Mehr Zeit für die Post ans Fi­nanz­amt

Auch im Steu­er­sys­tem ste­hen im neu­en Jahr Neu­re­ge­lun­gen an

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

BER­LIN (wom) - Für al­le Steu­er­zah­ler gibt es 2017 ei­ne klei­ne Ent­las­tung: Der Gr­und­frei­be­trag wird an­ge­ho­ben. Erst ab dem Exis­tenz­mi­ni­mum von 8820 Eu­ro Jah­res­ein­kom­men langt der Fis­kus bei der Lohn­steu­er zu. Bei Ehe­part­nern ver­dop­pelt sich der Frei­be­trag auf 17 640 Eu­ro. Ei­ne zu­sätz­li­che Ent­las­tung gibt es für El­tern. Denn der Kin­der­frei­be­trag steigt um 108 Eu­ro auf 7356 Eu­ro.

Die Er­hö­hung des Kin­der­gel­des fällt be­schei­den aus. Für das ers­te und zwei­te Kind gibt es je 192 Eu­ro, zwei Eu­ro mehr als 2016. Für das drit­te und vier­te Kind be­trägt die Un­ter­stüt­zung 198 Eu­ro, für je­des wei­te­re 225 Eu­ro.

Mit der Steu­er­er­klä­rung kön­nen sich die Bür­ger künf­tig zwei Mo­na­te län­ger Zeit las­sen. An­statt wie bis­her En­de Mai muss die Er­klä­rung ab dem kom­men­den Jahr erst am 31. Ju­li beim Fi­nanz­amt vor­lie­gen. Die Be­le­ge da­zu, zum Bei­spiel Spen­den­quit­tun­gen, müs­sen nicht mehr ein­ge­reicht wer­den. Es reicht, wenn sie zu Hau­se auf­be­wahrt wer­den, falls das Amt sie über­prü­fen will. Die ver­spä­te­te Ab­ga­be wird al­ler­dings teu­er. Min­des­tens 25 Eu­ro be­rech­net das Fi­nanz­amt da­für. An­sons­ten gilt ei­ne Ver­spä­tungs­ge­bühr von 0,25 Pro­zent der fest­ge­setz­ten Steu­er, höchs­tens je­doch 25 000 Eu­ro. Wer nur ge­rin­ge Ein­künf­te von we­ni­ger als 11 200 Eu­ro bei Al­lein­ste­hen­den und 21 250 Eu­ro bei Ehe­paa­ren hat, muss kei­ne Er­klä­rung ab­ge­ben.

Neu-Rent­ner soll­ten auf­pas­sen, ob sie steu­er­pflich­tig sein wer­den. Denn der An­teil am Ru­he­geld, der steu­er­pflich­tig ist, steigt wie in je­dem Jahr um zwei Pro­zent­punk­te auf nun 74 Pro­zent der ge­setz­li­chen Ren­te. Um­ge­kehrt er­kennt das Fi­nanz­amt jähr­lich auch zwei Pro­zent­punk­te mehr von den Auf­wen­dun­gen für die Vor­sor­ge als steu­er­min­dernd an. 2017 sind es 84 Pro­zent der Aus­ga­ben da­für.

Auch ak­zep­tie­ren die Äm­ter im kom­men­den Jahr hö­he­re Un­ter­halts­kos­ten für ei­nen Drit­ten. Ma­xi­mal sind hier 8820 Eu­ro ab­setz­bar, 168 Eu­ro mehr als bis­her.

Neue Steu­er­re­geln gibt es für Le­bens­ver­si­che­run­gen, die nach 2004 ab­ge­schlos­sen wur­den und bei de­nen ein Ka­pi­tal­wahl­recht be­steht. Sind die Spa­rer we­nigs­tens 60 Jah­re alt und der Ver­trag lief län­ger als zwölf Jah­re, müs­sen sie die Dif­fe­renz zwi­schen ih­rer Ver­si­che­rungs­leis­tung und den ein­ge­zahl­ten Be­trä­gen nur zur Hälf­te ver­steu­ern. Die äl­te­ren Ver­trä­ge sind al­le­samt wei­ter­hin steu­er­frei.

Vor­rei­ter der Elek­tro­mo­bi­li­tät kön­nen sich über ei­ne steu­er­li­che För­de­rung freu­en. Wer das E-Mo­bil wäh­rend der Ar­beits­zeit im Be­trieb auf­lädt, muss dies nicht mehr als geld­wer­ten Vor­teil ver­steu­ern.

Um­zugs­kos­ten pla­gen Ar­beit­neh­mer, die ih­res Ar­beits­plat­zes we­gen den Wohn­ort wech­seln müs­sen. Die Pau­scha­len da­für stei­gen aber im nächs­ten Jahr. Am 1. Fe­bru­ar er­hö­hen sie sich auf 764 Eu­ro für Al­lein­ste­hen­de und 1528 Eu­ro für Ehe­paa­re. Für je­des Kind wer­den 337 Eu­ro an­ge­rech­net.

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