Ein Schal ver­bin­det bei­de Kir­chen

Am 24. Sep­tem­ber gibt es auf dem Markt­platz und vor der Lan­des­bank ein öku­me­ni­sches Kir­chen­fest

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ERSTE SEITE - Von Christoph War­ten­berg

Am 24. Sep­tem­ber feiern die Kir­chen in Sig­ma­rin­gen ein öku­me­ni­sches Fest.

SIG­MA­RIN­GEN - Das gro­ße öku­me­ni­sche Kir­chen- und Be­geg­nungs­fest, ver­an­stal­tet von der ka­tho­li­schen und der evan­ge­li­schen Kir­che so­wie der frei­en Chris­ten­ge­mein­de, fin­det am Sonn­tag, 24. Sep­tem­ber, statt. In der In­nen­stadt, von der Lan­des­bank bis zum Markt­platz, be­tei­li­gen sich zahl­rei­che Grup­pen und Or­ga­ni­sa­tio­nen am Fest, das un­ter dem Mot­to „Mit­ein­an­der le­ben - mit­ein­an­der glau­ben - mit­ein­an­der für un­se­re Er­de“steht. Ein An­lass ist das Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um, al­so ge­leb­te Öku­me­ne. Die Stadt un­ter­stützt das Fest.

Der Fest­tag be­ginnt mit ei­nem öku­me­ni­schen Got­tes­dienst auf dem Markt­platz auf der Stadt­fest­büh­ne. Das Bi­bel­wort da­zu lau­tet „Schon schaf­fe ich Neu­es! Seht ihr es nicht?“(Je­sa­ja 43,19). Par­al­lel da­zu fin­det auf der zwei­ten Büh­ne vor der Lan­des­bank ein Kin­der­got­tes­dienst statt. Auf die­ser Büh­ne wird spä­ter auch das gro­ße Kin­der­pro­gramm mit Spiel, Spaß und Un­ter­hal­tung statt­fin­den.

„Auch wenn es Kir­chen­fest heißt, ver­ste­hen wir das aber in ers­ter Li­nie als Be­geg­nungs­fest“, sagt Fest­ko­or­di­na­to­rin Xe­nia Krä­mer. Der ge­sel­li­ge und in­for­ma­ti­ve Aspekt steht da­her im Vor­der­grund. „Es geht gut vor­an, es wächst“, sagt der ka­tho­li­sche Pfar­rer Ek­ke­hard Baum­gart­ner, „das ha­be ich so noch nie er­lebt, die Leu­te kom­men und sa­gen, das ist ja ei­ne tol­le Sa­che, da ma­chen wir mit.“Und der evan­ge­li­sche Pfar­rer Mat­thi­as Ströh­le be­stä­tigt: „Wir hal­ten das auch für ei­ne tol­le Sa­che und ma­chen des­halb mit.“In­zwi­schen fällt das Fest schon grö­ßer als ur­sprüng­lich ge­plant aus, es wird auch vie­le krea­ti­ve An­ge­bo­te ge­ben. Die Be­trei­ber der ein­zel­nen Stän­de sind al­le für sich selbst ver­ant­wort­lich, die Kir­chen neh­men hier kei­nen Ein­fluss.

„Mit­ein­an­der für un­se­re Er­de“, die­ser Ge­dan­ke an die Be­wah­rung der Schöp­fung ist ei­ner der Leit­ge­dan­ken. „Im Sep­tem­ber be­ge­hen wir ja auch den öku­me­ni­schen Tag der Schöp­fung“, er­in­nert Ge­mein­de­re­fe­ren­tin Ma­rit­ta Lieb und die neue evan­ge­li­sche Co­de­ka­nin Do­ro­thee Sau­er er­gänzt: „Wir ha­ben ja ei­ne ge­mein­sa­me Ver­ant­wor­tung für das Le­ben und die Er­de.“Des­halb be­tei­li­gen sich auch Um­welt­or­ga­ni­sa­tio­nen wie BUND und Na­bu so­wie Flücht­lings­hil­fe­grup­pen.

Die Or­ga­ni­sa­to­ren ha­ben die Be­wir­tung an Vin­zenz-von-Paul ver­ge­ben, da­mit das An­ge­bot nicht zu sehr zer­fa­sert, weil es an je­dem Stand an­de­re Ge­rich­te gibt. „Es wer­den nur re­gio­na­le Pro­duk­te an­ge­bo­ten, al­les soll nach­hal­tig sein“, sagt Krä­mer. Die Ver­an­stal­ter rech­nen mit et­wa 1500 Es­sen, die be­reit­ge­stellt wer­den müs­sen. Der Über­schuss aus Be­wir­tung und Fest wird der über­kon­fes­sio­nel­len Not­fall­seel­sor­ge zur Ver­fü­gung ge­stellt.

Als Zei­chen der Ver­bun­den­heit bei­der Kir­chen ha­ben Frau­en seit Mo­na­ten an ei­nem über 500 Me­ter lan­gen Schal ge­strickt, der vom ka­tho­li­schen Pfarr­amt am Markt­platz bis zur evan­ge­li­schen Stadt­kir­che in der Karl­stra­ße reicht. Wenn das ei­ne En­de des Schals an der Stadt­kir­che an­kommt, wer­den dort die Glo­cken läu­ten. Den Rie­sen­schal kann man an­schlie­ßend auf­tren­nen und in Ein­zel­tei­len ver­kau­fen.

Zum En­de des Fes­tes ge­gen 16.30 Uhr gibt es ein gro­ßes ge­mein­sa­mes Sin­gen vie­ler Chö­re und ein Se­gens­ge­bet auf dem Rat­haus­platz. Al­le Chö­re, die noch mit­ma­chen wol­len, er­hal­ten ei­ne Lie­daus­wahl und ent­spre­chen­de No­ten. „Das Fest ist nicht als Kon­kur­renz zum ver­scho­be­nen Fest der Kul­tu­ren ge­dacht, es soll ein Leucht­turm der Ge­mein­schaft sein, wir neh­men nie­man­dem et­was weg“, sagt Pfar­rer Ströh­le und sei­ne Frau, Co­de­ka­nin Sau­er, fügt mit Blick auf ab­wech­seln­de bunte Fes­te hin­zu: „Viel­leicht ent­steht da ja ein Kon­zept für die Zu­kunft.“

Chö­re, die am ge­mein­sa­men Sin­gen zum Ab­schluss teil­neh­men wol­len und an­de­re Grup­pen, die sich noch am Fest be­tei­li­gen wol­len, kön­nen sich bei Xe­nia Krä­mer mel­den un­ter x.kra­e­mer@ kath-sig­ma­rin­gen.de

FO­TO: CHW

FO­TO: CHRISTOPH WAR­TEN­BERG

Der lan­ge Schal ist noch auf meh­re­re Rol­len auf­ge­teilt. Sie zei­gen ihn erst­mals der Öf­fent­lich­keit: Ma­rit­ta Lieb, Xe­nia Krä­mer, Mat­thi­as Ströh­le und Do­ro­thee Sau­er (von links).

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