Gög­gin­ger sind em­pört über Ab­bau im Of­fen­land

Re­gie­rungs­prä­si­di­um Tü­bin­gen ge­neh­migt im Ja­nu­ar wei­te­ren Kies­ab­bau

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - JAHRESRÜCKBLICK - Von Patrick Laabs

KRAUCHENWIES - Das Re­gie­rungs­prä­si­di­um Tü­bin­gen hat zu Be­ginn des Jah­res das auf­wän­di­ge Raum­ord­nungs­ver­fah­ren ab­ge­schlos­sen und die Er­wei­te­rung von drei Kies­ab­bau­vor­ha­ben bei Gög­gin­gen und Bit­tel­schieß ge­neh­migt – al­ler­dings mit ge­rin­ge­ren Flä­chen­um­fän­gen als von den Kies­ab­bau­fir­men ge­wünscht. Die Er­geb­nis­se wur­den am 28. Ja­nu­ar im Gög­gin­ger Lin­den­saal vor­ge­stellt.

So rich­tig zu­frie­den war da­mals nie­mand: Die Geg­ner wei­te­ren Kies­ab­baus är­ger­ten sich dar­über, dass das Re­gie­rungs­prä­si­di­um vor al­lem den Ab­bau im Of­fen­land teil­wei­se ge­neh­migt hat­te. Und der In­dus­trie­ver­band St­ei­ne und Er­den Ba­denWürt­tem­berg (ISTE) zeig­te sich „ent­setzt über den Aus­gang des Raum­ord­nungs­ver­fah­rens in Krauchenwies. Er be­klagt ins­be­son­de­re die mas­si­ve Re­du­zie­rung der Ab­bau­flä­che und sieht die Grund­sät­ze ei­ner nach­hal­ti­gen Roh­stoff­si­che­rung ver­letzt“, hieß es sei­ner­zeit in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung des Ver­bands. Ei­ne Hal­bie­rung der be­an­trag­ten Men­gen sei ei­ne ekla­tan­te Fehl­ent­schei­dung, die dra­ma­ti­sche Fol­gen ha­ben wer­de, teil­te der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des ISTE, Tho­mas Beiß­wen­ger, da­mals mit.

Der Fir­ma Ba­re­sel hat­te das Re­gie­rungs­prä­si­di­um 15 Hekt­ar ge­neh­migt (be­an­tragt wa­ren 48 Hekt­ar), der Fir­ma Nord-Mo­rä­ne 35 Hekt­ar (be­an­tragt wa­ren 48 Hekt­ar) und dem Ge­mein­schafts­vor­ha­ben der Fir­men Va­let und Ott so­wie Mar­tin Baur 39 Hekt­ar (be­an­tragt wa­ren 68 Hekt­ar). Ins­ge­samt ge­neh­mig­te die Be­hör­de, ver­tre­ten durch Ul­ri­ke Kess­ler und Ur­sel Ha­ber­mann, nicht zu­letzt 39 Hekt­ar Ab­bau im Of­fen­land.

„Von An­fang an war klar, dass der Ab­bau im Of­fen­land für uns ein ab­so­lu­tes No-Go ist“, sag­te Rai­ner Oh­macht, Vor­sit­zen­der der Initia­ti­ve Le­bens­wer­tes Gög­gin­gen, bei der Ver­samm­lung im Lin­den­saal. Oh­macht er­gänz­te: „Wir wol­len und wir wer­den es nicht her­ge­ben. Wir kämp­fen wei­ter.“Der Kampf ge­riet im Ver­lauf des Jah­res 2016 et­was in den Hin­ter­grund zu­guns­ten des Kampfs für die Nord­tras­se. Noch am Tag des Er­folgs der Nord­tras­se in Ber­lin sag­te Oh­macht: „Jetzt kön­nen wir uns wie­der dem Kies wid­men.“

FO­TO: AR­NO MÖHL

Vie­le Krau­chen­wie­ser Bür­ger be­schwe­ren sich über die Be­las­tung durch Kies und Ver­kehr – auch mit Trans­pa­ren­ten.

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