Bau­ar­bei­ten auf der Ziel­ge­ra­den – vor­erst

Zu­kunft des Do­mi­ni­ka­ne­rin­nen­klos­ters nach der sta­ti­schen Er­tüch­ti­gung ist noch of­fen

Schwaebische Zeitung (Pfullendorf) - - PFULLENDORF - Von Se­bas­ti­an Korinth

- Seit mehr als ei­nem Jahr lau­fen die Ar­bei­ten zur sta­ti­schen Er­tüch­ti­gung des ehe­ma­li­gen Do­mi­ni­ka­ne­rin­nen­klos­ters in der Pful­len­dor­fer Alt­stadt. Mehr als 90 Ton­nen Bau­schutt wur­den in­zwi­schen ent­sorgt. Die be­tei­lig­ten Fir­men bau­ten Wän­de zu­rück, er­setz­ten mor­sche Holz­bal­ken durch neue und sa­nier­ten das Dach. Stadt­bau­meis­ter Jörg-Stef­fen Pe­ter hofft nun, dass die Ar­bei­ten in die­sem Früh­jahr zu En­de ge­hen. Wann das Ge­bäu­de wie­der ge­nutzt wer­den kann, ist zur­zeit aber noch voll­kom­men of­fen.

Dass die 400 Jah­re al­ten Mau­ern, De­cken und Kel­ler die ei­ne oder an­de­re bö­se Über­ra­schung ver­ber­gen, da­mit hat­te Jörg-Stef­fen Pe­ter ge­rech­net. Doch erst nach Be­ginn der Bau­ar­bei­ten im No­vem­ber 2015 kam die Viel­zahl der Män­gel Stück für Stück ans Licht. „Vor al­lem das Aus­maß der Schä­den, die durch Feuch­tig­keit ent­stan­den sind, war grö­ßer als ge­dacht“, sagt Pe­ter.

So muss­ten in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten et­li­che mor­sche Holz­bal­ken er­setzt wer­den. „Der Denk­mal­schutz er­laubt al­ler­dings nur dort ei­ne Er­neue­rung, wo es wirk­lich nö­tig ist“, sagt der Stadt­bau­meis­ter. Des­halb muss­ten al­te und neue Bal­ken an den Schnitt­stel­len mit Schrau­ben, Ring­dü­beln und so­ge­nann­ten Ger­ber­stö­ßen ver­bun­den wer­den. „Die Bal­ken ein­fach kom­plett zu er­set­zen, wä­re na­tür­lich we­ni­ger auf­wen­dig ge­we­sen“, sagt Pe­ter.

Ab­ge­senk­te De­cken an­ge­ho­ben

Wäh­rend der Bau­ar­bei­ten wur­den De­cken wie­der nach oben ge­stemmt, die sich im Lau­fe der Jahr­hun­der­te um bis zu 32 Zen­ti­me­ter ab­ge­senkt hat­ten. An­gren­zen­de Ge­bäu­de hin­ge­gen soll­ten da­von nicht be­ein­träch­tigt wer­den. Des­halb muss­ten die Häu­ser an man­chen Stel­len von­ein­an­der ge­trennt wer­den. „Mit 3-DMes­sun­gen ha­ben wir ver­folgt, was wo pas­siert, wenn wir die De­cken an be­stimm­ten Stel­len an­he­ben“, sagt Pe­ter. „Da­durch wuss­ten wir auch, wie weit wir ge­hen konn­ten.“

Auch an an­de­ren Stel­len steck­te der Teu­fel im De­tail. So stie­ßen die be­tei­lig­ten Fir­men in den un­te­ren Ge­schos­sen auf im­mer wei­te­re Wän­de, be­vor sie an der ei­gent­li­chen Au­ßen­wand an­ka­men. Ge­mein­sam hat­ten al­le Schich­ten, dass sie von Feuch­tig­keit durch­drun­gen wa­ren. „Weil es da­durch zu­sam­men­fie­le, kann man das Ge­wöl­be aber auch nicht ein­fach durch­trock­nen, son­dern muss es iso­lie­ren“, sagt Pe­ter.

Im Ju­li ver­gan­ge­nen Jah­res wur­de schließ­lich deut­lich, dass die für die Sa­nie­rung ver­an­schlag­ten 1,1 Mil­lio­nen Eu­ro nicht aus­rei­chen wer­den. Der Ge­mein­de­rat ge­neh­mig­te dar­auf­hin wei­te­re 125 000 Eu­ro. „Wo wir am En­de ge­nau ste­hen wer­den, ist jetzt noch nicht ganz ab­seh­bar“, sagt Jörg-Stef­fen Pe­ter.

Al­lein mit der sta­ti­schen Er­tüch­ti­gung ist es aber nicht ge­tan: Um das Ge­bäu­de wie­der nut­zen zu kön­nen, wä­re auch noch ein ent­spre­chen­der In­nen­aus­bau nö­tig. In den kom­men­den Wo­chen wol­len Stadt­ver­wal­tung und Re­gie­rungs­prä­si­di­um aus­lo­ten, ob da­für För­der­geld vom Land zu er­war­ten ist.

Oh­ne För­de­rung müss­te die Stadt den In­nen­aus­bau bis auf Wei­te­res ver­schie­ben – oder bei­spiels­wei­se den Er­satz der Ta­ges­stät­te am Stadt­gar­ten durch ei­nen neu­en Kin­der­gar­ten im Ross­lauf strei­chen. Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kug­ler hofft auf Neu­ig­kei­ten bis zu Be­ra­tun­gen über den Dop­pel­haus­halt 2017/18. Die­se be­gin­nen am Don­ners­tag, 26. Ja­nu­ar, um 8 Uhr im Rats- und Bür­ger­saal am Kirch­platz.

Gleich meh­re­re Wän­de wur­den im Zu­ge der Bau­ar­bei­ten ent­fernt. Jetzt wird die ei­gent­li­che Au­ßen­mau­er fach­ge­recht iso­liert.

FO­TOS: SE­BAS­TI­AN KORINTH

Mehr als 90 Ton­nen Bau­schutt wur­den in­zwi­schen ab­trans­por­tiert und ent­sorgt, dar­un­ter al­te Wän­de und Zwi­schen­de­cken.

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