Schlamm­schlacht im Netz um die Volks­büh­ne Ber­lin

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - KULTUR -

BER­LIN (dpa) - Um die Ber­li­ner Volks­büh­ne gibt es nach dem Aus­schei­den von In­ten­dant Frank Cas­torf wei­ter Streit. Im Netz über­schüt­ten Cas­torf-An­hän­ger den um­strit­te­nen Nach­fol­ger Chris Der­con und sein Team für ih­re ers­ten Auf­trit­te in den so­zia­len Me­di­en mit Wut und Hä­me.

Auch der Kul­tur­aus­schuss im Ab­ge­ord­ne­ten­haus will sich nach der Som­mer­pau­se er­neut kri­tisch mit Der­cons Zu­kunfts­kon­zept be­fas­sen, wie die Vor­sit­zen­de Sa­bi­ne Ban­gert im Ge­spräch mit der dpa an­kün­dig­te. „Herrn Der­con ist es bei sei­ner An­hö­rung im Aus­schuss nicht ge­lun­gen, die Zwei­fel aus­zu­räu­men, ob er sei­ne Auf­ga­be ver­trags­ge­mäß er­füllt.“

Im Kern geht es um die Fra­ge, ob der neue In­ten­dant das lin­ke Tra­di­ti­ons­haus als En­sem­ble- und Re­per­toire­thea­ter wei­ter­führt oder zu ei­ner „Event­bu­de“macht, wie Kri­ti­ker be­fürch­ten.

Im Netz sorgt vor al­lem für Är­ger, dass die Der­con-Trup­pe die bis­he­ri­gen Ac­counts in den so­zia­len Me­di­en un­ter neu­em Lo­go bruch­los wei­ter­führt. Von „Kriegs­er­klä­rung“, „Eti­ket­ten­schwin­del“und „lee­rem Hirn“ist auf Face­book die Re­de. In ei­nem Bei­trag heißt es: „mit nichts an­fan­gen und im nichts en­den, hof­fent­lich sehr bald“. Auch meh­re­re Zei­tun­gen be­rich­te­ten am Frei­tag über den Shits­torm.

Auf Face­book kün­dig­te sich das Team zum Ver­trags­be­ginn am 1. Au­gust mit die­sem Kom­men­tar an: „Die Sin­ne schär­fen. Sich ins De­tail ver­sen­ken. Das Ge­sam­te vom kleins­ten Teil den­ken. Lau­schen. Flüs­tern. Klein wer­den. Raus aus dem To­tal­zu­sam­men­hang. Kommt zu­sam­men!“

Ei­ne On­li­ne-Pe­ti­ti­on, die Neu­ver­hand­lun­gen zur Zu­kunft der Volks­büh­ne for­dert, hat in­zwi­schen rund 35 000 Un­ter­stüt­zer. Und vor dem Thea­ter er­in­nern ein Ge­denk­schild und ein blu­men­ge­schmück­ter Stern an das eins­ti­ge Räu­ber­rad, das als Wahr­zei­chen der „al­ten“Volks­büh­ne bis vor Kur­zem hier stand. Cas­torf hat­te es bei sei­nem Ab­schied zum Thea­ter­fes­ti­val in Avi­gnon mit­ge­nom­men. Trans­port, Re­no­vie­rung und Wie­der­auf­bau kos­ten knapp 40 000 Eu­ro.

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