„Wir lie­gen ab­so­lut im Plan“

Hand­ball-Würt­tem­berg­li­gist TSV Bad Saul­gau in der Win­ter­pau­se

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - REGIONALSPORT -

BAD SAUL­GAU - Nach dem deut­li­chen 32:20-Sieg über die SG Her­brecht­in­gen/Bol­heim hat der TSV Bad Saul­gau die Vor­run­de mit 12:16 Punk­ten und Ta­bel­len­platz zehn be­en­det und ver­ab­schie­de­te sich von den Fans in die Win­ter­pau­se. Das Trai­ning lief je­doch bis 23. De­zem­ber wei­ter. Ru­he­pau­se ist nur ei­ne gu­te Wo­che von Hei­lig Abend bis Neu­jahr. Dann wird das Trai­ning wie­der auf­ge­nom­men, be­vor am Sams­tag, den 7. Ja­nu­ar um 20 Uhr die Rück­run­de mit dem Spiel in St­ein­heim be­ginnt. Die Ver­ant­wort­li­chen des TSV zie­hen nach ei­ner in al­len Be­lan­gen tur­bu­len­ten Vor­run­de Halb­zeit­bi­lanz. SZ-Mit­ar­bei­ter Tho­mas Le­hen­herr hat sich mit dem Vor­sit­zen­den der Hand­ball­ab­tei­lung Mat­thi­as Knoll, dem zwei­ten Vor­sit­zen­den Alexander Oss­wald, dem Sport­li­chen Lei­ter Kri­schan Hil­len­brand und dem neu­en Chef­trai­ner Hol­ger Beck un­ter­hal­ten. Herr Knoll, Herr Oss­wald, die TSV-Hand­bal­ler ha­ben nach ei­ner zwi­schen­zeit­li­chen sport­li­chen Tal­fahrt und der Tren­nung von Trai­ner Ni­co Bo­ta ih­re Fans in letz­ter Zeit wie­der be­geis­tert, so wie es letz­te Sai­son in der Lan­des­li­ga war. Gro­ßen An­teil heu­te hat si­cher­lich der neue Chef­coach Hol­ger Beck. Ent­spricht das Er­geb­nis der Vor­run­de ih­ren Er­war­tun­gen? Mat­thi­as Knoll: Ich bin rund­um zu­frie­den, wir lie­gen ab­so­lut im Plan. Es ist ei­ne Ge­mein­schafts­ar­beit un­se­res Trai­ner­ge­spanns Hol­ger Beck/ Fred­dy Sö­der und der Mann­schaft, die end­lich den He­bel um­ge­legt hat. An die­ser Stel­le darf ich ganz be­son­ders un­se­ren Auf­stiegs­trai­ner Ni­co Bo­ta er­wäh­nen, der eben­falls gro­ßen An­teil an un­se­rem ak­tu­el­len Er­folg hat. Alexander Oss­wald: Es war klar, dass es nicht ein­fach wird und dass wir von An­fang an um je­den Punkt kämp­fen müs­sen. Jetzt ha­ben wir zwölf Punk­te auf dem Kon­to und lie­gen ab­so­lut im Soll. Ich bin mit dem ak­tu­el­len Ta­bel­len­platz und der Art, wie die Mann­schaft die letz­ten Spie­le auf­ge­tre­ten ist, sehr zu­frie­den. Hol­ger Beck hat es ge­schafft, die Mann­schaft wie­der auf­zu­we­cken und hat ihr wie­der Selbst­ver­trau­en ge­ge­ben. So kön­nen wir zu­ver­sicht­lich in die Rück­run­de ge­hen. Was er­war­ten Sie für die Rück­run­de? Wo soll der TSV am En­de der Sai­son ste­hen? Knoll: Wir star­ten ge­gen St­ein­heim und dann spie­len wir ge­gen die „di­cken Bro­cken“Weil­stet­ten, Zi­zis­hau­sen und Win­zin­gen-Wiß­gol­din­gen. Ge­ra­de ge­gen die­se Mann­schaf­ten wer­den die Trau­ben sehr hoch hän­gen und die Ta­bel­len­si­tua­ti­on wird sich nach oben nicht ver­bes­sern. Zum Sai­son­en­de er­war­te ich ei­nen Mit­tel­feld­platz und ich bin mir si­cher, dass wir die­ses Ziel er­rei­chen wer­den. Die Mann­schaft hat das Po­ten­zi­al, sie muss es ein­fach ab­ru­fen. Oss­wald: Das Mi­ni­mal­ziel ist wei­ter­hin der Klas­sen­er­halt. Mo­men­tan ha­ben wir ei­ne gu­te Aus­gangs­si­tua­ti­on. Wie Mat­thi­as be­reits er­wähnt hat, kom­men die star­ken Geg­ner aber gleich zu Be­ginn der Rück­run­de. Hier müs­sen wir auf­pas­sen, dass wir nicht gleich wie­der zu weit in der Ta­bel­le ab­rut­schen. Wenn die Mann­schaft aber die Auf­wärts­ten­denz der letz­ten Wo­chen mit in die Rück­run­de neh­men kann, dann bin ich zu­ver­sicht­lich, dass wir am En­de so­gar auf ei­nem ein­stel­li­gen Ta­bel­len­platz ste­hen. Wie klappt die Zu­sam­men­ar­beit im neu­en Vor­stands­team? Knoll: Al­les in al­lem schät­ze ich mich sehr glück­lich mit mei­nem tol­len Team – Alexander Oss­wald ist sehr en­ga­giert und lässt mir kei­ne Ar­beit üb­rig (lacht). Der neue Fi­nanz­chef Mar­tin Fi­scher macht sei­ne Ar­beit her­vor­ra­gend, Kas­se und Fi­nan­zen stim­men. Kri­schan Hil­len­brand als Sport­li­cher Lei­ter, dem Bin­de­glied Vor­stand­schaft/Mann­schaft, leis­tet Groß­ar­ti­ges für den Ver­ein. Oss­wald: Wir sind ein gu­tes Vor­stands­team. Je­der kennt sei­ne Auf­ga­ben und es läuft sehr gut mo­men­tan. Na­tür­lich kön­nen wir vier nicht al­les al­lein ma­chen. Un­ser er­wei­ter­tes Vor­stands­team, das Ju­gend­team, so­wie un­se­re vie­len eh­ren­amt­li­chen Hel­fer ma­chen ei­nen groß­ar­ti­gen Job und sind sehr mo­ti­viert und en­ga­giert. Die Stim­mung bei den Hel­fern ist rich­tig gut und es macht Spaß, mit die­sem Team zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. Herr Hil­len­brand, las­sen wir die Vor­run­de kurz noch ein­mal Re­vue pas­sie­ren. Wie hat sich die Mann­schaft ih­rer Mei­nung nach ent­wi­ckelt? Kri­schan Hil­len­brand: An­fangs hat­ten wir ex­tre­me Pro­ble­me, uns auf das hö­he­re sport­li­che Ni­veau der Würt­tem­berg-Li­ga ein­zu­stel­len. Jetzt trai­nie­ren wir in­ten­si­ver und ho­len uns un­ter der Wo­che die nö­ti­ge Wett­kampf­här­te, um bei den Punkt­spie­len be­ste­hen zu kön­nen. Jetzt sind wir auf dem Le­vel, den wir brau­chen, um un­ser Ziel Klas­sen­er­halt er­rei­chen zu kön­nen. Herr Beck, hat die Mann­schaft ih­re Vor­ga­ben um­ge­setzt und steckt noch mehr Po­ten­zi­al im Team? Hol­ger Beck: Wer die letz­ten bei­den Heim­spie­le ver­folgt hat, der hat ge­se­hen, dass die Mann­schaft ei­nen un­be­ding­ten Sie­ges­wil­len ge­zeigt hat. Die Vor­ga­be, über 60 Mi­nu­ten Prä­senz zu zei­gen, wur­de um­ge­setzt. Mit die­sem En­ga­ge­ment und die­ser Kör­per­spra­che wird es für je­den Geg­ner schwer sein, uns in der Kron­ried­hal­le zu be­sie­gen. Die­sen Fight müs­sen wir auch in den Aus­wärts­spie­len an den Tag le­gen. Na­tür­lich steckt noch viel Po­ten­zi­al in der Mann­schaft. Wir müs­sen in der Ab­wehr­ar­beit noch bes­ser wer­den und dür­fen nicht mehr so vie­le Ge­gen­to­re zu­las­sen. Und im An­griff müs­sen wir die Wurf­qua­li­tät op­ti­mie­ren. Wie sind Sie, Herr Hil­len­brand, mit der Ar­beit des neu­en Chef­trai­ners Hol­ger Beck bis­lang zu­frie­den und wä­re das Trai­ner­ge­spann Beck/Sö­der nicht auch ei­ne Op­ti­on für die nächs­te Sai­son? Hil­len­brand: Ich bin sehr zu­frie­den mit der Ar­beit der bei­den Trai­ner. Sie ana­ly­sie­ren in­ten­siv das Spiel un­se­rer Mann­schaft aber auch das der Geg­ner und ha­ben im­mer wie­der neue tak­ti­sche Va­ri­an­ten pa­rat. Die Vor­be­rei­tung auf den Geg­ner fließt in je­der Trai­nings­ein­hei­ten mit ein und die Spie­ler wis­sen ge­nau was auf sie zu­kommt. Wich­tig ist auch, dass je­der Spie­ler kla­re Auf­ga­ben zu­ge­teilt be­kommt und bei­de be­ste­hen dar­auf, dass die Vor­ga­ben auch ein­ge­hal­ten wer­den und mög­lichst auch um­ge­setzt wer­den. Hol­ger und Fred­dy reiz­ten den Ka­der kom­plett aus, je­der be­kommt sei­ne Spiel­an­tei­le. So sind wir nicht so leicht aus­re­chen­bar. Bis jetzt setz­ten das die Spie­ler su­per um und sie zei­gen, dass sie in der Würt­tem­berg­li­ga be­ste­hen kön­nen. Fred­dy Sö­der wird nach der Sai­son auf­hö­ren. Dies stand seit Län­ge­rem fest. Hol­gers En­ga­ge­ment en­det eben­falls am En­de der Sai­son. So ist der Stand heu­te, aber wir wer­den uns noch­mal mit Hol­ger zu­sam­men­setz­ten um aus­zu­lo­ten, wie die Chan­cen für ei­ne län­ge­re Zu­sam­men­ar­beit ste­hen. Ich glau­be aber nicht, dass er wei­ter ma­chen wird. Hol­ger hat mir gleich zu Be­ginn un­se­rer Zu­sam­men­ar­beit deut­lich zu ver­ste­hen ge­ge­ben, dass wir uns auf Trai­ner­su­che be­ge­ben müs­sen und nicht hof­fen sol­len, dass er sein En­ga­ge­ment ver­län­gert. Herr Beck, könn­ten Sie sich vor­stel­len, wenn al­les passt, noch ei­ne Sai­son dran zu hän­gen oder ist das völ­lig aus­ge­schlos­sen? Beck: Das ist aus­ge­schlos­sen. Mein Be­ruf be­an­sprucht mich ziem­lich stark, so dass nicht viel Frei­zeit bleibt. Bis zum Sai­son­en­de kann ich die Dop­pel­be­las­tung noch schul­tern, das ha­be ich ver­spro­chen, um der Mann­schaft und dem Ver­ein zu hel­fen. Wenn ich vom TSV haupt­be­ruf­lich en­ga­giert wer­de, dann könn­ten wir noch­mals dar­über re­den (lacht). Aber der TSV kann sich ja kei­nen haupt­amt­li­chen Trai­ner leis­ten. Wie lau­tet ih­re Ziel­set­zung für die Rück­run­de? Beck: Die Ziel­set­zung lau­tet, den An­schluss an das Mit­tel­feld zu fin­den, at­trak­ti­ven und schnel­len Hand­ball zu spie­len und so­mit schnellst mög­lichst das Ab­stiegs­ge­spenst zu ver­trei­ben. Ei­nes ist aber klar, die Geg­ner ken­nen uns nun. Der Fri­sche­bo­nus des Auf­stei­gers ist nun auf­ge­braucht, die Geg­ner wer­den sich tak­tisch auf uns ent­spre­chend gut ein­stel­len. Das be­deu­tet für uns, noch in­ten­si­ver und kon­zen­trier­ter zu ar­bei­ten. Hil­len­brand: Ich sa­ge, dass wir ge­gen al­le Mann­schaf­ten der Li­ga au­ßer even­tu­ell zwei Teams mit­hal­ten kön­nen. Wir kön­nen ge­gen fast je­de Mann­schaft ge­win­nen, aber auch, wenn wir nicht hun­dert­pro­zen­tig kon­zen­triert zu Wer­ke ge­hen, ge­gen je­de Trup­pe ver­lie­ren. Wir wol­len jetzt so schnell wie mög­lich die 20 Punk­te an­pei­len, um uns aus dem Gröbs­ten her­aus­zu­hal­ten. Was wun­der­bar ist: Wir ha­ben es jetzt ein Stück weit selbst in der Hand, un­ser Ziel zu er­rei­chen. Als Sport­li­cher Lei­ter ha­ben Sie, Herr Hil­len­brand, um die­se Zeit na­tür­lich auch im­mer schon die nächs­te Sai­son im Blick. Gibt's in Sa­chen Per­so­nal schon was Neu­es oder Ten­den­zen? Wer bleibt, wer kommt? Hil­len­brand: Die Ka­der­pla­nung läuft. Es wird wahr­schein­lich ei­nen grö­ße­ren Um­bruch ge­ben. Was­ser­stand­mel­dun­gen ge­be ich kei­ne ab. Die Ge­sprä­che lau­fen. En­de Ja­nu­ar wis­sen wir mehr. Nur so viel: Es wird ei­ne ex­tre­me Her­aus­for­de­rung ein Team zu­sam­men­zu­stel­len, das das Ni­veau hat, Würt­tem­berg-Li­ga zu spie­len.

ARCHIVFOTOS: KARL-HEINZ BODON (3) M. DITT­MANN (1)

Chef­trai­ner Hol­ger Beck gibt beim TSV of­fen­bar die rich­ti­ge Rich­tung vor.

2. Vor­stand Alexand Oss­wald.

Sport­li­cher Lei­ter Kri­schan Hil­len­brand.

Vor­sit­zen­der Mat­thi­as Knoll.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.