Au­gen von Flücht­lings­kin­dern strah­len

Ca­ri­tas­ver­band lässt mit­hil­fe von Spen­dern Wün­sche wahr wer­den

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH - Von Ga­b­rie­le Lo­ges

MESSKIRCH - Die Ster­ne-Ak­ti­on des Ca­ri­tas­ver­bands Sig­ma­rin­gen ist ein vol­ler Er­folg ge­we­sen. Bei die­ser un­ge­wöhn­li­chen Ge­schenk­kam­pa­gne für Kin­der in der Re­gi­on ha­ben an­ony­me Spen­der be­dürf­ti­gen Kin­dern, die sie nicht ken­nen, ei­nen Weih­nachts­wunsch er­füllt. In Sig­ma­rin­gen konn­ten 180 Ge­schen­ke ver­teilt wer­den und in Meß­kirch 119. Mehr als die Hälf­te da­von ging in Meß­kirch an so­zi­al schwa­che Fa­mi­li­en, die rest­li­chen 55 Päck­chen er­hiel­ten Flücht­lings­kin­der. Am Tag nach der Ge­schen­küber­ga­be zeig­ten Kin­der in der Ge­mein­schafts­un­ter­kunft stolz ih­re Ge­schen­ke. Die an­de­ren Kin­der wer­den ih­re Päck­chen wohl erst an Hei­lig­abend öff­nen.

Weih­nach­ten ist ein be­son­de­res Fest. Vor al­lem für die Kin­der. Nicht al­le El­tern kön­nen ih­re Kin­der be­schen­ken. Ei­ne Idee des Ca­ri­tas­ver­bands Sig­ma­rin­gen soll­te hier wei­ter­hel­fen und war gleich ein vol­ler Er­folg. Stefanie Thiel, Re­fe­ren­tin für So­zia­le Di­ens­te und Mi­gra­ti­on, zeig­te sich über die gro­ße Be­reit­schaft der Be­völ­ke­rung, in­di­vi­du­el­le Wün­sche zu er­fül­len, sehr er­freut. Spon­so­ren, wie die Bür­ger­stif­tung Sig­ma­rin­gen, die Kreis­spar­kas­se, die Volks­bank Bad Saul­gau, die Spar­kas­se Pfullendorf-Meß­kirch, die Stadt­wer­ke Sig­ma­rin­gen, die Stadt Meß­kirch, die Fir­ma Ei­se­le Laiz so­wie ver­schie­de­ne Ak­tio­nen der Schu­len und Initia­ti­ven tru­gen zu­sätz­lich da­zu bei, je­den Wunsch, der zwi­schen 15 und 20 Eu­ro lie­gen soll­te, zu er­fül­len. Erst- und Zweit­wunsch In Sig­ma­rin­gen hat­ten Ma­nue­la Fried­rich und Nor­bert Stauß so­wie in Meß­kirch Pe­tra Wen­nin­ger und San­ja Mühl­hau­ser die Wün­sche der Kin­der mit Al­ters­an­ga­be und ei­nem Erst- und ei­nem Zweit­wunsch auf­ge­schrie­ben. So blieb die Über­ra­schung für die Schen­ken­den und die Be­schenk­ten er­hal­ten. Meist wur­de der ers­te Wunsch er­füllt, manch­mal so­gar bei­de.

Die Über­ga­be soll­te eben­falls an­onym blei­ben und wur­de für die Kin­der der Ge­mein­schafts­un­ter­kunft Meß­kirch zu ei­nem rich­tig klei­nen Fest mit al­len Be­woh­nern. Mühl­hau­ser und Wen­nin­ger wa­ren er­staunt und er­freut, wie lie­be­voll die Ge­schen­ke ver­packt wor­den wa­ren: „Manch­mal war so­gar ei­ne per­sön­li­che Kar­te da­bei oder noch et­was Ge­bas­tel­tes.“

In der Haus­auf­ga­ben­be­treu­ung hat­ten die Kin­der das Lied „In der Weih­nachts­bä­cke­rei“ein­ge­übt und tru­gen es nun bei der weih­nacht­li­chen Fei­er vor. Die Span­nung soll­te er­höht wer­den, so Wen­ni­ger: „Uns war klar, dass die Kin­der, so­bald sie ihr Ge­schenk ha­ben, kei­ne Auf­merk­sam­keit für an­de­res ha­ben.“Sie konn­ten so auch et­was von der deut­schen Tra­di­ti­on des Weih­nachts­fes­tes ver­mit­teln. Mühl­hau­ser er­gänzt: „Na­tür­lich ha­ben die Klei­nen wäh­rend des Sin­gens schon nach ih­ren Ge­schen­ken Aus­schau ge­hal­ten.“Nach dem Ver­tei­len pack­te je­des Kind sein Päck­chen gleich aus. Die sie­ben­jäh­ri­ge Ha­yam freu­te sich über ei­ne Bar­bie-Pup­pe, die zehn­jäh­ri­ge Si­mar über Schmuck, der neun­jäh­ri­ge Si­ban über ein Spi­der­manKo­s­tüm. Vie­le Jungs hat­ten sich Au­tos mit Fern­steue­rung ge­wünscht, bei den Mäd­chen wa­ren je nach Al­ter Ba­by­pup­pen oder Bar­bies ge­fragt. Die Kin­der in der Ge­mein­schafts­un­ter­kunft Meß­kirch sind Mus­li­me, dass Weih­nach­ten für deut­sche Kin­der et­was ganz Be­son­de­res ist, wer­den sie si­cher nie ver­ges­sen. Wei­te­rer Grund zum Fei­ern Wäh­rend die Kin­der ih­re Ge­schen­ke zeig­ten, gab es in der Ge­mein­schafts­un­ter­kunft nach ei­nem Te­le­fon­an­ruf ei­nen wei­te­ren Grund zu fei­ern: Der Sy­rer Mo­ham­mad, der bei der Weih­nachts­fei­er im Ni­ko­laus­kos­tüm klei­ne Ge­schen­ke ver­teilt hat­te, darf sei­ne Frau und sei­nen vier­jäh­ri­gen Sohn nach Deutsch­land ho­len. Er kann nicht mehr zu­rück und lebt seit über ei­nem Jahr in Deutsch­land. Er hat Ar­beit ge­fun­den, aber nur ei­ne ein­jäh­ri­ge Auf­ent­halts­er­laub­nis be­kom­men. Die­se wur­de nun auf drei Jah­re mit der Chan­ce auf Fa­mi­li­en­nach­zug ver­län­gert. Mühl­hau­ser freut sich: „Das ist ein rich­ti­ges Weih­nachts­ge­schenk.“

FO­TO: GA­B­RIE­LE LO­GES

Die mus­li­mi­schen Kin­der in der Ge­mein­schafts­un­ter­kunft Meß­kirch wer­den si­cher nie ver­ges­sen, dass Weih­nach­ten für deut­sche Kin­der et­was ganz Be­son­de­res ist.

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