In­diz für man­geln­de Ver­ant­wor­tung?

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MEINUNG & DIALOG -

Zum Ar­ti­kel „Sor­gen­fal­ten beim The­ma Eu­ro­pa“(20.12.): Wil­ly Brandt präg­te ein­mal den Satz: „Nun wächst zu­sam­men, was zu­sam­men­ge­hört.“Eu­ro­pa bil­det bis­lang nur ei­ne geo­gra­fi­sche Ein­heit. Für ein Zu­sam­men­wach­sen zu ei­ner Uni­on sind die so­zio­kul­tu­rel­len und öko­no­mi­schen Un­ter­schie­de zwi­schen den ein­zel­nen Staa­ten noch viel zu groß. Dies zu igno­rie­ren schafft nur Un­frie­den und stärkt die rech­ten Rän­der! Ei­ne eu­ro­päi­sche Iden­ti­tät kann nur wach­sen, wenn sich al­le Mit­glied­staa­ten selbst sub­si­di­är in die Pflicht neh­men. Ei­nen eu­ro­päi­schen Fi­nanz­mi­nis­ter zu in­stal­lie­ren wä­re dem­zu­fol­ge kon­tra­pro­duk­tiv, da süd­eu­ro­päi­sche Staa­ten gern über ih­re Ver­hält­nis­se le­ben. Die eu­ro­päi­schen Ei­ni­gungs­be­stre­bun­gen wur­den be­dingt durch die His­to­rie viel zu sehr for­ciert. Ent­schleu­ni­gung tut not! Be­wusst­sein kann nicht ver­ord­net wer­den!

Über die ver­meid­ba­re Gän­ge­lung durch die Kom­mis­si­on hin­aus gibt es noch im­mer sys­te­mi­sche Feh­ler: Un­ter an­de­rem die glei­che Ge­wich­tung bei Ent­schei­dun­gen trotz gro­ßer Un­ter­schie­de bei den Be­völ­ke­rungs­zah­len, das Ein­stim­mig­keits­prin­zip, ein macht­lo­ses EU-Par­la­ment als teu­rer De­bat­tier­club. Be­schä­mend fin­de ich au­ßer­dem, dass es un­mög­lich scheint, die Flücht­lings­strö­me ge­recht zu ver­tei­len. Ein In­diz für man­geln­de eu­ro­päi­sche Ver­ant­wor­tung? Man­fred Spe­gel, Tett­nang Un­mensch­lich und un­lo­gisch Zum Ar­ti­kel „In­nen­mi­nis­ter hält an Ab­schie­bung fest“(16.12.): Um das Pro­blem der Asyl­be­wer­ber in den Griff zu be­kom­men, sind Ab­schie­bun­gen im ge­setz­li­chen Rah­men rich­tig und not­wen­dig. Doch es müss­te Aus­nah­me­re­ge­lun­gen ge­ben. Im­mer wie­der hört man von Ein­zel­per­so­nen oder Fa­mi­li­en, wel­che schon meh­re­re Jah­re in Deutsch­land le­ben, ge­dul­det wa­ren und ab­ge­scho­ben wer­den. Dies, ob­wohl sie zwi­schen­zeit­lich der deut­schen Spra­che mäch­tig sind, Ar­beit und ei­ne Woh­nung ha­ben, zur Schu­le gin­gen oder ei­ne Leh­re ge­macht ha­ben. Wir in­ves­tie­ren viel Geld für In­te­gra­ti­on. Die­ser Per­so­nen­kreis hat sich be­reits in­te­griert und wird trotz­dem ab­ge­scho­ben. Die­se Fäl­le sind ex­trem un­mensch­lich, wirt­schaft­lich un­lo­gisch, und ei­ne ge­setz­li­che, hu­ma­ne­re Re­ge­lung soll­te hier An­wen­dung fin­den. Hu­bert Ei­sen, Tutt­lin­gen Kon­se­quen­zen für al­le Mu­se­en Zum Ar­ti­kel „Krim-Schatz ge­hört in die Ukrai­ne“(15.12.): Die un­schätz­bar wert­vol­len und 2000 Jah­re al­ten Kunst­schät­ze wur­den von den vier Krim-Mu­se­en an das Archäo­lo­gie-Mu­se­um in Ams­ter­dam ver­lie­hen, seit­dem sind in den Räu­men der Krim-Mu­se­en le­dig­lich noch Fo­tos zu se­hen. Soll­te auch die Be­ru­fungs­ent­schei­dung zu dem mög­li­chen Fehl­schluss kom­men, dass der Gold­schatz nach Kiew aus­zu­lie­fern sei, wird ver­mut­lich kein Mu­se­um der Welt künf­tig sei­ne Schät­ze an­de­ren Mu­se­en aus­lei­hen, wenn die Ge­fahr be­steht, die­se dann durch Ge­richts­be­schlüs­se dau­er­haft zu ver­lie­ren. Dietrich Mö­ckel, Bad Wurzach Ker­ber fehlt auf dem Fo­to Zum Ar­ti­kel „Ham­bü­chen siegt – wie Ker­ber und die Beach­vol­ley­bal­le­rin­nen“(19.12.): Na­tür­lich ha­be ich mich als al­ter Tur­ner über die Wahl von Fabian Ham­bü­chen zum Sport­ler des Jah­res 2016 ge­freut. Im In­nern frag­te ich mich aber schon, ob auf dem Bild ne­ben ihm nicht die Ten­nis­queen und Sport­le­rin des Jah­res An­ge­li­que Ker­ber statt Fa­bi­ans Freun­din Platz ge­habt hät­te (Fabian 3695, An­ge­li­que 4664 Stim­men). Hans Mar­tin, Kress­bronn Lie­be Le­se­rin­nen, lie­be Le­ser, wir freu­en uns über Ih­re Brie­fe. Bit­te ha­ben Sie aber Ver­ständ­nis da­für, dass wir für die Ver­öf­fent­li­chung ei­ne Aus­wahl tref­fen und uns auch Kür­zun­gen vor­be­hal­ten müs­sen. Le­ser­zu­schrif­ten stel­len kei­ne re­dak­tio­nel­len Bei­trä­ge dar. An­ony­me Zu­schrif­ten kön­nen wir nicht ver­öf­fent­li­chen. Schwä­bi­sche Zei­tung Karl­stra­ße 16 88212 Ravensburg Fax-Nr. 0751 / 295599-1499 Le­ser­brie­fe@schwa­ebi­sche­zei­tung.de

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