:1) ge­gen den FC Augs­burg. Mit der Ver­ga­be des Meis­ter­ti­tels hat der BVB da­mit nichts mehr zu tun, auch für Platz drei wird er sich im Fern­du­ell mit Hof­fen­heim, Frank­furt und Berlin in der Rück­run­de stre­cken müs­sen. „Es ist nicht ver­bo­ten, auch mal in Füh­rung zu ge­hen oder ein Spiel 1:0 zu ge­win­nen. Das wür­de die Din­ge viel ein­fa­cher ma­chen“, klag­te Tu­chel. Ähn­lich de­pri­miert klang Ma­rio Göt­ze. „Das ist bit­ter. Mit der Kon­stel­la­ti­on in der Bun­des­li­ga kön­nen wir nicht zuf­rie­den sein“, sag­te der Welt­meis­ter nach dem vier­ten Pflicht­spiel-Re­mis in Serie.

Erst­mals die­se Sai­son wa­ren nach Ab­pfiff ver­ein­zel­te Pfif­fe von den Tri­bü­nen zu hö­ren. Schließ­lich steht der Re­vier­club im Ver­gleich zum sel­ben Zeit­punkt des Vor­jahrs elf Punk­te schlech­ter da. Der Ab­wärts­trend ist vor al­lem der Tat­sa­che ge­schul­det, dass sich das Tu­chel-Team im De­fen­siv­be­reich mar­kant ver­schlech­ter­te. Wie so oft kos­te­te das auch ge­gen Augs­burg Punk­te. „Das ist das sieb­te Spiel in Fol­ge, in dem wir in Rück­stand ge­ra­ten – in der Häu­fig­keit der ab­so­lu­te Wahn­sinn“, be­fand Tu­chel.

Ob die Ab­wehr in der Win­ter­pau­se ver­stärkt wird? Tu­chel hat­te das schon vor dem Augs­burg-Spiel zu­rück­ge­wie­sen mit Hin­weis auf die star­ken Um­bau­ar­bei­ten im Som­mer: „Neu­zu­gän­ge sind kein The­ma im Mo­ment. Die Din­ge schlei­fen sich müh­sam ein. Da ist es wich­tig, die­sen Pro­zess nicht schon wie­der auf­zu­bre­chen.“

Der Coach ist gu­ter Din­ge, dass die Bo­rus­sia mit der Rück­kehr der zur­zeit ver­letz­ten Pro­fis an Sta­bi­li­tät ge­winnt. Ge­lingt das nicht, könn­te die Cham­pi­ons-Le­ague-Qua­li­fi­ka­ti­on trotz al­ler Of­fen­siv­stär­ke in Ge­fahr ge­ra­ten. „Wir sind ein­fach nur ent­täuscht, die Hin­run­de nicht mit drei Punk­ten be­en­den zu kön­nen. Wir ha­ben ei­ne durch­wach­se­ne Hin­run­de ge­spielt“, sag­te Ka­pi­tän Mar­cel Schmel­zer.

Es passt ins Bild, dass die Bo­rus­sia er­neut deut­lich mehr Tor­schüs­se (23:8) als der Geg­ner ab­gab und mehr Spiel­an­tei­le (68 Pro­zent) hat­te, aber den­noch Punk­te ver­schenk­te. „So ist es, wie lei­der zu oft in die­ser Sai­son, dass wir das, was wir uns vor­ge­nom­men ha­ben, nicht über die kom­plet­te Spiel­zeit auf den Platz brin­gen konn­ten. Wir wer­den re­gel­mä­ßig da­für be­straft“, sag­te Tu­chel. Trot­zig füg­te er an: „Wir wer­den nicht lo­cker las­sen, dar­an zu ar­bei­ten.“

Stell­ver­tre­tend für die Ab­wehr­schwä­che steht Marc Bar­tra. Der mit gro­ßen Er­war­tun­gen für acht Mil­lio­nen Eu­ro vom FC Bar­ce­lo­na ver­pflich­te­te spa­ni­sche Na­tio­nal­spie­ler er­wies sich ge­gen Augs­burg aber­mals als Un­si­cher­heits­fak­tor. In der Halb­zeit zog Tu­chel die Kon­se­quen­zen und wech­sel­te den als Hum­mels-Nach­fol­ger vor­ge­se­he­nen In­nen­ver­tei­di­ger aus. Gleich­wohl nahm er ihn in Schutz: „Die­se In­ten­si­tät des Trai­nings und des Spiels in der Bun­des­li­ga ist er nicht ge­wöhnt. Es kom­men sprach­li­che Pro­ble­me da­zu, aber das ist ei­ne ganz nor­ma­le Ein­ge­wöh­nungs­zeit.“

FO­TO: DPA

Bei Bo­rus­sia Dort­mund lief zu­letzt ei­ni­ges sehr zäh ab – et­wa bei Ma­rio Göt­ze, hier im Zwei­kampf mit dem Augs­bur­ger Do­mi­nik Kohr.

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