Mit Far­be ver­dich­tet, mit Öl ge­pflegt

Au­gen­brau­en in vol­ler Fül­le ste­hen wie­der im Fo­kus der Kos­me­tik: Neue Me­tho­den fürs For­men

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MODE - Von Andrea Abrell

HAMBURG (dpa) - Die Au­gen­brau­en sind für die mensch­li­che Mi­mik wich­ti­ger, als man ge­mein­hin denkt. Aber nicht nur al­lein da­für: „Die Brau­en be­stim­men die Ar­chi­tek­tur des Ge­sichts“, er­klärt die Vi­sa­gis­tin und Sty­lis­tin Ma­ria Hans aus Hamburg.

Die Brau­en un­ter­tei­len das Ge­sicht. Sie ha­ben zu­dem maß­geb­li­chen An­teil dar­an, ob wir mü­de oder wach wir­ken. Und sie be­stim­men, wie mar­kant ein Ge­sicht wirkt. Nicht zu­letzt soll die ägyp­ti­sche Kö­ni­gin No­fre­te­te – im­mer­hin ei­nes der größ­ten Schön­heits­idea­le der An­ti­ke – aus­drucks­star­ke Au­gen­brau­en ge­habt ha­ben. Zu­min­dest zeigt das ih­re Büs­te im Mu­se­um in Ber­lin. Kurz­um: Ent­spre­chend wich­tig ist die rich­ti­ge Form und Pfle­ge für die Brau­en.

Wäh­rend es für die Pfle­ge näh­ren­de Öle im Kos­me­tik-Fach­han­del gibt, hilft beim Fin­den der rich­ti­gen Form der Pro­fi wei­ter. Das sind Fri­seu­re, Kos­me­ti­ker und Vi­sa­gis­ten. Und mit dem neu­en Hy­pe um Au­gen­brau­en rü­cken sie neue und auch alt­be­währ­te Me­tho­den ver­stärkt in den Fo­kus.

„Im ers­ten Schritt ver­mes­sen wir die Au­gen­brau­en und ihr Ver­hält­nis zum üb­ri­gen Ge­sicht mit spe­zi­el­len Werk­zeu­gen“, er­klärt Ju­lia Ja­rosla­wze­wa, In­ha­be­rin des Su­gar Be­au­ty Room in Ber­lin. So ste­hen ei­nem eher run­den Ge­sicht Au­gen­brau­en in ge­schwun­ge­ner Form bes­ser als ei­ne ge­ra­de ver­lau­fen­de Li­nie. Um­ge­kehrt ist es bei ei­nem läng­li­chen Ge­sicht – hier soll­te der Schwung nicht zu groß­zü­gig sein, da­mit die Pro­por­tio­nen stim­men.

Vie­ler­orts wird ge­wachst oder ge­zupft. Ja­rosla­wze­wa formt die Brau­en mit Hil­fe der Fa­den­tech­nik. Bei die­ser Form der Haa­rent­fer­nung wird mit ei­nem dün­nen Fa­den ei­ne Sch­lin­ge um die Här­chen ge­legt. Die­se wird zu­sam­men­ge­zo­gen und reißt so­mit das stö­ren­de Här­chen mit­samt der Wur­zel aus. Das al­les pas­siert mit meh­re­ren Här­chen gleich­zei­tig und in ra­san­ter Ge­schwin­dig­keit. „Die Me­tho­de stammt ur­sprüng­lich aus dem Orient“, er­klärt Ja­rosla­wze­wa. „Mitt­ler­wei­le hat sie sich aber auch hier durch­ge­setzt, weil sie schnel­ler und ef­fek­ti­ver ist als das Zup­fen mit Pin­zet­te.“Zum Nach­ar­bei­ten kommt sie je­doch den­noch zum Ein­satz. Asym­me­trie aus­glei­chen Es geht aber nicht al­lei­ne dar­um, wel­che Form am bes­ten zum Ge­sicht passt. „Ganz häu­fig sind die Brau­en auch asym­me­trisch“, sagt Do­re­en Koch, In­ha­be­rin der Twink­le Brow Bar in Hamburg. „So kann ei­ne schma­ler ge­wach­sen sein als die an­de­re. Auch das kann man mit dem Th­rea­ding, wie die Fa­den­tech­nik auch heißt, aus­glei­chen.“

Man­cher ver­än­dert nicht nur die Form, son­dern auch die Far­be der Brau­en. Und hier sind die Zei­ten, in de­nen Kun­den im Be­au­ty-Sa­lon le­dig­lich zwi­schen Braun, Schwarz und Blau­schwarz wäh­len konn­ten, pas­sé. „So bie­ten wir zum Bei­spiel ei­nen dun­kel­vio­let­ten Ton an, der zu schwar­zen Haa­ren be­son­ders gut aus­sieht“, er­klärt Koch. „Dar­über hin­aus fär­ben wir bei sehr dün­nen Brau­en auch die fei­nen Ge­sichts­här­chen. Da­mit mo­geln wir ein we­nig Fül­le in die Au­gen­brau­en.“

Ei­ne be­son­de­re Form des Au­gen­brau­en-Sty­lings ist das so­ge­nann­te Mi­cro­b­la­ding. Da­bei wer­den mit ei­nem spe­zi­el­len Stift, der mit ganz fei­nen Ein­wegna­deln, den so­ge­nann­ten Bla­des, aus­ge­stat­tet ist, feins­te Li­ni­en in die Brau­en ge­sto­chen, er­klärt Ja­rosla­wze­wa. „So be­kom­men dün­ne oder un­gleich­mä­ßig ge­wach­se­ne Brau­en Sym­me­trie, wir­ken dicht und voll.“Das Er­geb­nis des Mi­cro­b­la­dings, das mitt­ler­wei­le das Per­ma­nent-Ma­ke-up ab­ge­löst hat, wirkt be­son­ders na­tür­lich, weil die Stri­che von Hand ge­zo­gen wer­den. Die Far­be hält sich rund zwei Jah­re. „Auch da­für ver­mes­sen wir zu­nächst die Brau­en, da­nach stri­cheln wir“, er­läu­tert Ja­rosla­wze­wa das Vor­ge­hen.

FO­TO: DPA

Das Er­geb­nis des Mi­cro­b­la­dings von Au­gen­brau­en soll be­son­ders na­tür­lich wir­ken, weil die Stri­che von Hand ge­zo­gen wer­den.

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