En­de mit Schre­cken

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT - Von Andre­as Knoch

Die Deut­sche Bank hat ih­ren Ak­tio­nä­ren kurz vor Weih­nach­ten ein be­son­de­res Ge­schenk un­ter den Christ­baum ge­legt: ei­nen 6,9 Mil­li­ar­den Eu­ro schwe­ren Ver­gleich mit dem ame­ri­ka­ni­schen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um über krum­me Hy­po­the­ken­ge­schäf­te. Nun sind gut sie­ben Mil­li­ar­den US-Dol­lar für ein In­sti­tut wie die Deut­sche Bank in ih­rer au­gen­blick­li­chen La­ge kein Pap­pen­stiel. Doch ver­gli­chen mit der ur­sprüng­lich an­ge­droh­ten Stra­fe von 14 Mil­li­ar­den US-Dol­lar eben doch nur noch halb so viel.

Zwar ist der Ver­gleich noch nicht in tro­cke­nen Tü­chern. Ei­ne Ga­ran­tie, dass er zum Ab­schluss kommt, gibt es noch nicht. Dass ein aus­ge­han­del­ter und ver­kün­de­ter Ver­gleich am En­de aber an For­ma­li­en schei­tert, ist un­wahr­schein­lich. Zu­dem dürf­te die Re­gie­rung von Ba­rack Oba­ma, die den De­al aus­ge­han­delt hat, an ei­nem Ab­schluss noch vor dem Amts­an­tritt des neu­en Prä­si­den­ten Do­nald Trump im Ja­nu­ar in­ter­es­siert sein.

Das kommt auch der Deut­schen Bank ge­le­gen. Sie räumt da­mit nicht nur den dicks­ten Bro­cken ih­rer et­wa 8000 aus­ste­hen­den Rechts­strei­tig­kei­ten aus dem Weg, son­dern schafft da­mit vor al­lem auch Klar­heit für In­ves­to­ren und Kun­den. In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten mach­ten im­mer wie­der Ge­rüch­te über ei­ne mög­li­che Ka­pi­tal­er­hö­hung oder so­gar ei­ne Teil­ver­staat­li­chung die Run­de. Bei­de Sze­na­ri­en sind mit dem Ver­gleich vom Tisch. Für die an­ge­schla­ge­ne Bank birgt das die Chan­ce, sich end­lich wie­der mehr auf ihr Kern­ge­schäft kon­zen­trie­ren zu kön­nen. a.knoch@schwa­ebi­sche.de In den ver­gan­ge­nen Jah­ren kos­te­ten Stra­fen Deutsch­lands größ­tes Geld­haus mehr als zwölf Mil­li­ar­den Eu­ro – et­wa we­gen der Be­tei­li­gung an Zins­ma­ni­pu­la­tio­nen (Li­bor), um­strit­te­nen Hy­po­the­ken­ge­schäf­ten und Ver­stö­ßen ge­gen Han­dels­sank­tio­nen. Vor­stands­chef John Cryan hat­te der ju­ris­ti­schen Au­f­ar­bei­tung höchs­te Prio­ri­tät ein­ge­räumt und ver­spro­chen, die wich­tigs­ten Rechts­fäl­le noch die­ses Jahr bei­zu­le­gen. Of­fen ist nun noch ei­ne mög­li­che Stra­fe we­gen des Ver­dachts auf Sank­ti­ons­ver­stö­ße und Geld­wä­sche bei Ge­schäf­ten in Russ­land.

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