Rück­gang der Ar­beits­lo­sen­zahl trotz Flücht­lin­gen

15 000 Flücht­lin­ge fan­den 2016 im Süd­wes­ten ei­nen Job – Auch die Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen ging zu­rück

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT -

STUTT­GART lsw) - Die Flücht­lings­kri­se dürf­te sich deut­lich we­ni­ger stark auf die Ar­beits­lo­sen­zah­len aus­wir­ken als bis­lang an­ge­nom­men. „Im Mo­ment rech­nen wir 2017 mit 1000 Ar­beits­lo­sen we­ni­ger“, sag­te der Chef der Re­gio­nal­di­rek­ti­on der Bun­des­agen­tur für Ar­beit, Chris­ti­an Rauch in Stutt­gart. Grund da­für ist die gu­te wirt­schaft­li­che La­ge im Land. Der­zeit rech­ne die Re­gio­nal­di­rek­ti­on für das kom­men­de Jahr mit 80 000 zu­sätz­li­chen Jobs. „Wir ver­tei­len ei­nen grö­ße­ren Ku­chen.“

2016 er­war­tet die Ar­beits­agen­tur durch­schnitt­lich 226 700 Ar­beits­lo­se im Süd­wes­ten, 2017 wä­ren es nach der Pro­gno­se 225 600. „Wir sind mit der In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in die­sem Jahr schnel­ler vor­an­ge­kom­men als er­war­tet“, sag­te Rauch. „Laut Hoch­rech­nung ha­ben wir der­zeit 15 000 Flücht­lin­ge in Be­schäf­ti­gung. Das hät­te im ver­gan­ge­nen Jahr kei­ner ge­dacht.“ Vor al­lem Klei­ne stel­len ein 2017 kom­men nach der Er­war­tung von Rauch wei­te­re 30 000 bis 35 000 Men­schen aus Sprach- oder In­te­gra­ti­ons­kur­sen. Sie kön­nen in den Ar­beits­markt in­te­griert wer­den. „Ich hät­te den Ehr­geiz, ei­ne Ver­mitt­lungs­quo­te von 30 Pro­zent zu schaf­fen“, sag­te Rauch. „Schon in die­sem Jahr ha­ben wir 16 bis 17 Pro­zent ge­schafft.“Der größ­te Teil der Flücht­lin­ge, so Rauch, wer­de in der Gas­tro­no­mie be­schäf­tigt, ge­folgt von Pro­duk­ti­on, Bau und dem Be­reich La­ger und Lo­gis­tik. Das spre­che da­für, dass vor al­lem klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men ein­stel­len. „Die gro­ßen Kon­zer­ne sind kaum auf dem Pri­mär­ar­beits­markt un­ter­wegs, weil sie häu­fig an­de­re Re­kru­tie­rungs­we­ge, zum Bei­spiel Zeit­ar­beits­fir­men, nut­zen“, er­klär­te Rauch. Hoch­rech­nun­gen zu­fol­ge ha­ben in die­sem Jahr min­des­tens 15 000 Flücht­lin­ge im Süd­wes­ten ei­nen Job ge­fun­den. Noch nicht gut ge­nug er­reicht wor­den sei­en die Frau­en.

Da­bei ha­be sich der Ar­beits­markt ins­ge­samt ro­bust ge­zeigt. „Par­al­lel zu der gan­zen Ent­wick­lung ist die Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen um 5000 zu­rück­ge­gan­gen“, so Rauch. „Wir ha­ben al­so an­de­ren Men­schen nichts weg­ge­nom­men.“

FO­TO: DPA

Op­ti­mis­tisch: Chris­ti­an Rauch, Lei­ter der Re­gio­nal­di­rek­ti­on Ba­denWürt­tem­berg.

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