Dy­lan er­hält ei­nen Preis – und schweigt

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - IMMOBILIEN -

Die Mensch­heit war sehr auf­ge­regt: weil der Mu­si­ker Bob Dy­lan den Li­te­ra­tur­no­bel­preis er­hielt. Noch viel grö­ßer war die Auf­re­gung aber, weil Herr Dy­lan sich nicht bei der No­bel­preis­aka­de­mie ge­mel­det hat, um sich brav für die gro­ße Eh­re zu be­dan­ken. Nun, wer schon mal das Ver­gnü­gen hat­te, Bob Dy­lan bei ei­nem Li­vekon­zert zu se­hen, der weiß: Der Mann spricht nicht ein­mal mit sei­nem Pu­bli­kum, den Fans. Nicht aus Über­heb­lich­keit, son­dern weil er des Bl­abla­bla auf Kon­zer­ten („Wie geht es euch?“) über­drüs­sig wur­de.

Weil die Kunst das Maß der Din­ge ist, ihr al­lein soll die Auf­merk­sam­keit gel­ten. Wes­halb sich al­so für ei­nen Preis be­dan­ken? Für den er sich nicht ein­mal be­wor­ben hat? Die Auf­re­gung über das Schwei­gen sagt da­her mehr über die Ei­tel­keit der Auf­ge­reg­ten aus als über den Schwei­ger. Der lässt sei­ne Kunst spre­chen. (dg)

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