Sie zei­gen, wie es ge­hen kann

Schwaebische Zeitung (Pfullendorf) - - ERSTE SEITE - Von Andre­as Mül­ler je­dem

Die glei­che Pro­ze­dur wie im letz­ten Jahr? Die glei­che Pro­ze­dur wie in Jahr! Es ist wie im­mer zwi­schen den Jah­ren: Wir le­ben ir­gend­wie zwi­schen Rück­blick und Aus­blick, zwi­schen den ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten und den kom­men­den. Da­bei lie­ße sich schnell schwer­mü­tig wer­den; zu tur­bu­lent war das zu En­de ge­hen­de Jahr, zu for­dernd droht das neue zu wer­den. Ja, auch die­se letz­te „Schwä­bi­sche Zei­tung“für 2017 ent­hält ge­nug po­ten­zi­el­le Be­le­ge für die­se Be­haup­tung. Und doch greift so ei­ne pes­si­mis­ti­sche Sicht­wei­se ein­deu­tig zu kurz.

Die Welt ist auch in den ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten ge­fühlt wie­der ein biss­chen klei­ner ge­wor­den. So rich­tig weit weg ist kei­nes der gro­ßen glo­ba­len Pro­ble­me mehr. Und es wä­re falsch, die Au­gen vor ih­nen zu ver­schlie­ßen. Ge­nau­so falsch wä­re es aber auch, sich von den frag­los gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen und Ve­rän­de­run­gen, die die­se Zeit für uns be­reit­hält, ent­mu­ti­gen, ängs­ti­gen oder er­zür­nen zu las­sen. Die Po­li­tik hat bei den früh im Jahr an­ste­hen­den Wei­chen­stel­lun­gen die Chan­ce, ein Zei­chen zu set­zen: Ge­fragt sind Mut, Op­ti­mis­mus, Tat- und In­no­va­ti­ons­kraft, Be­reit­schaft zur Ve­rän­de­rung und zum Aus­gleich glei­cher­ma­ßen. Zu viel ver­langt? Un­rea­lis­tisch? Nicht wirk­lich.

Dass sich mit den ge­nann­ten Tu­gen­den ganz prak­tisch Er­folgs­ge­schich­ten schrei­ben las­sen, er­le­ben wir doch je­den Tag vor un­se­rer Haus­tür; wenn Nach­bar­schafts­hil­fen eta­bliert wer­den; wenn sich Men­schen um die In­te­gra­ti­on von Mi­gran­ten küm­mern; wenn Grün­der mit in­no­va­ti­ven Ide­en auf dem Markt Fuß fas­sen; wenn Ju­gend­trai­ner in ih­rer Frei­zeit Nach­wuchs­sport­ler för­dern; wenn Ge­mein­de­rä­te bis in die Nacht hin­ein um die bes­ten Ent­schei­dun­gen für die Städ­te und Dör­fer de­bat­tie­ren. All die­se Men­schen zei­gen, wie es ge­hen kann.

Und so ha­ben wir be­son­ders in un­se­rer Hei­mat zwi­schen Schwarz­wald und All­gäu, zwi­schen dem Bo­den­see und der Ost­alb al­len Grund, mit Zu­ver­sicht nach vor­ne zu bli­cken. Um un­se­re mit Herz, Hirn und Fleiß er­ar­bei­te­te Aus­gangs­po­si­ti­on in Zei­ten des Wan­dels wer­den wir in nah und fern be­nei­det.

Rut­schen Sie gut ins neue Jahr!

andre­as.mu­el­ler@schwa­ebi­sche.de

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