Bun­des­ge­richts­hof weist Mil­li­ar­den­kla­ge ge­gen Por­sche ab

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT -

KARLSRUHE/STUTT­GART (dpa) Die Por­sche Hol­ding hat in dem Rechts­streit we­gen der Jah­re zu­rück­lie­gen­den Über­nah­me­schlacht um Volks­wa­gen ei­nen Etap­pen­sieg er­run­gen. Der Bun­des­ge­richts­hof ha­be die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de von Hed­ge­fonds ge­gen ein Ur­teil des Ober­lan­des­ge­richts Stutt­gart aus dem Jahr 2015 ab­ge­wie­sen, teil­te die Por­sche SE (PSE) am Frei­tag mit. Die Klä­ger hat­ten Scha­den­er­satz von 1,2 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­for­dert (KZR 73/15). Mit der Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs ist die­se Kla­ge nun rechts­kräf­tig vom Tisch.

Aus­ge­stan­den sind die Rechts­strei­tig­kei­ten um die ge­platz­te VW-Über­nah­me da­mit nicht. Vor dem Ober­lan­des­ge­richt Cel­le star­tet 2017 ein Mus­ter­ver­fah­ren (Az.: 13 Kap 1/16). Bei ei­nem sol­chen Pro­zess wird ein Klä­ger als Mus­ter-

Ita­lie­ni­sche Re­gie­rung bil­ligt Ret­tungs­pa­ket

ROM (AFP) - An­ge­sichts der Ban­ken­kri­se in Ita­li­en hat die Re­gie­rung in Rom ein Ret­tungs­pa­ket im Um­fang von bis zu 20 Mil­li­ar­den Eu­ro be­schlos­sen. Mi­nis­ter­prä­si­dent Pao­lo Gen­ti­lo­ni gab in der Nacht zum Frei­tag be­kannt, sein Ka­bi­nett ha­be das De­kret für den Ret­tungs­plan ver­ab­schie­det. Das Mil­li­ar­den-Pa­ket soll die Ban­ken vor dem Zu­sam­men­bruch be­wah­ren und den Spa­rern ih­re Gut­ha­ben ga­ran­tie­ren. Die ita­lie­ni­schen Ban­ken sit­zen auf fau­len Kre­di­ten von 360 Mil­li­ar­den Eu­ro. Akut ge­fähr­det ist die Ban­ca Mon­te dei Pa­schi di Sie­na (BMPS), das dritt­größ­te In­sti­tut des Lan­des. Brüs­sel zeigt sich of­fen für die Ret­tungs­ver­su­che der ita­lie­ni­schen Re­gie­rung. „Wir sind in stän­di­gen und kon­struk­ti­ven Ge­sprä­chen mit den ita­lie­ni­schen Be­hör­den ge­we­sen“, so ein Spre­cher.

VW ver­gleicht sich mit Pri­vat­klä­gern

SAN FRANCISCO (AFP) - Im Skan­dal um ma­ni­pu­lier­te Ab­gas­wer­te hat Volks­wa­gen in den USA ei­nen wei­te­ren Ver­gleich mit Pri­vat­klä­gern aus­ge­han­delt. Dies be­trifft Fah­rer von Die­sel­fahr­zeu­gen mit Drei-Li­ter-Mo­to­ren, wie das Un­ter­neh­men mit­teil­te. Am Di­ens­tag hat­te sich Volks­wa­gen zu­nächst mit den US-Be­hör­den auf das Ent­schä­di­gungs­pro­gramm für die rund 83 000 Au­tos mit Drei-Li­ter-Mo­to­ren ge­ei­nigt. Es kos­tet den Kon­zern ver­mut­lich rund ei­ne Mil­li­ar­de Dol­lar (957 Mil­lio­nen Eu­ro) – zu­sätz­lich zu der aus­ge­han­del­ten Zah­lung von knapp 15 Mil­li­ar­den Dol­lar für Zwei-Li­ter-Fahr­zeu­ge.

Fern­bus­se: Do­brindt rech­net mit hö­he­ren Fahr­prei­sen

BER­LIN (dpa) - Nach meh­re­ren Über­nah­men auf dem deut­schen Fern­bus­markt dürf­ten die Ti­ckets aus Sicht von Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alexander Do­brindt teu­rer wer­den. „Die Prei­se bei den Fern­bus­sen wer­den in ei­nen rea­lis­ti­sche­ren Be­reich kom­men“, sag­te der CSU-Po­li­ti­ker. Der­zeit sei das An­ge­bot in wei­ten Tei­len nicht kos­ten­de­ckend, was lang­fris­tig nicht auf­recht­er­hal­ten wer­den kön­ne. „Ab­ge­se­hen da­von, hal­te ich es für sach­ge­recht, dass die ech­ten Kos­ten sich auch in den Fahr­prei­sen wi­der­spie­geln.“ klä­ger aus­ge­wählt. An dem Ur­teil kön­nen sich die Rich­ter für an­de­re Kla­gen dann ori­en­tie­ren.

Hin­ter­grund ist die Über­nah­me­schlacht zwi­schen der eins­ti­gen Por­sche-Mut­ter PSE und Volks­wa­gen vor acht Jah­ren. Die PSE hat­te ih­re An­tei­le an VW schritt­wei­se auf­ge­stockt und ver­sucht, den grö­ße­ren Kon­zern zu schlu­cken. Am En­de hielt die PSE zwar die Mehr­heit an VW, muss­te aber we­gen ho­her Schul­den ih­re Sport­wa­gen­mar­ke an VW ab­ge­ben.

We­gen der hef­ti­gen Kur­stur­bu­len­zen in die­ser Zeit ver­lo­ren ei­ni­ge An­le­ger viel Geld. Sie se­hen sich fehl­in­for­miert. Die Por­sche SE hält die Kla­gen für un­be­grün­det. Das Land­ge­richt Stutt­gart hat­te im Früh­jahr die Ex-Por­sche-Vor­stän­de Wen­de­lin Wie­de­king und Hol­ger Här­ter im Pro­zess um Markt­ma­ni­pu­la­ti­on frei­ge­spro­chen.

VW baut 1500 Stel­len in Nutz­fahr­zeug­werk ab

HAN­NO­VER (dpa) - Volks­wa­gen baut im Rah­men des groß an­ge­leg­ten Stel­len­ab­baus auch 1500 Jobs in der Nutz­fahr­zeug­spar­te ab. Bis 2021 sol­len im Werk in Han­no­ver 950 Stel­len in der Ver­wal­tung und 550 in der Pro­duk­ti­on weg­fal­len, wie ein Un­ter­neh­mens­spre­cher am Frei­tag sag­te. Be­triebs­rat und Un­ter­neh­mens­spit­ze hat­ten sich im No­vem­ber auf ei­nen so­ge­nann­ten Zu­kunfts­pakt ge­ei­nigt, dem­zu­fol­ge bis 2025 al­lein in Deutsch­land bis zu 23 000 Stel­len weg­fal­len sol­len.

Weih­nach­ten kei­ne Streiks bei Bri­tish Air­ways

LONDON (dpa) - Bei der Flug­ge­sell­schaft Bri­tish Air­ways wird das Ka­bi­nen­per­so­nal nun doch nicht über Weih­nach­ten strei­ken. Das Un­ter­neh­men ha­be ein neu­es An­ge­bot vor­ge­legt, über das ab­ge­stimmt wer­den sol­le, be­rich­te­te die Ge­werk­schaft Uni­te in London. Der ge­plan­te Streik sei des­we­gen vor­erst aus­ge­setzt.

Ge­samt­me­tall will weg vom Acht­stun­den­tag

BER­LIN (dpa) - Der Ar­beit­ge­ber­ver­band Ge­samt­me­tall will weg vom fes­ten Acht­stun­den­tag für Ar­beit­neh­mer. „Wir müs­sen das fle­xi­bi­li­sie­ren. Der Acht­stun­den­tag kann nicht mehr so starr sein wie bis­her“, sag­te Ver­bands­prä­si­dent Rai­ner Dul­ger. Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les (SPD) hat­te En­de No­vem­ber Plä­ne zur Lo­cke­rung bei den Ar­beits­zeit-Vor­schrif­ten vor­ge­legt. In ei­ner zwei­jäh­ri­gen Pro­be­pha­se will sie Ar­beit­ge­bern und Ge­werk­schaf­ten mehr Fle­xi­bi­li­tät ge­stat­ten. Nach An­sicht Dul­gers könn­te ein neu­es Ge­setz ei­ne ta­rif­li­che Öff­nungs­klau­sel ent­hal­ten, die ei­ne Gren­ze bei der Wo­chen­ar­beits­zeit vor­sieht, aber län­ge­re Ar­beits­ta­ge zu­lässt.

Tür­kei: 44 Pro­zent Mi­nus bei Aus­lands­in­ves­ti­tio­nen

ISTAN­BUL (dpa) - Die Tür­kei hat in den ers­ten zehn Mo­na­ten des Jah­res 44 Pro­zent we­ni­ger aus­län­di­sche Di­rekt­in­ves­ti­tio­nen ver­zeich­net. Bis ein­schließ­lich Ok­to­ber flos­sen 8,62 Mil­li­ar­den Dol­lar in die Tür­kei, wie die staat­li­che Nach­rich­ten­agen­tur Ana­do­lu am Frei­tag un­ter Be­ru­fung auf das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um mel­de­te.

FO­TO: DPA

Trotz des Etap­pen­siegs sind die Rechts­strei­tig­kei­ten um die ge­platz­te VW-Über­nah­me noch nicht aus­ge­stan­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.