Brot­lo­se Kunst

Bil­den­de Künst­ler kön­nen oft kaum von ih­rer Ar­beit le­ben

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - KULTUR -

WORPSWEDE (dpa) – Va­ter und Mut­ter zu­cken schon mal zu­sam­men, wenn das ei­ge­ne Kind Künst­ler wer­den möch­te. Erst ein­mal ei­nen an­stän­di­gen Be­ruf zu ler­nen, lau­tet dann oft der Rat. Die Skep­sis ist nicht ganz un­be­rech­tigt. Denn die Mehr­heit der Künst­ler in Deutsch­land kommt oh­ne Zweit­job kaum über die Run­den. Vie­le der rund 130 000 Künst­ler sind da­her vor al­lem auch Le­bens­künst­ler.

„Le­dig­lich ei­ne klei­ne Min­der­heit der Künst­ler kann vom Ver­kauf ih­rer Wer­ke oder von ent­spre­chen­den Auf­trä­gen den Le­bens­un­ter­halt be­strei­ten“, sagt Eck­hard Pril­ler vom Ber­li­ner Ma­ece­na­ta In­sti­tut. Der So­zio­lo­ge und Öko­nom hat ei­ne ak­tu­el­le Um­fra­ge zur wirt­schaft­li­chen und so­zia­len La­ge bil­den­der Künst­ler aus­ge­wer­tet. Es ist die sechs­te Er­he­bung des Bun­des­ver­ban­des Bil­den­der Künst­ler (BBK) seit 1994. Das Er­geb­nis: In den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren ha­be sich „sehr we­nig ge­tan“, meint Pril­ler. „Ich hät­te ei­ne stär­ke­re po­si­ti­ve Ent­wick­lung er­war­tet.“

Wor­an liegt das? „Die Kon­kur­renz ist groß“, sagt Ma­le­rin Ga­bi Tau­send­pfund aus Os­ter­holz-Scharm­beck bei Bre­men. „Vie­le Künst­ler sind ganz vor­sich­tig mit dem, was sie gera­de ma­chen.“Auch aus Angst vor Ide­en­klau. „Es gibt zu vie­le Künst­ler, die aus­ge­bil­det wer­den. Der Markt ist ein­fach nicht da“, er­gänzt ihr Braun­schwei­ger Kol­le­ge Man­fred Fi­scher. „Der Markt ist voll bis zur Kan­te.“Vie­le Künst­ler müss­ten von an­de­ren Din­gen le­ben, er­klärt der BBK-Vor­sit­zen­de Wer­ner Schaub.

Das In­ter­net er­öff­net Künst­lern kaum neue Ab­satz­märk­te. „Fast al­le ha­ben in­zwi­schen ei­ne Home­page, aber es kommt nicht so viel rein“, sagt Schaub. Und: „Für den Ver­kauf bringt das gar nichts“, be­tont Hof­mann. „Gera­de Ma­le­rei muss man se­hen, die Ma­te­ria­li­tät spü­ren.“Schaub stellt klar: „Gu­te Kunst läuft über die Ga­le­ri­en.“

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