Ver­pass­te Ge­le­gen­hei­ten

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von In­ge Gün­ther

Die War­nung von US-Au­ßen­mi­nis­ter John Ker­ry war un­miss­ver­ständ­lich: Is­ra­el ge­fähr­det mit dem Sied­lungs­bau sei­ne Zu­kunft als jü­di­scher, de­mo­kra­tisch ver­fass­ter Staat. Doch wirk­te die Ker­ry-Re­de selt­sam rück­wärts­ge­wandt. Nach dem Schei­tern als Ver­mitt­ler zwi­schen Is­rae­lis und Pa­läs­ti­nen­sern 2014 hät­te Ker­ry mit ei­ner kla­ren Stel­lung­nah­me Ne­tan­ja­hu tat­säch­lich Druck ma­chen kön­nen, end­lich die Kar­ten auf den Tisch zu le­gen, wo Is­ra­el sei­ne dau­er­haf­ten Gren­zen sieht. Heu­te klin­gen sei­ne Wor­te wie ei­ne Auf­lis­tung ver­pass­ter Ge­le­gen­hei­ten. Im­mer­hin, er hat den Is­rae­lis die Le­vi­ten ge­le­sen.

Den Aus­schlag, die Samt­hand­schu­he bei­sei­te zu las­sen, dürf­ten Is­ra­els jüngs­te, recht un­ver­fro­re­ne Initia­ti­ven zur Ret­tung il­le­ga­ler Sied­lungs­pos­ten ge­ge­ben ha­ben. Zu­dem will Is­ra­el fast al­le un­ge­neh­mig­ten Sied­lungs­pos­ten auf pa­läs­ti­nen­si­schem Pri­vat­land le­ga­li­sie­ren. Dass dies ge­gen is­rae­li­sches Recht ver­stößt, stört Ne­tan­ja­hu we­nig. Mehr Re­spekt flößt ihm die Sied­ler­lob­by ein. Ker­rys Stand­pau­ke wird da­ran we­nig än­dern. Ne­tan­ja­hu zählt be­reits die Ta­ge bis zum An­bruch ei­ner neu­en Zeit un­ter Do­nald Trump. po­li­tik@schwa­ebi­sche.de

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