To­te Frau in Berg: An­kla­ge we­gen Mor­des

45-Jäh­ri­ger soll sei­ne Ehe­frau er­würgt und ei­nen Selbst­mord in­sze­niert ha­ben

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - OBERSCHWABEN UND DONAU - Von Philipp Rich­ter

BERG - Die Er­mitt­lun­gen im Fall der im Ju­li des Jah­res tot auf­ge­fun­de­nen Frau in Berg sind ab­ge­schlos­sen. Die Staats­an­walt­schaft Ravensburg hat vor dem Land­ge­richt Ravensburg An­kla­ge we­gen des Ver­dachts des Mor­des er­ho­ben. Das teilt Ober­staats­an­walt Karl-Jo­sef Diehl auf Nach­fra­ge der „Schwä­bi­schen Zei­tung“mit. Ei­nen Ter­min für die Haupt­ver­hand­lung gibt es laut Land­ge­richt noch nicht.

Zur Vor­ge­schich­te: Im Ju­li wird die 43-jäh­ri­ge Mut­ter drei­er Kin­der in ei­nem Wohn­haus im Ber­ger Orts­teil Wei­ler tot auf­ge­fun­den. Die Um­stän­de deu­te­ten zu­erst auf Selbst­mord hin. Doch dann tra­ten Un­ge­reimt­hei­ten auf, wes­halb die Po­li­zei er­mit­tel­te und Zeu­gen bat, sich bei ihr zu mel­den. Man ging da­von aus, dass der Selbst­mord le­dig­lich in­sze­niert war. Der Ehe­mann der Frau wur­de ver­haf­tet, der seit­her in Un­ter­su­chungs­haft sitzt. Seit­her war ei­ne 25-köp­fi­ge Er­mitt­lungs­grup­pe der Kri­mi­nal­po­li­zei in Fried­richs­ha­fen im Ein­satz und un­ter­such­te den Fall.

Jetzt geht die Staats­an­walt­schaft Ravensburg al­so von Mord aus. „Un­se­ren Er­mitt­lun­gen zu­fol­ge hat der An­ge­schul­dig­te, der seit Fe­bru­ar 2016 von sei­ner Frau und sei­nen drei Kin­dern ge­trennt leb­te, sei­ne Ehe­frau im ehe­mals ge­mein­sam be­wohn­ten Wohn­haus er­würgt und an­schlie­ßend ei­ne Si­tua­ti­on nach­ge­stellt, die den An­schein er­we­cken soll­te, dass sie ei­nen Sui­zid durch Er­hän­gen be­gan­gen ha­be“, so Ober­staats­an­walt Karl-Jo­sef Diehl. Als Mo­tiv geht die Staats­an­walt­schaft da­bei da­von aus, dass der An­ge­schul­dig­te auf­grund der Tren­nungs­si­tua­ti­on ei­ner schlech­ten fi­nan­zi­el­len Per­spek­ti­ve ent­ge­gen­sah und sich durch die Tat in den Be­sitz des Wohn­hau­ses be­zie­hungs­wei­se des Erb­teils hier­an brin­gen woll­te. Au­ßer­dem ha­be er auch das Um­gangs­und Be­suchs­recht be­tref­fend der drei ge­mein­sa­men Kin­der durch­set­zen wol­len. „Wir ge­hen des­halb vom Vor­lie­gen der Mord­merk­ma­le der Hab­gier und der nied­ri­gen Be­weg­grün­de aus“, so Diehl.

Im Rah­men der Er­mitt­lun­gen sei­en ne­ben zahl­rei­chen Zeu­gen­ver­neh­mun­gen äu­ßerst um­fang­rei­che kri­mi­nal­tech­ni­sche und rechts­me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chun­gen durch­ge­führt wor­den, die, so Diehl, den drin­gen­den Tat­ver­dacht nach der Be­wer­tung der vor­lie­gen­den In­di­zi­en und Be­weis­an­zei­chen be­le­gen. Der tat­ver­däch­ti­ge Va­ter ha­be im Er­mitt­lungs­ver­fah­ren die Tat­be­ge­hung be­strit­ten. Der­zeit schweigt er sich aus.

Der 45-Jäh­ri­ge sitzt wei­ter­hin in Un­ter­su­chungs­haft. „Nach An­kla­ge­er­he­bung be­fin­det sich das Ver­fah­ren so­mit im so­ge­nann­ten Zwi­schen­ver­fah­ren, in dem das Ge­richt nun­mehr über die Er­öff­nung des Haupt­ver­fah­rens und über die Fra­ge der Fort­dau­er der Un­ter­su­chungs­haft zu ent­schei­den hat“, schreibt Ober­staats­an­walt Karl-Jo­sef Diehl.

Der Ter­min für den Pro­zess­auf­takt steht noch nicht fest.

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