S-Klas­se: Flagg­schiff und Ret­tungs­wa­gen

Die Bau­rei­he hat den ame­ri­ka­ni­schen und chi­ne­si­schen Markt er­schlos­sen und Die­ter Zet­sches Zu­kunft ge­si­chert

Schwaebische Zeitung (Pfullendorf) - - WIRTSCHAFT - RA­VENS­BURG

(mws) - Die S-Klas­se ist für Mer­ce­des be­zie­hungs­wei­se den Daim­ler-Kon­zern seit je­her weit mehr, als nur die Abrun­dung der Pro­dukt­pa­let­te am obe­ren En­de. Das Flagg­schiff ist der Maß­stab für Ober­klas­se­wa­gen schlecht­hin, an dem sich die Kon­kur­renz mes­sen las­sen muss – und die S-Klas­se do­mi­niert ihr Seg­ment seit Jah­ren.

2016 war das er­folg­reichs­te Jahr für Daim­ler über­haupt, mit mehr als zwei Mil­lio­nen ver­kauf­ten Au­tos (plus 11,3 Pro­zent), mit 19,3 Pro­zent Wachs­tum in Chi­na . Dass das so ist, liegt zum ei­nen an der ak­tu­el­len SKlas­se der Bau­rei­he W 222. Seit de­ren Markt­ein­füh­rung 2013 sind bis En­de 2016 mehr als 300 000 Li­mou­si­nen da­von ver­kauft wor­den. Es ist da­mit die meist­ver­kauf­te Lu­xus­li­mou­si­ne der Welt. Und 30 Pro­zent da­von ge­hen nach Chi­na. Beim Spit­zen­mo­dell, dem May­bach, ge­hen so­gar rund 60 Pro­zent nach Chi­na.

Zum an­de­ren liegt der ak­tu­el­le Er­folg an der S-Klas­se im All­ge­mei­nen. Mit dem W 116 und dem ers­ten Tur­bo­die­sel­mo­tor in ei­nem Se­ri­en­au­to leg­te die Mar­ke mit dem Stern den Grund­stein zur Er­schlie­ßung des US-ame­ri­ka­ni­schen Mark­tes; und der einst viel ge­schol­te­ne W 140 brach­te ver­mehrt Asia­ten auf den Mer­ce­des-Ge­schmack.

Dass Daim­ler-Chef Die­ter Zet­sche im­mer noch an der Spit­ze des tra­di­ti­ons­rei­chen Au­to­bau­ers steht, geht am En­de auch auf das Kon­to der S-Klas­se. Denn 2013 sah es gar nicht ro­sig für den Top­ma­na­ger aus. Die deut­schen Kon­kur­ren­ten BMW und Au­di la­gen bei den Ver­kaufs­zah­len vorn. Tech­ni­sche Pro­ble­me häuf­ten sich, wie beim Klein­trans­por­ter Ci­tan, der bei Crash­tests ver­hee­rend ab­schnitt. Zu­vor kam die E-Klas­se nicht gut an und die wie­der­be­leb­te Mar­ke May­bach flopp­te voll­kom­men. Al­lein die S-Klas­se kam da­mals auf nen­nens­wer­te Er­fol­ge am chi­ne­si­schen Markt.

Mit Span­nung er­war­te­te man da den W 222. Soll­te die­se Neu­auf­la­ge der S-Klas­se schief­ge­hen, sprach man schon vom En­de Zet­sches. Doch das ist Ge­schich­te – dank des Er­folgs des W 222.

Auch wenn des­sen An­teil am Ab­satz der Mar­ke Mer­ce­des-Benz nur im mitt­le­ren ein­stel­li­gen Pro­zent­be­reich liegt, dürf­te der An­teil am Ge­samt­pro­fit min­des­tens 15 Pro­zent be­tra­gen, wie Ex­per­ten schät­zen. Der Brut­to­ge­winn pro Fahr­zeug dürf­te bei 50 bis 60 Pro­zent lie­gen.

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