„Ent­wick­lungs­po­li­tik ist lang­fris­ti­ge Frie­dens­si­che­rung“

Vor­sit­zen­der Al­fons Sie­gel spricht über die Zie­le des Bi­be­r­a­cher Ar­beits­krei­ses Ent­wick­lungs­po­li­tik

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - OBERSCHWABEN UND DONAU -

BIBERACH - Vor 43 Jah­ren hat Al­fons Sie­gel den Ar­beits­kreis Ent­wick­lungs­po­li­tik (AKE) Biberach ge­mein­sam mit Karl Ha­gel ge­grün­det. Ziel des Ver­eins ist es, zur bes­se­ren In­for­ma­ti­on über Ent­wick­lungs­län­der bei­zu­tra­gen. Die Be­kämp­fung von Flucht­ur­sa­chen ge­hört eben­so zur Ar­beit des Ver­eins. Des­halb ist der AKE ei­ner der Spen­den­emp­fän­ger der SZ-Weih­nachts­ak­ti­on „Hel­fen bringt Freu­de“. SZ-Re­dak­teu­rin Tan­ja Bosch hat mit Al­fons Sie­gel ge­spro­chen. Herr Sie­gel, wel­che Zie­le ver­folgt der AKE Biberach? Schon seit der Grün­dung 1973 ha­ben wir die­sel­be Ziel­set­zung. Es sind vier Schwer­punk­te: Wir wol­len die Men­schen über die Drit­te Welt auf­klä­ren und über das Ver­hält­nis zwi­schen Arm und Reich. Es geht dar­um, mög­lichst dif­fe­ren­zier­te In­for­ma­tio­nen zu sam­meln, zu ver­ar­bei­ten und schließ­lich wei­ter­zu­ge­ben. Da­bei spielt die Öf­fent­lich­keits­ar­beit ei­ne ent­schei­den­de Rol­le. Wir wol­len aber auch in der Po­li­tik und in den Par­tei­en auf un­se­re An­lie­gen auf­merk­sam ma­chen. Wir ver­fol­gen die Ent­wick­lungs­po­li­tik vom Bund und hin­ter­fra­gen sie auch mal kri­tisch. Zu­sätz­lich pfle­gen wir kon­kre­te Pro­jekt­part­ner­schaf­ten und spen­den für Men­schen in Not­si­tua­tio­nen. Wel­ches Pro­jekt un­ter­stützt der Ver­ein ak­tu­ell? Seit knapp zehn Jah­ren un­ter­stüt­zen wir das Pro­jekt Espi­nar un­ter der Re­gie des Hilfs­werks Mi­se­re­or. Da­bei geht es um die För­de­rung um­welt­ge­rech­ter Land­wirt­schaft in Pe­ru. Für Klein­bau­ern wur­de ein länd­li­ches Aus­bil­dungs­zen­trum ein­ge­rich­tet, durch das sie ih­re Kennt­nis­se und Fä­hig­kei­ten ver­bes­sern kön­nen. Es geht auch dar­um, ei­ne Ab­wan­de­rung in die Groß­städ­te zu ver­hin­dern. Das ge­lingt nur, wenn die Men­schen auf dem Land es schaf­fen, sich selbst zu ver­sor­gen. War­um set­zen Sie sich seit Jahr­zehn­ten für ei­ne wirk­sa­me­re Ent­wick­lungs­po­li­tik ein und sam­meln Spen­den? Es ist für mich ein Ge­bot der Mit­mensch­lich­keit und der christ­li­chen Nächs­ten­lie­be. Als jun­ger Mensch ha­be ich zum ers­ten Mal wahr­ge­nom­men, wie groß das Elend auf der Welt ist und dass man et­was da­ge­gen tun muss, auch weil Elend und Hoff­nungs­lo­sig­keit Brut­stät­ten für Ge­walt sind. Nur Mit­leid bringt nichts. Es muss sich auch po­li­tisch ei­ni­ges än­dern. Wenn wir Tei­le un­se­rer Welt ver­elen­den las­sen, wird das frü­her oder spä­ter auf uns zu­rück­fal­len. Im lang­fris­ti­gen Ei­gen­in­ter­es­se dür­fen wir die Völ­ker nicht ih­rem Elend über­las­sen. Des­halb se­he ich die Ent­wick­lungs­po­li­tik als lang­fris­ti­ge Frie­dens­si­che­rung. Was geht Ih­nen durch den Kopf, wenn Sie zum Bei­spiel an die Flücht­lings­de­bat­te den­ken? Die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on be­sorgt mich. Flucht­ur­sa­chen be­kämp­fen, men­schen­wür­di­ges Le­ben er­mög­li­chen: Die­sen Schwer­punkt set­zen wir in die­sem Jahr mit un­se­rer Weih­nachts­spen­den­ak­ti­on. Die Spen­den kom­men der Hil­fe für Men­schen im Nord-Irak, Ei­ne-Wel­tStif­tun­gen aus der Ca­ri­tas-Stif­ter­fa­mi­lie und eh­ren­amt­li­chen Initia­ti­ven in Würt­tem­berg so­wie im Land­kreis Lin­dau zu­gu­te. Ih­re Spen­de hilft Men­schen in ih­rer Hei­mat zu blei­ben und nicht flie­hen zu müs­sen. Spen­den Sie jetzt! Die Eu­pho­rie, als die ers­ten Flücht­lin­ge an­ka­men, ist ver­flo­gen. Ich ha­be Angst, dass sie ins Ge­gen­teil um­schlägt. Aus der Will­kom­mens­kul­tur soll jetzt auf kei­nen Fall ei­ne Ab­schie­beund Ab­schot­tungs­kul­tur wer­den. Je­der soll­te ei­nen Blick über den ei­ge­nen Gar­ten­zaun hin­aus­wer­fen in die Welt. Es ist für mich kein Wi­der­spruch, sei­ne Hei­mat zu lie­ben und trotz­dem welt­of­fen zu sein. Das ist in un­se­rer heu­ti­gen glo­ba­li­sier­ten Welt mehr denn je ge­fragt. Ei­ne Spen­den­quit­tung wird auf Wunsch bzw. ab 200 Eu­ro au­to­ma­tisch er­stellt. Ge­ben Sie hier­für bit­te Ih­ren Na­men und Ih­re Adres­se an so­wie das Stichwort „ZWB“im Ver­wen­dungs­zweck. Möch­ten Sie na­ment­lich nicht auf der Dank­sei­te er­schei­nen, set­zen Sie bit­te ein X in das ers­te Feld des Ver­wen­dungs­zwecks. Spen­den­kon­to: Ca­ri­tas­ver­band der Diö­ze­se Rot­ten­burg-Stutt­gart e. V. Bank für So­zi­al­wirt­schaft Stutt­gart IBAN: DE90 6012 0500 0001 7088 00 BIC: BFSWDE33STG Stichwort: Hel­fen bringt Freu­de schwa­ebi­sche.de/ weih­nachts­spen­den­ak­ti­on

FO­TO: T. BOSCH

Die ist auf der Home­page des Land­krei­ses Sig­ma­rin­gen ein­seh­bar: Al­fons Sie­gel

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