Der klei­ne Thea­ter­ver­ste­her

Zu­schau­en ler­nen mit C. Bernd Su­cher

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - LITERATUR -

All das, „was auf, vor und hin­ter der Büh­ne ge­schieht“, will „Der klei­ne Thea­ter­ver­ste­her“ver­mit­teln, wenn auch aus an­de­rer Per­spek­ti­ve. C. Bernd Su­cher, einst Re­dak­teur der Ul­mer Aus­ga­be der „Schwä­bi­schen Zei­tung“, dann Thea­ter­kri­ti­ker der „Süd­deut­schen Zei­tung“, un­ter­rich­tet seit fast 20 Jah­ren an der Film­hoch­schu­le und an der Thea­ter­aka­de­mie in Mün­chen.

Der poin­tiert schrei­ben­de Kri­ti­ker ist zum ab­ge­klär­ten Ana­ly­ti­ker ge­wor­den: „Ich möch­te thea­tra­le Wahr­neh­mung leh­ren.“Sein neu­es Buch be­schreibt den Zu­schau­er als „Mit­schöp­fer“des Thea­ter­er­le­bens. Je mehr er von den „kom­ple­xen Pro­zes­sen“ei­ner Ins­ze­nie­rung be­greift, je bes­ser vor­be­rei­tet er ist, je ge­nau­er er hin­sieht, je kri­ti­scher er zu sei­nen ei­ge­nen Er­fah­run­gen und Er­war­tun­gen steht, des­to dif­fe­ren­zier­ter kann sein „äs­the­ti­sches Ur­teil“aus­fal­len.

Die aus­ge­brei­te­ten Thea­ter­er­fah­run­gen wir­ken auch bei Su­cher pa­cken­der als das theo­re­ti­sche Be­mü­hen („Wie man poe­ti­schen Geist er­langt“). Ein so­zi­al­kri­ti­scher Im­puls steht hier nicht wie bei Chris­toph Nix im Vor­der­grund. Schon frü­he­re Pu­bli­ka­tio­nen ha­ben Thea­ter und Li­te­ra­tur als Objekte von „Su­chers Lei­den­schaf­ten“aus­ge­wie­sen, die er Le­sern, Fern­seh­zu­schau­ern in Bay­ern und Kreuz­fah­rern in fer­nen pa­zi­fi­schen Ar­chi­pel­agen ver­mit­telt.

Jüngst hat Su­cher wei­te­re Lei­den­schaf­ten er­ken­nen las­sen. Bei der Pre­mie­re von „Iwa­now“im Re­si­denz­thea­ter Mün­chen ließ er den klei­nen Thea­ter­ver­ste­her da­heim und gab den em­pör­ten Zwi­schen­ru­fer. Und beim „Zeit“-In­ter­view ge­währ­te er gar Ein­blick in die Kri­ti­ker­see­le: Es sei in­ter­es­san­ter, be­kann­te er, Ute Lem­per zu sein, als Thea­ter­kri­ti­ker der Schwä­bi­schen Zei­tung. (man) C. Bernd Su­cher: Wie es euch ge­fällt. Der klei­ne Thea­ter­ver­ste­her, Beck Ver­lag, 272 Sei­ten, 16,95 Eu­ro.

FOTO: T. DASHUBER

C. Bernd Su­cher

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