„Si­cher, dass wir den Klas­sen­er­halt schaf­fen!“

Pful­len­dorfs Trai­ner Marco Kon­rad blickt der Rück­run­de zu­ver­sicht­lich ent­ge­gen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - REGIONALSPORT -

PFULLENDORF - Marco Kon­rad (42) hat als Chef­trai­ner des Fuß­ball-Ver­bands­li­gis­ten SC Pfullendorf mit sei­ner Mann­schaft ei­ne wech­sel­haf­te ers­te Halb­sai­son hin­ge­legt. Mit ei­ner Se­rie von vier Sie­gen in Fol­ge hat sich der ver­meint­lich si­che­re Ab­stei­ger kurz vor der Win­ter­pau­se doch noch ei­ne viel ver­spre­chen­de Aus­gangs­po­si­ti­on für die Rück­se­rie im Früh­jahr ver­schafft. Im Ge­spräch mit SZ-Re­dak­teur Oli­ver Koth­mann zieht der 42-jäh­ri­ge Coach Bi­lanz der ver­gan­ge­nen Wo­chen und Mo­na­te und wagt ei­nen Aus­blick auf 2017. Herr Kon­rad, bis zum 19. No­vem­ber sa­hen Sie und Ih­re Mann­schaft wie si­che­re Ab­stei­ger aus. Dann ge­lan­gen vier Sie­ge in Fol­ge ge­gen Linx, Wald­kirch, Rie­l­asin­gen/Ar­len und Mörsch und der An­schluss an die Nicht­ab­stiegs­plät­ze war wie­der her­ge­stellt. Kön­nen Sie die­ses klei­ne Fuß­ball­wun­der er­klä­ren? Die Jungs sind im­mer dran ge­blie­ben, be­harr­lich. Und ha­ben sich jetzt be­lohnt für ih­ren Fleiß. Sie ha­ben ja auch die gan­ze Sai­son über schon ge­zeigt, dass sie fuß­bal­le­risch in die­ser Klas­se mit­hal­ten kön­nen. Jetzt ha­ben auch die Er­geb­nis­se mal ge­stimmt und dann kam die Sa­che ins Lau­fen, das Selbst­ver­trau­en war da. Im Grun­de wa­ren die letz­ten vier Sie­ge das Spie­gel­bild des­sen, was die Spie­ler schon in den Wo­chen zu­vor im Trai­ning ge­lie­fert ha­ben. Den ei­nen Schlüs­sel­mo­ment gab es nicht? Beim ers­ten der vier Sie­ge, dem 2:1 in Linx, ha­ben wir im Trai­ner­team be­schlos­sen, den Jo­nas Vog­ler nach vor­ne zu zie­hen ins Mit­tel­feld. Das hat un­se­rem Spiel si­cher­lich gut ge­tan. Aber auch das Auf­tre­ten in Linx ins­ge­samt war sehr er­mu­ti­gend. Die Mann­schaft hat da ge­spürt, dass sie in der La­ge ist, auch ge­gen ei­ne Spit­zen­mann­schaft ei­nen Rück­stand zu dre­hen. Das Linx-Spiel war so ge­se­hen si­cher­lich ein wich­ti­ger Baustein. Und wel­che Er­klä­rung ha­ben Sie für das schlech­te Ab­schnei­den zu­vor? Hat­te das auch mit dem kurz­fris­ti­gen Trai­ner­wech­sel von Patrick Hagg zu Ih­nen zu tun? Klar, die Mann­schaft war auf Patrick ein­ge­stellt. Na­tür­lich wa­ren die Spie­ler dann von der Ent­wick­lung über­rascht, wie wir al­le. Das zu ver­ar­bei­ten hat ei­ne Wei­le ge­dau­ert. Wir, Trai­ner und Mann­schaft, muss­ten dann erst­mal die Bin­dung zu­ein­an­der fin­den. Auch das hat ein we­nig Zeit ge­braucht. Auch wenn man sich kennt und täg­lich sieht, ist es halt doch noch­mal et­was an­de­res, wenn du plötz­lich der Trai­ner bist. Ich freue mich, dass die Mann­schaft den Glau­ben an sich be­wahrt hat. Wir im Trai­ner­team ha­ben im­mer an die Jungs ge­glaubt und la­gen ja auch rich­tig, wie man jetzt in den vier Spie­len ge­se­hen hat. Ein biss­chen scha­de ist, dass wir jetzt in die Win­ter­pau­se muss­ten. Wir hät­ten na­tür­lich ger­ne noch wei­ter­ge­spielt. Aber im­mer­hin sind wir jetzt mit ei­nem rich­tig gu­ten Ge­fühl in die Weih­nachts­zeit ge­gan­gen. Es herrscht ech­te Auf­bruch­stim­mung. Ich bin si­cher, dass wir den Klas­sen­er­halt am En­de schaf­fen. Fünf Ab­stei­ger wird es am En­de ge­ben, der FC Böt­zin­gen steht seit Di­ens­tag als ers­ter Ab­stei­ger fest, hat sein Team aus wirt­schaft­li­chen Grün­den vom Spiel­be­trieb ab­ge­zo­gen. Die Punk­te des Pful­len­dor­fer 4:0-Siegs dürf­ten da­mit weg sein. Al­ler­dings hat ja le­dig­lich Sol­vay Frei­burg ge­gen Böt­zin­gen ver­lo­ren. Der Scha­den ist al­so ei­ni­ger­ma­ßen gleich ver­teilt, oder? Was in Böt­zin­gen ge­schieht ist für uns nicht zu be­ein­flus­sen. Des­halb neh­men wir es wie es kommt. Wir schau­en, dass wir uns gut vor­be­rei­ten und mit dem Schwung aus der Vor­run­de dann in die Rück­se­rie star­ten. Wenn wir un­se­re Spie­le ge­win­nen und punk­ten, er­gibt sich al­les von ganz al­lein. Wie be­wer­ten Sie den wahr­schein­li­chen Ein­stieg der Fir­ma Ex­tra Ga­mes als Haupt­spon­sor beim SCP, der ja Sum­men im sechs­stel­li­gen Be­reich ein­brin­gen soll? Ich freue mich sehr dar­über, denn das wür­de uns neue Mög­lich­kei­ten er­öff­nen. Den­noch sind erst noch Alt­las­ten ab­zu­tra­gen. Jetzt gilt es des­halb wei­ter­hin die­sen Spa­gat hin­zu­brin­gen zwi­schen sport­li­cher Wei­ter­ent­wick­lung und wirt­schaft­li­cher Kon­so­li­die­rung. Von Neu­ver­pflich­tun­gen zur Win­ter­pau­se war zu­letzt im­mer wie­der die Re­de. Wer kommt, wer geht? Es lau­fen Ge­sprä­che mit po­ten­zi­el­len Neu­zu­gän­gen. Voll­zug kann ich aber noch nicht ver­mel­den. Ro­bin Völ­kel und Andre­as Krenz­ler ha­ben um ih­re Frei­ga­be ge­be­ten. Und Patrick Saut­ter wech­selt zum FV Wal­berts­wei­ler/Ren­gets­wei­ler. Wann geht es in die Vor­be­rei­tung auf die Rück­run­de? Wir ha­ben im Lau­fe die­ser Wo­che ein Hal­len­trai­ning ab­sol­viert und spie­len nächs­te Wo­che in Pfullendorf mit zwei Teams beim All­wei­erCup mit. Trai­nings­auf­takt im Frei­en ist dann Mit­te Ja­nu­ar. Wo­bei das noch da­von ab­hängt, ob wir das ers­te Punkt­spiel beim FC Vil­lin­gen, das für den 18. Fe­bru­ar ter­mi­niert ist, ver­schie­ben kön­nen, weil das Böt­zin­gen-Spiel in der Wo­che dar­auf ja auch aus­fällt. Sie sind Va­ter von fünf Kin­dern, voll be­rufs­tä­tig als Leh­rer und trai­nie­ren den SC Pfullendorf. Wie krie­gen Sie das ei­gent­lich al­les un­ter den Hut? Ich ha­be ei­ne Fa­mi­lie, die hin­ter dem steht, was ich ma­che und der ich da­für sehr dank­bar bin. So lässt sich al­les gut or­ga­ni­sie­ren. Es ist ja auch nicht so, dass ich in je­der frei­en Mi­nu­te auf dem Sport­platz ste­he. Die Zu­sam­men­ar­beit mit den Vor­stands­kol­le­gen beim SCP klappt auch her­vor­ra­gend, wir zie­hen al­le an ei­nem Strang. Üb­ri­gens wür­den wir uns auf al­len Ebe­nen im Ver­ein noch über wei­te­re Man­power freu­en. Je­der neue Mit­strei­ter bringt Schwung in den Club. Was wün­schen Sie sich für 2017? Ich bin pri­vat rund­um zu­frie­den, ha­be al­les, was ich zu mei­nem Glück brau­che. Sport­lich hof­fe ich, dass die Mann­schaft dort wei­ter­macht, wo sie jetzt auf­ge­hört hat und sich am En­de mit dem Klas­sen­er­halt be­lohnt. An­sons­ten wün­sche ich uns al­len Ge­sund­heit und Zuf­rie­den­heit. Die nächs­ten Spie­le: Sams­tag (18.2.17), 15 Uhr: FC Neu­stadt - FC Bad Dür­rheim (14.30 Uhr), FC 08 Vil­lin­gen - SC Pfullendorf, FC Wald­kirch - Frei­bur­ger FC, SV Linx - FC Denz­lin­gen, SV Sol­vay Frei­burg - Keh­ler FV, SC Lahr - SV Sta­del­ho­fen; Sonn­tag (19.2.), 15 Uhr: 1. FC Rie­l­asin­gen-Ar­len - SV En­din­gen, FC Aug­gen - SV Kup­pen­heim.

SZ-AR­CHIV: KARL-HEINZ BODON

Un­ru­hi­ge Zei­ten auf der Bank des Fuß­ball-Ver­bands­li­gis­ten SC Pfullendorf hat­ten Chef­trai­ner Marco Kon­rad (rechts) und sein „Co.“Jo­sef Hatz­ing in der Hin­run­de. Erst kurz vor der Win­ter­pau­se zeig­te das Team so rich­tig, was in ihm steckt.

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