Neun Ge­mein­den pla­nen ein Ge­wer­be­ge­biet

Auf dem ehe­ma­li­gen Ka­ser­nen­ge­län­de in Sig­ma­rin­gen soll ein in­ter­kom­mu­na­les Ge­wer­be­ge­biet ent­ste­hen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN - Von Micha­el He­scheler

SIG­MA­RIN­GEN - Auf dem Ge­län­de der ehe­ma­li­gen Graf-St­auf­fen­ber­gKa­ser­ne wol­len neun Ge­mein­den zu­sam­men ein in­ter­kom­mu­na­les Ge­wer­be­ge­biet ent­wi­ckeln. Die Bür­ger­meis­ter der Ge­mein­den ha­ben da­zu ih­re Be­reit­schaft be­kun­det. In den kom­men­den Mo­na­ten sol­len die je­wei­li­gen Ge­mein­de­rä­te ent­schei­den, ob ih­re Kom­mu­ne ei­nem Zweck­ver­band bei­tritt. Über die­se kom­mu­na­le Rechts­form soll das Ge­wer­be­ge­biet ent­wi­ckelt wer­den. Der Sig­ma­rin­ger Bür­ger­meis­ter Tho­mas Schä­rer be­rich­tet auf SZ-An­fra­ge von „gu­ten Ge­sprä­chen. Nun hof­fe ich, dass wir zu­sam­men­blei­ben.“

Die Idee ei­nes in­ter­kom­mu­na­len Ge­wer­be­ge­biets be­steht schon län­ger. Ein Groß­teil der Ge­mein­den ar­bei­tet seit ei­ni­gen Jah­ren in­ter­kom­mu­nal an ei­nem Kon­zept für die Zeit nach dem Ab­zug der Bun­des­wehr. Die frü­he­re grün-ro­te Lan­des­re­gie­rung hat­te die­sen Pro­zess an­ge­sto­ßen, weil sie der Mei­nung war, dass sich der Weg­gang der Sol­da­ten über Sig­ma­rin­gen hin­aus aus­wirkt.

Neun Ge­mein­den aus dem Ein­zugs­ge­biet Sig­ma­rin­gens kön­nen sich ei­ne Be­tei­li­gung am in­ter­kom­mu­na­len Ge­wer­be­ge­biet vor­stel­len. Dies sind ne­ben Sig­ma­rin­gen: Sig­ma­rin­gen­dorf, Bin­gen, Krau­chen­wies, In­zig­kofen und Beu­ron, die be­reits im Ver­wal­tungs­ver­band Sig­ma­rin­gen zu­sam­men­ar­bei­ten. Dar­über hin­aus wol­len sich Stet­ten am kal­ten Markt, Schwen­nin­gen und Scheer am in­ter­kom­mu­na­len Ge­wer­be­ge­biet be­tei­li­gen.

Die Mo­ti­va­ti­on der Kom­mu­nen ist da­bei höchst un­ter­schied­lich: Man­che ha­ben auf ih­rer Ge­mar­kung kei­ne oder zu we­nig Flä­chen zur Ver­fü­gung. An­de­re se­hen die Vor­tei­le ei­nes in­ter­kom­mu­na­len Ge­wer­be­ge­biets in der ge­mein­sa­men Ver­mark­tung. „Wenn wir die Flä­chen ge­mein­sam ver­mark­ten er­zie­len wir bei gro­ßen In­ves­to­ren ei­ne ganz an­de­re Wahr­neh­mung“, sagt der Sig­ma­rin­ger Bür­ger­meis­ter Tho­mas Schä­rer. Es spielt da­bei kei­ne Rol­le, dass die Ge­wer­be­flä­chen au­ßer­halb der Ge­mar­kung ei­ner am Zweck­ver­band be­tei­lig­ten Kom­mu­ne lie­gen: Die Ge­mein­den wer­den nach ei­nem ver­ein­bar­ten Schlüs­sel an den Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men be­tei­ligt und tei­len sich nach dem­sel­ben Schlüs­sel die Kos­ten für die Er­schlie­ßung.

Alois Hen­ne, Bür­ger­meis­ter von Sig­ma­rin­gen­dorf, hat ein „star­kes In­ter­es­se“an dem Ge­wer­be­ge­biet, weil die Flä­chen in Sig­ma­rin­gen­dorf für die An­sied­lung von neu­en Un­ter­neh­men be­grenzt sind. „Des­halb ver­fol­gen wir ei­nen zwei­glei­si­gen An­satz“, sagt Hen­ne. Be­ste­hen­den Un­ter­neh­men soll die Mög­lich­keit zur Er­wei­te­rung in der Ge­mein­de an­ge­bo­ten wer­den. Ak­tu­ell trifft dies auf Fir­men wie Zol­lern, Spörl, Stein­hart und Schaal zu. Wenn es An­fra­gen für ei­ne Neu­an­sied­lung gibt, will Sig­ma­rin­gen­dorf auf das in­ter­kom­mu­na­le Ge­wer­be­ge­biet ver­wei­sen. Grö­ßen­ord­nung von 30 Hekt­ar Das Ge­län­de, auf dem das in­ter­kom­mu­na­le Ge­wer­be­ge­biet ent­ste­hen soll, be­fin­det sich im süd­li­chen Teil der ehe­ma­li­gen St­auf­fen­berg-Ka­ser­ne. Im We­sent­li­chen sind dort die frü­he­ren Fahr­zeug­hal­len an­ge­sie­delt. Je nach Be­darf könn­te das Ge­wer­be­ge­biet nach Sü­den hin in Rich­tung des ehe­ma­li­gen Stand­ort­übungs­plat­zes er­wei­tert wer­den. Es ist von ei­ner Grö­ßen­ord­nung von um die 30 Hekt­ar die Re­de. „Doch die­se Zahl ist nicht in Erz ge­gos­sen“, sagt der Sig­ma­rin­ger Bür­ger­meis­ter. Da die Pla­nun­gen ganz am An­fang ste­hen, gibt es mo­men­tan noch kei­nen fes­ten Zu­schnitt des Ge­län­des. Ei­gen­tü­me­rin ist die Bun­des­an­stalt für Im­mo­bi­li­en­auf­ga­ben (Bi­ma).

Im Raum Meß­kirch wird der­zeit be­reits ein in­ter­kom­mu­na­les Ge­wer­be­ge­biet ent­wi­ckelt, der In­dus­trie­park nörd­li­cher Bo­den­see. Das 26 Hekt­ar gro­ße Are­al, das an die Bun­des­stra­ßen 311 und 313 an­grenzt, wird be­reits er­schlos­sen. Im kom­men­den Jahr soll die Ver­mark­tung be­gin­nen. Fünf Kom­mu­nen sind be­tei­ligt. An­ge­spro­chen auf ei­ne mög­li­che Kon­kur­renz sagt Bür­ger­meis­ter Tho­mas Schä­rer: „Man müs­se an die hei­mi­schen Un­ter­neh­men den­ken. Im Wett­be­werb spie­len Fak­to­ren wie Ver­füg­bar­keit und Preis ei­ne Rol­le.“

Wann die ers­ten Un­ter­neh­men in das in­ter­kom­mu­na­le Ge­wer­be­ge­biet Sig­ma­rin­gen um­sie­deln kön­nen, ist noch un­klar. Wahr­schein­lich wird der Pro­zess ei­ni­ge Jah­re dau­ern. „Wir ha­ben noch vie­le Auf­ga­ben vor uns“, sagt Bür­ger­meis­ter Schä­rer.

FOTO: JENS WOLF/DPA

Führt ei­ne Stra­ße ir­gend­wann ins in­ter­kom­mu­na­le Ge­wer­be­ge­biet, das auf dem Ka­ser­nen­ge­län­de ent­ste­hen soll? Neun Kom­mu­nen wol­len das Ge­biet ent­wi­ckeln.

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