Bro­sa­men rei­chen nicht

Schwaebische Zeitung (Riedlingen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Hen­drik Groth

Es sind die Sonn­tags­re­den, die in Eu­ro­pa wie in Afri­ka wü­tend ma­chen oder in De­pres­sio­nen stür­zen. Hu­ma­ni­tä­re Pflich­ten, In­ves­ti­tio­nen und Per­spek­ti­ven lau­ten die Stich­wor­te hier­zu­lan­de. In Afri­ka wie­der­um ver­set­zen grei­se De­s­po­ten ih­re An­hän­ger in Ver­zü­ckung, wenn sie den frü­he­ren Ko­lo­ni­al­mäch­ten zür­nen, ob­gleich die­se ih­re Län­der spä­tes­tens in den 1960er-Jah­ren ver­las­sen ha­ben. Schuld sind auf je­den Fall im­mer die an­de­ren. Doch zur Kor­rup­ti­on ge­hö­ren zwei: Der ei­ne nimmt, und der an­de­re gibt.

Wenn die EU die lo­ka­len Märk­te in Afri­ka zer­stört, dann hel­fen Leh­rer­stel­len an an­de­rer Stel­le nicht wirk­lich. Eu­ro­pa ist ver­ant­wort­lich für ei­ne un­fai­re Han­dels­po­li­tik und für die Sta­bi­li­sie­rung von Dik­ta­to­ren. Afri­ka wie­der­um ge­lingt es nicht, die Struk­tu­ren über Bord zu wer­fen auf­grund de­rer we­ni­ge sehr reich wer­den und die Mehr­heit am Mor­gen nicht weiß, ob es am Abend et­was zu es­sen gibt. Flucht­ur­sa­chen gibt es vie­le. Eu­ro­pas Zu­kunft ent­schei­de sich in Afri­ka, sagt Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler. Wenn das stimmt, dann muss end­lich mit kor­rup­ten Au­to­kra­ten ge­bro­chen wer­den. Und den Men­schen hier muss klar­ge­macht wer­den, dass Hil­fe für Afri­ka in ih­rem Ei­gen­in­ter­es­se liegt. Bro­sa­men rei­chen nicht mehr.

h.groth@schwa­ebi­sche.de

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