Kan­di­dat

Schwaebische Zeitung (Pfullendorf) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

Im US-Se­nat hat am Mon­tag das Be­stä­ti­gungs­ver­fah­ren für

den Kan­di­da­ten des Prä­si­den­ten für den Obers­ten Ge­richts­hof, be­gon­nen. Ei­ne Ent­schei­dung wird erst in meh­re­ren Wo­chen er­war­tet. Im neun­köp­fi­gen Rich­ter­gre­mi­um des Su­pre­me Court ist seit dem Tod des erz­kon­ser­va­ti­ven An­to­nin Sca­lia vor über ei­nem Jahr ein Platz un­be­setzt.

Als Neil Gor­such 1995 bei ei­ner An­walts­kanz­lei zu ar­bei­ten be­gann, färb­ten sich sei­ne Haa­re be­reits grau. Mit dem sil­ber­nen Haar­schopf sei er of­fen­bar zur Welt ge­kom­men, eben­so wie mit der Ga­be, je­der­zeit aus dem Zi­ta­ten­schatz Wins­ton Chur­chills zi­tie­ren zu kön­nen, wit­zel­te ei­ner sei­ner da­ma­li­gen Kol­le­gen. Da­bei ist der Mann aus Co­lo­ra­do mit sei­nen 49 Jah­ren seit ei­nem Vier­tel­jahr­hun­dert der jüngs­te Ju­rist, den ein USPrä­si­dent für ei­nen Sitz am Obers­ten Ge­richts­hof no­mi­niert. Zu­dem ist er ei­ne ty­pi­sche Fi­gur je­nes Esta­blish­ments, ge­gen das Trump im Wahl­kampf ge­wet­tert hat­te. Ge­bo­ren in Den­ver, ver­brach­te Gor­such be­reits sei­ne Te­enager­jah­re in Washington, wo sei­ne Mut­ter im Ka­bi­nett Ro­nald Rea­gans die Um­welt­be­hör­de lei­te­te.

Gor­such, Neil

Spä­ter stu­dier­te er an ame­ri­ka­ni­schen Eli­te­uni­ver­si­tä­ten, Co­lum­bia und Har­vard, ehe er in Ox­ford sei­nen Dok­tor­ti­tel er­warb. Zehn Jah­re war er für ei­ne Kanz­lei in der US-Haupt­stadt tä­tig, be­vor ihn Prä­si­dent Ge­or­ge W. Bush zum Rich­ter an ei­nem Be­ru­fungs­ge­richt in Co­lo­ra­do be­för­der­te.

Der Va­ter zwei­er Töch­ter hat sich den Ruf er­wor­ben, die ame­ri­ka­ni­sche Ver­fas­sung buch­sta­ben­ge­treu aus­zu­le­gen. Als er zu ent­schei­den hat­te, ob ein Ar­beit­ge­ber sei­nen Be­schäf­tig­ten Kran­ken­ver­si­che­run­gen auch dann an­bie­ten muss, wenn die­se emp­fäng­nis­ver­hü­ten­de Mit­tel ab­de­cken, stell­te er sich auf die Sei­te der re­li­gi­ös mo­ti­vier­ten Klä­ger. Ein Ar­beit­ge­ber, ur­teil­te er, ha­be das Recht auf Re­li­gi­ons­frei­heit. Er­go dür­fe ihn nie­mand zwin­gen, et­was zu tun, was dem wi­der­spre­che.

Frank Herr­mann und dpa

FOTO: DPA

Neil Gor­such ist seit Lan­gem der jüngs­te Ju­rist, den ein US-Prä­si­dent für ei­nen Sitz am Obers­ten Ge­richts­hof no­mi­niert.

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