Ho­hen­ten­gen hat neun Mil­lio­nen auf der ho­hen Kan­te

Jah­res­rech­nung 2015 vor­ge­stellt – Fried­hofs­ge­büh­ren könn­ten künf­tig stei­gen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MENGEN/GÖGE/SCHEER - Von Chris­toph Kla­wit­ter

HO­HEN­TEN­GEN - Käm­me­rer Jo­han­nes Schnell hat im Ho­hen­ten­ge­ner Ge­mein­de­rat die Jah­res­rech­nung 2015 vor­ge­stellt. Die Ge­mein­de nahm im ver­gan­ge­nen Jahr mit rund 2,1 Mil­lio­nen Eu­ro ei­ne stol­ze Sum­me an Ge­wer­be­steu­er ein.

An­sehn­lich ist auch die Rück­la­ge von fast neun Mil­lio­nen Eu­ro. Es gibt aber auch de­fi­zi­tä­re Be­rei­che im Haus­halt, bei­spiels­wei­se das Be­stat­tungs­we­sen. Hier deu­te­te Bür­ger­meis­ter Pe­ter Rai­ner ei­ne Ge­büh­ren­er­hö­hung an.

Ins­ge­samt hat­te der Haus­halt im Jahr 2015 ein Vo­lu­men von 14,34 Mil­lio­nen Eu­ro, wo­bei 11,47 Mil­lio­nen Eu­ro auf den Ver­wal­tungs- und 2,87 Mil­lio­nen Eu­ro auf den Ver­mö­gens­haus­halt ent­fie­len. Die Zu­füh­rungs­ra­te vom Ver­wal­tungs-in den Ver­mö­gens­haus­halt – ei­ne wich­ti­ge Kenn­zahl für die fi­nan­zi­el­le Leis­tungs­kraft ei­ner Ge­mein­de – be­trug 2015 knapp 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro. „Die Zu­füh­rungs­ra­te ist na­tür­lich das Rück­grat“, mach­te Schnell auf die Wich­tig­keit die­ser Zahl auf­merk­sam.

An Ge­wer­be­steu­ern nahm die Ge­mein­de rund 2,1 Mil­lio­nen Eu­ro ein. „Die­ses Jahr sieht es so aus, dass wir gera­de die 1,8 Mil­lio­nen Eu­ro schaf­fen“, gab Schnell ei­nen Aus­blick auf die Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men im noch ak­tu­el­len Jahr. Bür­ger­meis­ter Pe­ter Rai­ner freu­te sich über die Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men: Es sei er­freu­lich, dass sich die Ein­nah­men im Be­reich zwi­schen 1,5 und zwei Mil­lio­nen Eu­ro ver­fes­tigt hät­ten. De­fi­zit steigt in vier Jah­ren auf fast das Dop­pel­te Es gibt aber auch de­fi­zi­tä­re Be­rei­che im Haus­halt, zum Bei­spiel das Be­stat­tungs­we­sen. Be­trug das De­fi­zit im Jahr 2011 noch rund 27 800 Eu­ro, stieg es über die Jah­re an auf nun rund 53 800 Eu­ro. Auch der Kos­ten­de­ckungs­grad sank im sel­ben Zei­t­raum von rund 61 auf 33 Pro­zent. „Jetzt kom­men wir nicht dar­um her­um, et­was zu tun“, sag­te Jo­han­nes Schnell. Bür­ger­meis­ter Pe­ter Rai­ner ver­deut­lich­te, was das be­deu­tet: „Wir wer­den Ih­nen im kom­men­den Jahr vor­schla­gen, die Fried­hofs­ge­büh­ren zu er­hö­hen“, sag­te er zu den Ge­mein­de­rä­ten. Ge­mein­de­rat Klaus Bur­ger (CDU) hak­te da­zu nach: Er ha­be im Ster­be­ka­len­der nach­ge­schaut, die An­zahl der Ster­be­fäl­le ha­be nicht ab­ge­nom­men, sie sei na­he­zu gleich. Jo­han­nes Schnell er­klär­te dar­auf­hin, wor­in die Pro­ble­me lie­gen wür­den: Bei­spiels­wei­se an der Struk­tur der Ge­büh­ren. „Ein Wahl­grab kos­tet bei uns im­mer noch an­ders als ein Ur­nen­grab“, sprich Ur­nen­grä­ber sind bil­li­ger. Wenn man frü­her 30 Be­stat­tun­gen ge­habt ha­be, da­von fünf Ur­nen­grä­ber, sei­en das an­de­re Ein­nah­men ge­we­sen, als wenn heu­te die Hälf­te von eben­falls 30 Be­stat­tun­gen Ur­nen­grä­ber sei­en.

Auch im Be­reich Schu­le und Kin­der­gar­ten trägt die Ge­mein­de De­fi­zi­te. Käm­me­rer Schnell zeig­te den Ge­mein­de­rä­ten auf, wie viel Geld die Ge­mein­de für Schü­ler und Kin­der­gar­ten­kin­der aus­gibt. Auch hier gibt es näm­lich ei­nen

„Jetzt kom­men wir nicht dar­um her­um, et­was zu tun“, sagt Ho­hen­ten­gens Käm­me­rer Jo­han­nes Schnell über das De­fi­zit beim Be­stat­tungs­we­sen.

Zu­schuss­be­darf. „Im­mer­hin zah­len wir pro Schü­ler 2342 Eu­ro“, sag­te er. Der Zu­schuss der Ge­mein­de pro Kin­der­gar­ten­kind be­läuft sich auf 4147 Eu­ro.

„Wir ha­ben auf der ho­hen Kan­te or­dent­lich et­was an­ge­spart“, sag­te Käm­me­rer Schnell mit Blick auf die Rück­la­ge in Hö­he von 8,9 Mil­lio­nen Eu­ro. Es ge­be im kom­men­den Jahr aber auch ei­ni­ge Groß­pro­jek­te, da wer­de ei­ni­ges ab­schmel­zen. Was ihm als Käm­me­rer rich­tig weh­tue: Noch nie sei die Ge­mein­de fi­nan­zi­ell so da­ge­stan­den, und jetzt ge­be es prak­tisch kei­ne Zin­sen mehr. „Wenn Sie ei­ne Mil­li­on Eu­ro der Bank ge­ben, be­kom­men Sie gera­de mal 100 Eu­ro. Das muss man sich mal vor­stel­len“, sag­te er zu den Rä­ten. Die Ver­schul­dung der Ge­mein­de be­lief sich En­de 2015 auf rund 1,1 Mil­lio­nen Eu­ro.

Mit dem Jah­res­ab­schluss 2015 sei man noch im Zeit­plan, be­merk­te Ge­mein­de­rat Klaus Bur­ger. Das Ziel ei­ner Ver­wal­tung sol­le aber sein, den Ab­schluss frü­her vor­zu­le­gen, be­merk­te er kri­tisch. An­sons­ten zog er ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz. „Ins­ge­samt kön­nen wir wie­der rich­tig zu­frie­den sein mit dem Ab­schluss.“Ein­stim­mig stell­te das Gre­mi­um die Jah­res­rech­nung 2015 fest.

FO­TO: CHRIS­TOPH KLA­WIT­TER

Fried­hof Ho­hen­ten­gen: Das De­fi­zit der Ge­mein­de ist ge­stie­gen. Die Ver­wal­tung will vor­schla­gen, die Ge­büh­ren zu er­hö­hen.

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