Was schon mor­gen al­les an­ders wird

Ein frei­er Tag mehr und stei­gen­de Ein­kom­men: Die­se Än­de­run­gen tre­ten 2017 in Kraft

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Wolf­gang Mul­ke

BER­LIN - Das kom­men­de Jahr bringt wie­der vie­le Neue­run­gen mit sich. Das sind die wich­tigs­ten Än­de­run­gen im Über­blick.

Ei­nen wei­te­ren Fei­er­tag gibt es mit dem Re­for­ma­ti­ons­tag am 31. Ok­to­ber. Ge­nau 500 Jah­re zu­vor lei­te­te Mar­tin-Lu­ther die Re­for­ma­ti­on und be­grün­de­te da­mit die pro­tes­tan­ti­sche Kir­che.

Der Min­dest­lohn wird am 1. Ja­nu­ar 2017 an­ge­ho­ben. Für Ge­ring­ver­die­ner gibt es dann mit 8,84 Eu­ro pro St­un­de 34 Cent mehr als bis­her.

Das Ar­beits­lo­sen­geld II, auch Hartz IV ge­nannt, wird im kom­men­den Jahr er­höht. Der Re­gel­satz für ei­nen al­lein­ste­hen­den Emp­fän­ger steigt um fünf auf 409 Eu­ro. Kin­der im Al­ter von sechs bis 13 Jah­ren er­hal­ten wie bis­her 237 Eu­ro, äl­te­re Kin­der 311 Eu­ro.

Mehr Ren­te gibt es ab dem Ju­li 2017 für die rund 20 Mil­lio­nen Emp­fän­ger des Ru­he­gel­des. Der Auf­schlag wird vor­läu­fi­gen Schät­zun­gen zu­fol­ge bis zu zwei Pro­zent be­tra­gen, al­so 20 Eu­ro bei ei­ner Ren­te von 1000 Eu­ro. Die ge­naue Hö­he wird im Früh­jahr fest­ge­legt.

Die Fle­xi-Ren­te kommt mit Jah­res­be­ginn. Sie er­mög­licht ei­nen fle­xi­ble­ren Über­gang in den Ru­he­stand. Ei­ne neue Teil­ren­te kann da­bei mit ei­ner Teil­zeit­ar­beit kom­bi­niert wer­den. Die Zu­ver­dienst­gren­ze, bis zu der Ar­beit von Früh­rent­nern nicht auf die Ren­te an­ge­rech­net wird, steigt auf 6300 Eu­ro im Jahr. Dar­über hin­aus ge­hen­de Ein­kom­men wer­den nur noch zu 40 Pro­zent an­ge­rech­net.

Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen in der So­zi­al­ver­si­che­rung stei­gen wei­ter an. Die Ren­ten­ver­si­che­rung er­hebt Bei­trä­ge bis zu ei­nem Brut­to­ein­kom­men von 6500 Eu­ro mo­nat­lich im Wes­ten und 5700 Eu­ro im Os­ten. In der ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen gilt ei­ne ein­heit­li­che Gren­ze von 4350 Eu­ro im Mo­nat. Al­ler­dings wir die Pflicht zur Mit­glied­schaft in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung auf ein Jah­res­ein­kom­men von bis zu 57 600 Eu­ro aus­ge­wei­tet.

Weit­ge­hend sta­bi­le Bei­trags­sät­ze gibt es in der Ren­ten- und Kran­ken­ver­si­che­rung. Teu­rer wird die Pfle­ge­ver­si­che­rung, die ab Ja­nu­ar 2,55 Pro­zent statt bis­her 2,35 Pro­zent des Brut­to­loh­nes kos­tet. Die Ren­ten­ver­si­che­rung be­gnügt sich wie bis­her mit 18,7 Pro­zent. Für die meis­ten Kas­sen­pa­ti­en­ten wird die Ver­sor­gung hin­ge­gen kost­spie­li­ger, weil die Zu­satz­bei­trä­ge von den meis­ten Kran­ken­kas­sen an­ge­ho­ben wer­den. Im Durch­schnitt macht der Zu­satz­bei­trag 1,1 Pro­zent nach bis­her 0,9 Pro­zent aus.

Der Ga­ran­tie­zins für Le­bens­ver­si­che­run­gen oder pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­run­gen sinkt wei­ter. Ab dem kom­men­den Jahr dür­fen die An­bie­ter ma­xi­mal 0,9 Pro­zent Ver­zin­sung

für die­se An­la­gen zu­sa­gen. Über die Ries­terRen­te müs­sen die An­bie­ter der ge­för­der­ten Ver­trä­ge künf­tig ge­naue­re Aus­künf­te er­tei­len. Ab Ja­nu­ar müs­sen die Un­ter­neh­men ein so­ge­nann­tes Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blatt (PIB) be­reit­hal­ten, aus de­nen die Chan­cen und Ri­si­ken der ein­zel­nen Pro­duk­te deut­lich her­vor­ge­hen. Die­se Vor­ga­be gilt auch für die Rü­rup-Ren­te für Selbst­stän­di­ge.

Die Be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge pro­fi­tiert von ei­ner An­he­bung der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen in der So­zi­al­ver­si­che­rung. Es wer­den ma­xi­mal 3048 Eu­ro im Jahr ge­för­dert, 72 Eu­ro mehr als bis­her. Strom wird teu­rer. Denn die Ökostro­m­um­la­ge, mit der die Ver­brau­cher und Un­ter­neh­men die Ener­gie­wen­de mit­fi­nan­zie­ren, er­höht sich im kom­men­den Jahr um gut ei­nen hal­ben Cent pro Ki­lo­watt­stun­de. Ein Haus­halt mit ei­nem Jah­res­ver­brauch von 3500 Ki­lo­watt­stun­den kos­tet sie dann 240 Eu­ro im Jahr oder 20 Eu­ro pro Mo­nat.

Staub­sau­ger dür­fen ab Sep­tem­ber 2017 nicht mehr al­les zei­gen, was sie leis­ten könn­ten. Denn in der Eu­ro­päi­schen Uni­on dür­fen dann kei­ne Ge­rä­te mehr ver­kauft wer­den, die mehr als 900 Watt leis­ten. Ver­brau­cher müs­sen aber kei­ne Angst vor ver­staub­ten Woh­nun­gen ha­ben. Die­se Leis­tung reicht für den Haus­ge­brauch völ­lig aus.

Das Ener­giela­bel für Elek­tro­ge­rä­te hält nach und nach Ein­zug in die Fach­märk­te. Ei­ne ent­spre­chen­de EU-Ver­ord­nung tritt im Ja­nu­ar in Kraft. Die bis­he­ri­ge Kenn­zeich­nung wie zum Bei­spiel das A++ ent­fällt. Bald gibt es nur noch die Klas­sen A bis G.

Roa­ming-Ge­büh­ren ent­fal­len ab dem 15. Ju­ni 2017 – pünkt­lich zu Be­ginn der Haupt­rei­se­zeit. Die Mo­bil­funk­an­bie­ter dür­fen für das Te­le­fo­nie­ren in EU-Staa­ten eben­so wie für das Sur­fen im In­ter­net oder den Ver­sand von SMS nur noch die hei­mi­schen Ge­büh­ren be­rech­nen. Die teils hap­pi­gen Auf­schlä­ge wer­den ver­bo­ten.

Aus­ste­hen­de Rund­funk­ge­büh­ren kön­nen künf­tig auch von In­kas­soUn­ter­neh­men ein­ge­trie­ben wer­den.

Rad­fah­rer müs­sen sich an­ders als bis­her im neu­en Jahr nach den Am­pel­zei­chen des Au­to­ver­kehrs rich­ten. Bis­her gal­ten die Licht­zei­chen für Fuß­gän­ger als Ori­en­tie­rung. An­ders sieht es aus, wenn es spe­zi­el­le Rad­fah­rer­am­peln gibt.

FO­TOS: DPA

Neue Re­geln gel­ten ab dem 1. Ja­nu­ar un­ter an­de­rem für (von oben links im Uhr­zei­ger­sinn) Min­dest­lohn­emp­fän­ger, Staub­sau­ger­käu­fer, Strom­kun­den, Rad­fah­rer und Mo­bil­te­le­fon­nut­zer im Aus­land.

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