Ein­stim­mung auf die Sil­ves­ter­par­ty

Noch Ge­schenk­gut­schei­ne von Weih­nach­ten üb­rig? In die­se Mu­sik könnt ihr sie um­wan­deln

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SZENE - Von Ste­fan Ro­ther

FREI­BURG - Gut­schei­ne für Plat­ten­lä­den, Down­loads oder ein­fach Bar­geld stan­den an Weih­nach­ten als Ge­schen­ke hoch im Kurs. Wer die­se in Mu­sik um­wan­deln will, greift bei sei­nen Lieb­lings­in­ter­pre­ten oder Neu­ent­de­ckun­gen ger­ne gleich zu Zu­sam­men­stel­lun­gen mit den Stu­di­oo­der Live-Ver­sio­nen der größ­ten Hits. Ei­ne Aus­wahl der span­nends­ten Neu­er­schei­nun­gen: Schil­ler Best-of oder Live? Beim deut­schen Elec­tro­nic-Act Schil­ler stellt sich die Fra­ge nicht, denn der hat zum Jah­res­en­de gleich bei­des auf den Markt ge­bracht – und das in zahl­rei­chen Ver­sio­nen. Die „Li­mi­ted Su­per De­lu­xe Edi­ti­on“von „Zei­t­rei­se – Das Bes­te von Schil­ler“(Is­land/Uni­ver­sal) ist da­bei für al­te wie neue Fans in­ter­es­sant, bie­tet sie doch die be­kann­ten Ti­tel und zwei neue In­stru­men­tal­stü­cke auf zwei CDs im kon­ti­nu­ier­li­chen Mix so­wie auf DVD die Vi­de­os mit den Sing­le-Ver­sio­nen. Ei­ne drit­te CD ver­sam­melt zehn Mi­xe, die wie meist Ge­schmacks­sa­che sind. Da­ne­ben gibt es noch das Kon­zert „Zei­t­rei­se-Live“als Dop­pel-CD, DVD oder Blu-Ray – oder al­le zu­sam­men in der „Li­mi­ted Pre­mi­um Box“. Die lockt zu­dem mit „Fu­ture 2“, ei­ner Neu­ver­si­on des letz­ten Stu­dio­al­bums – und DVD oder Blu-Ray kann man dann ja wei­ter­ver­schen­ken. K.I.Z. Kei­ne hal­ben Sa­chen ma­chen K.I.Z. und bie­ten „Hur­ra die Welt geht un­ter (Live Aus Der Wuhl­hei­de)“(Ver­ti­go/Uni­ver­sal) als Dop­pel-CD und wahl­wei­se auch als Vi­deo­mit­schnitt an. Wer die letz­ten Res­te von Be­sinn­lich­keit aus den Bo­xen pus­ten will, ist bei den Ber­li­ner Hip-Hop­pern Ma­xim, Tarek, Ni­co und DJ Craft ge­nau rich­tig, denn die prä­sen­tie­ren ih­re Songs („Boom Boom Boom“) und die An­sa­gen da­zwi­schen ge­wohnt pro­vo­kant-re­spekt­los. Im Mit­tel­punkt ste­hen dem Ti­tel ent­spre­chend die Songs des letz­ten Stu­dio­al­bum. Die sind teils eher düs­ter ge­hal­ten – und trotz­dem ei­ne gu­te Ein­stim­mung auf die an­ste­hen­de Sil­ves­ter­par­ty. Wi­se Guys Deut­sche Mu­si­ker sind bei den ak­tu­el­len „Best-ofs“be­son­ders stark ver­tre­ten, al­ler­dings be­gnü­gen sich die meis­ten mit ei­nem For­mat. Drei Jah­re nach „Das Bes­te“gibt es nun „Das Bes­te Kom­plett“(Po­ly­dor/Uni­ver­sal) der Wi­se Guys. Die A-ca­pel­laBand be­fin­det sich der­zeit auf Ab­schieds­tour und ver­sam­melt nun auf ei­ner Dop­pel-CD die Hö­he­punk­te der letz­ten 25 Jah­re. Die ge­ball­te La­dung Net­tig­kei­ten um­fasst auch Songs der letz­ten Jah­re wie das wit­zi­ge „Sä­ge­werk Bad Se­ge­berg“. Ro­sen­stolz Schon län­ger auf­ge­löst ha­ben sich Ro­sen­stolz, al­ler­dings stammt die letz­te Hit-Samm­lung noch aus dem Jah­re 1998. „Das Bes­te“(Po­ly­dor/ Uni­ver­sal) ist da­her vor al­lem für Ein­stei­ger ge­eig­net, die sich mit den 20 Stü­cken ei­nen gu­ten Über­blick über die Band­brei­te des deut­schen Du­os zwi­schen tanz­ba­rem Pop und ge­fühl­vol­len Bal­la­den ver­schaf­fen kön­nen. Ein­stür­zen­de Neu­bau­ten Ei­ne ähn­li­che Ziel­grup­pe hat wohl auch die „Grea­test Hits“(Po­to­mak/ In­di­go) der Ein­stür­zen­den Neu­bau­ten im Blick. Hits im en­ge­ren Sin­ne hat­ten die Avant­gar­de-Krach­ma­cher eher kei­ne, den­noch fin­det sich hier ein gu­ter Ein­druck vor al­lem der letz­ten bei­den Jahr­zehn­te der Band­ge­schich­te. Der Tanz­flä­chen­fül­ler „Yü-Gung (Füt­ter mein Ego)“wird al­ler­dings schmerz­lich ver­misst. Queen Zum Glück kei­ne wei­te­re Best of gibt es von Queen. Statt­des­sen ver­sam­melt „On Air“(Vir­gin/Uni­ver­sal) erst­mals sämt­li­che Radio-Ses­si­ons, die die Band zwi­schen 1973 und 1977 für die BBC auf­nahm. Die Dop­pelCD funk­tio­niert gut als ei­gen­stän­di­ges Al­bum, das auch we­ni­ger be­kann­te Stü­cke wie „It’s La­te“und „My Me­lan­ch­oly Blues“in reiz­vol­len Ver­sio­nen ent­hält. Und selbst dem zu To­de ge­du­del­ten „We Will Rock You“wird hier in der „Fast Ver­si­on“ein noch här­ter ro­cken­des Ge­wand ver­passt. Die 6-CD-Ver­si­on bie­tet ein wei­te­res Al­bum mit Kon­zert­mit­schnit­ten so­wie drei CDs mit In­ter­views. Ka­te Bush Live auf CD prä­sen­tiert sich auch Ka­te Bush auf „Be­fo­re the Dawn“(Par­lo­pho­ne/War­ner) und der ein­zi­ge Kri­tik­punkt an dem groß­ar­ti­gen Al­bum ist, dass es nicht auch fürs Heim­ki­no er­scheint. Auf der ers­ten CD fin­den sich be­kann­te­re Ti­tel wie „Run­ning Up that Hill", die bei­den an­de­ren CDs bie­ten die kom­ple­xen Sui­ten von den Al­ben „Hounds of Lo­ve“und „Ae­ri­al“so­wie neue­re Stü­cke. So span­nend in­sze­niert wür­de man sich vie­le Live-Al­ben wün­schen. Dis­tur­bed Auch ge­gen eher klas­si­sche Kon­zert­mit­schnit­te ist we­nig ein­zu­wen­den, wenn sie so druck­voll da­her­kom­men wie „Live at Red Rocks“(Re­pri­se/ War­ner) von Dis­tur­bed, ob­wohl man hier eben­falls auf ei­ne DVD/Blu-Ray ver­zich­ten muss. Da­für gibt es bei den 16 Songs kei­nen ein­zi­gen Durch­hän­ger und ne­ben „Li­be­ra­te“, „In­de­struc­ti­ble“und „Ten Thou­sand Fists“ist na­tür­lich das Er­folgs­co­ver von „The Sound of Si­lence“auch da­bei.

FO­TO: UNI­VER­SAL MU­SIC

Die Wi­se Guys ha­ben zum Kar­rie­re­en­de hin auch ih­re Best-of-Samm­lung noch mal ak­tua­li­siert.

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