Bür­ger­ver­samm­lung statt Neu­jahrs­emp­fang

Ge­mein­de Os­trach ehrt en­ga­gier­te Bür­ger in un­re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den – Nächs­te Ver­an­stal­tung noch 2017

Schwaebische Zeitung (Pfullendorf) - - ALTSHAUSEN/OSTRACH - Von Bar­ba­ra Baur

- Ein Blick in die Ver­an­stal­tungs­ka­len­der der Städ­te und Ge­mein­den in der Re­gi­on zeigt: Fast übe­r­all wird im Ja­nu­ar ein Neu­jahrs­emp­fang aus­ge­rich­tet. Ne­ben grö­ße­ren Städ­te wie Bad Saul­gau, Sig­ma­rin­gen oder Men­gen nut­zen auch klei­ne Ge­mein­den wie Herbertingen, Herd­wan­gen-Schönach oder Hoß­kirch die Ver­an­stal­tun­gen als Platt­form, um über Ent­wick­lun­gen zu in­for­mie­ren und ver­dien­te Bür­ger für ihr En­ga­ge­ment zu eh­ren. Au­ßer in Os­trach, dort wird die­se Tra­di­ti­on nicht ge­pflegt.

„Wäh­rend der Amts­zeit mei­nes Vor­gän­gers Her­bert Barth gab es das nicht“, sagt Bür­ger­meis­ter Chris­toph Schulz, „und ich ha­be kei­nen An­lass ge­se­hen, es ein­zu­füh­ren.“Statt des­sen setzt die Ge­mein­de Os­trach auf Bür­ger­ver­samm­lun­gen. Sie fin­den in un­re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den in der Buch­bühl­hal­le statt, „im Durch­schnitt al­le zwei Jah­re“, sagt Schulz. Dort geht es dann auch um die The­men, die bei Neu­jahrs­emp­fän­gen tra­di­tio­nell zur Spra­che kom­men: Der Bür­ger­meis­ter hält ei­ne Re­de zur La­ge der Ge­mein­de, au­ßer­dem wer­den die Ver­samm­lun­gen zum An­lass ge­nom­men, um en­ga­gier­te Os­tra­cher zu eh­ren. „Die Ver­samm­lun­gen ha­ben sich als wür­di­ger Rah­men er­wie­sen, um en­ga­gier­ten Bür­gern für ih­re Ver­diens­te die Bür­ger­me­dail­le der Ge­mein­de Os­trach zu ver­lei­hen.“

Ver­samm­lung mit The­ma

Ein Vor­teil sei, dass die Ge­mein­de zeit­lich nicht an ei­nen be­stimm­ten Mo­nat im Jahr ge­bun­den ist, son­dern dass sie ein aktuelles The­ma oder Er­eig­nis als Auf­hän­ger neh­men kön­ne. „In der Re­gel nut­zen wir die Bür­ger­ver­samm­lun­gen auch ge­zielt als Mög­lich­keit, um den Bür­gern zu be­stimm­ten The­men Re­chen­schaft ab­zu­le­gen“, sagt Schulz. Bei­spiels­wei­se sei es schon um Wind­kraft ge­gan­gen. Die letz­te Bür­ger­ver­samm­lung ha­be in Os­trach an­läss­lich des An­tritts­be­suchs von Land­rä­tin Ste­fa­nie Bürk­le im De­zem­ber 2014 statt­ge­fun­den.

Bür­ger­meis­ter Chris­toph Schulz ver­rät, dass er selbst ger­ne zu Neu­jahrs­emp­fän­gen in an­de­ren Ge­mein­den geht. „Sie sind ein schö­ner An­lass, um lo­cker mit­ein­an­der ins Ge­spräch zu kom­men“, sagt er. Den­noch sei der Ja­nu­ar in­zwi­schen schon sehr voll, da im­mer mehr Ge­mein­den ei­nen Neu­jahrs­emp­fang aus­rich­ten. Da sei es nicht nö­tig, dass Os­trach auf die­sen Trend auch noch auf­springt. „Bis­her hat es sich bei uns an­ders be­währt“, sagt Schulz.

Schließ­lich sei ein Neu­jahrs­emp­fang auch mit Kos­ten und ei­nem recht ho­hen Auf­wand ver­bun­den. „Das ist zwar nicht das ent­schei­den­de Kri­te­ri­um, aber man soll­te es nicht un­ter­schät­zen“, sagt er. Es ge­be übers Jahr vie­le an­de­re Mög­lich­kei­ten für die Os­tra­cher, mit­ein­an­der ins Ge­spräch zu kom­men. Zwar schlie­ße er nicht aus, dass mal ein Neu­jahrs­emp­fang in der Ge­mein­de aus­ge­rich­tet wer­de. „Wenn sich jetzt auf ein­mal vie­le Bür­ger mel­den, die das ver­mis­sen oder wenn der Ge­mein­de­rat ei­nen ent­spre­chen­den An­trag stellt, ist das durch­aus denk­bar“, sagt Schulz. „Aber bis­her gab es ei­ne sol­che An­fra­ge noch nicht.“Die nächs­te Bür­ger­ver­samm­lung soll je­den­falls im Jahr 2017 statt­fin­den.

FO­TO: AR­CHIV/CHRIS­TOPH KLAWITTER

Bür­ger­meis­ter Chris­toph Schulz (von links) über­reicht bei der letz­ten Bür­ger­ver­samm­lung 2014 an Franz und Re­gi­ne Frau­en­hof­fer, Ger­hard Fet­scher und Rai­ner Spen­del je­weils die Bür­ger­me­dail­le der Ge­mein­de Os­trach.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.