Das Leid der Bett­ler

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - FERNSEHEN SAMSTAG & SONNTAG - Von Kat­ja Waiz­enegger

Tat­ort: Klin­ge­lin­ge­ling (Mo., ARD, 20.15 Uhr) - In ei­nen Weih­nachts-„Tat­ort“soll vie­les rein: ei­ne so­zia­le Kom­po­nen­te, et­was Rühr­se­lig­keit, ein paar Weih­nachts­lie­der und na­tür­lich die ob­li­ga­to­ri­schen Gags der­je­ni­gen, die das gan­ze Ge­we­se läs­tig fin­den, dann aber doch Gans und Ge­schen­ken hin­ter­her­ja­gen. Gags lie­fern die Münch­ner Kom­mis­sa­re Ba­tic (Mi­ros­lav Ne­mec) und Leit­mayr (Udo Wacht­veitl) aus­rei­chend. Und auch sonst kommt in die­sem „Tat­ort“un­ter der Re­gie des Schwei­zers Mar­kus Im­bo­den al­les vor. Zu­sam­men­pas­sen will die Mi­schung al­ler­dings nicht.

Denn die Ge­schich­te zwei­er ru­mä­ni­schen Schwes­tern, die in Mün­chen für den Chef der Bett­ler-Ma­fia (zum Fürch­ten: Flo­ri­an Pier­sic) auf der Stra­ße sit­zen und bet­teln, ist ei­ner­seits herz­zer­rei­ßend, lie­fert aber auch in­ter­es­san­te Fak­ten über die­se von Hoff­nungs­lo­sig­keit ge­trie­be­nen Men­schen. Die ei­ne, Ti­da (Mat­hil­de Bund­schuh) ist schwan­ger und er­lei­det ei­ne Früh­ge­burt. Aus Angst, der Chef könn­te ihr das Kind weg­neh­men, flieht ih­re Schwes­ter Anu­scha (Cos­mi­na Stra­t­an) mit dem Ba­by. Kurz dar­auf liegt das Kind in ei­ner Kir­che – al­ler­dings nicht in der Krip­pe, son­dern tot auf dem Bo­den vor dem Al­tar. Zu die­sem Sze­na­rio wol­len die Späß­chen von Ba­tic und Leit­mayr nicht pas­sen. Die bei­den wir­ken in ih­rem ei­ge­nen „Tat­ort“ir­gend­wie üb­rig. Se­hens­wert ist der Film den­noch, denn die bei­den Haupt­dar­stel­le­rin­nen blei­ben im Ge­dächt­nis.

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