„Ge­sprä­che mit Künst­lern sind mir sehr wich­tig“

Kunst­samm­ler und Mä­zen Frie­der Bur­da über Glück, Ge­sund­heit und das Le­ben

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - KULTUR -

BA­DEN-BA­DEN - Wenn sich Frie­der Bur­da et­was gön­nen will, kauft er sich ein Bild. Das Sam­meln ist noch im­mer Lieb­lings­be­schäf­ti­gung des 80-jäh­ri­gen Mä­zens aus Ba­den-Ba­den. Al­ler­dings blickt er ver­ständ­nis­los auf den über­hitz­ten Kunst­markt: „Die der­zei­ti­gen Prei­se sind jen­seits von Gut und Bö­se.“Auf Dau­er kön­ne das nicht gut ge­hen, warnt er im In­ter­view mit Su­san­ne Kup­ke von der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Sie sind in die­sem Jahr 80 ge­wor­den – was be­deu­tet das für Sie? Ich ha­be ein in­ter­es­san­tes Le­ben hin­ter mir und viel Glück ge­habt. Ich bin durch und durch zu­frie­den. Aber na­tür­lich, auch ich mer­ke, dass das Al­ter sei­nen Tri­but for­dert. Was war die wich­tigs­te Zeit in Ih­rem Le­ben? Schwie­ri­ge Fra­ge. Viel­leicht mei­ne Is­ra­el-Rei­sen in den 1980er-Jah­ren, un­ter an­de­rem mit Ger­hard Rich­ter. Das hat mein Welt­bild ver­än­dert. War­um? Wie die Is­rae­lis es schaff­ten, ei­nen Staat neu auf­zu­bau­en nach dem Mord an sechs Mil­lio­nen Ju­den durch die Na­zis – das hat mich sehr be­ein­druckt. Und ich ha­be be­grif­fen: Es ist wich­tig, dass die­se Ge­schich­te auf­ge­ar­bei­tet wird. Was ist das Bes­te, das Sie ge­macht ha­ben? Die Hei­rat mit El­ke. Sie ist mei­ne größ­te Stüt­ze und teilt mit mir die Be­geis­te­rung für Kunst. Sie hat vier Kin­der in die Ehe ge­bracht. Ei­ni­ge Freun­de ha­ben mich vor die­ser Her­aus­for­de­rung ge­warnt. Aber es ist wun­der­bar ge­wor­den. Ich ha­be ei­ne Fa­mi­lie da­zu be­kom­men. Sie ha­ben Ih­rer Hei­mat­stadt ein Mu­se­um ge­schenkt, wa­ren Stif­ter im Fest­spiel­haus und ha­ben mit bei­dem vie­le Men­schen glück­lich ge­macht – was macht Sie glück­lich? Be­geg­nun­gen mit Künst­lern, die zu mei­nen Freun­den ge­wor­den sind. Mit Ger­hard Rich­ter, Ge­org Ba­se­litz oder dem in­zwi­schen ge­stor­be­nen Sig­mar Pol­ke. Die Ge­sprä­che mit ih­nen sind und wa­ren mir sehr wich­tig. Mit wem wür­den Sie ger­ne mal an der Ho­tel­bar sit­zen? Mit Do­nald Trump. War­um? Ich fin­de ihn als Phä­no­men durch­aus in­ter­es­sant. Ei­nen Wahl­kampf ge­gen die gan­ze Welt zu ge­win­nen – das muss man erst mal schaf­fen … Ihr Mot­to für je­den Tag? Glück­lich blei­ben und auf die Ge­sund­heit ach­ten. Wie hal­ten Sie sich fit? Täg­lich ei­ne St­un­de schwim­men und Rad fah­ren. Was ma­chen Sie, wenn Sie sich mal rich­tig et­was gön­nen wol­len? Dann kau­fe ich mir ein Bild. Sind rei­che Leu­te zu­frie­de­ner als an­de­re? Ich ken­ne sehr vie­le un­zu­frie­de­ne rei­che Men­schen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.